Nach langer Zeit öffnete ich heute mal wieder unser Blog. Nicht, dass ich damit rechnete, dass jemand gebloggt hätte, nein, es war eher eine Art Ablenkungsmanöver vom Ernst des Lebens. Der naht mit großen Schritten und in Form eines zweiten Staatsexamens. Da dieses mir keine Zeit für einen aktuellen Artikel gibt, habe ich einen vor einigen Monaten entworfenen Artikel ausgesucht, den ich nun hier veröffentliche.
Und wieder mal ist es ein Artikel über die Schule. Und wieder sind es die SchülerInnen und ihre perfekten Antworten, über die ich blogge. Thema ist diesmal ein Grundwissenstest in Klasse 10. Als Primärfarben werden da Rot, Blau und Grün benannt. Denen werden die Komplementärfarben Grün, Orange und Rot zugeordnet. Auch Schwarz und Weiß sind im Angebot. Natürlich kennt man Künstler vor 1900. Als typische Vertreter dieser Zeit werden Kandinsky, Hundertwasser, Max Ernst und Picasso genannt. “Michell Angelo” kennt man aber auch. Nach 1900 haben eigentlich nur Dürer und Bob Ross gearbeitet. Mit ähnlichem Niveau und Erfolg. Wahrscheinlich heißen die Epochen ihrer Arbeit "Barrock" und "Renesance". Beliebtester Künstler ist Leonardo da Vinci, denn er hat die “Mona Lisa gemalt u. sich das Ohr abgeschnitten”. Auf etwa gleicher Stufe steht Frank Elzner, der scheinbar “tolle Drachenbilder mit vielen Details” herstellt. Da kann man selbst noch viel lernen. Die einzige bekannte Drucktechnik neben “Plexiglas” und der “Kalknadelradierung” ist der Kartoffeldruck. Auch die eigenen Kunstdefinitionen sind interessant. “Kunst ist alles was mit Farbe zusammenhängt.” Kunst bedeutet “viel zeichnen, creativ arbeiten...” “Kunst ist das was entsteht, wenn man träumt.” Da muss noch viel getan werden.
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Dienstag, 1. März 2011
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Schwarzackerteilrevival


So sitzen wir nun wieder zusammen: Vier von uns, der harte Kern, älter geworden, im Berufsleben verankert oder auch between Jobs trafen sich in der Oberlausitz. Von Anti-Stress-Gesichtsmasken verhüllt, entspannen wir uns, genießen die ländliche Ruhe und atmen tief die passenden Gerüche. Ein Pferd schaut ins Fenster und die Kleiber haben in diesen Breiten auch noch Weiber. Derzeit liegt uns die Tschechenpizza schwer im Magen: Wer kann schon wissen, dass Anchovis Fische sind? Den Tag vertrieben wir uns mit hintergründiger Dichtkunst, unterschichtigem Fernsehen und ausgedehnten Spaziergängen. Gutes Essen, selbstgebackener Käsekuchen und treuherzige Bauern auf Brautschau ließen die Zeit wie im Fluge vergehen. Morgen gehen wir schon wieder getrennte Wege, steuern die nächsten Stationen auf der Liste an: Zwei von uns werden ins alte Leipzig zurückkehren, dem Geruch des Landes den Rücken kehren, shoppen, demonstrieren, ausgehen als Kontrastprogramm zu den letzten Tagen. Die Poren sind nun geweitet. Der Smog kann effektiv eindringen. Da haben sich die Gesichtsmasken gelohnt.
Samstag, 13. Februar 2010
Tell me why I don`t like Mittwochs
3:32 Uhr: Der Wecker klingelt. Es ist wieder einmal Mittwoch und damit Zeit, mich in die Tiefen des Thüringer Waldes zu begeben. Ich stehe auf, mache mich fertig und packe die restlichen Sachen zusammen.
4:04 Uhr: Mein Mitbewohner kommt nach Hause. Wir unterhalten uns und stellen fest, dass es doch komisch ist, dass für ihn noch Dienstag ist, während für mich der Mittwoch schon begonnen hat.
4:31: Der Zug fährt in los. Außer mir sitzen noch ein Mann und der Lokführer darin.
4:33 Jena Paradies: Der Mann mit der komischen Mütze und dem Fahrrad, die Frau mit dem Pelzkragen und etwa drei weitere Personen steigen zu. Um diese Zeit sind es fast immer dieselben. Der Zug fährt weiter durch die Nacht, es herrscht Stille. Göschwitz, Rothenstein.
Kahla. Ein Mann steht auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig und wartet auf einen Zug, der vielleicht nie kommt.
Orlamünde: Hier trennt sich der Zug in zwei Hälften. Der Mann mit der komischen Mütze steigt aus, schwingt sich auf sein Fahrrad und fährt davon. Der Zug nicht. Szenario “Der Zug ist kaputt”, Möglichkeit 1. Ich frage der Lokführer, ob er in Saalfeld anrufen kann, so dass mein Anschlusszug wartet. Auch die Frau mit dem Pelzkragen fragt, allerdings will sie einen anderen Zug erreichen, der eher fährt. Der Lokführer antwortet: “Ich bin froh, wenn wir hier überhaupt weiter kommen.” Ich auch. Wir setzen uns schicksalsergeben hin und warten.
Falls der Zug weiterfährt folgt Zeutsch: Ein Ort, an dem garantiert nichts geschieht.
Uhlstädt: Hier steigt stets ein älteres, abgearbeitetes Damentrio ein. Ich stelle mir vor, dass sie in einer düsteren Fabrik am Fließband arbeiten müssen, und deshalb schon so zeitig unterwegs sind. Zwei von ihnen steigen in Rudolstadt aus. Hier besteht Möglichkeit 2 für das Szenario “Der Zug bleibt stehen”. Wenn dies passiert, wird man uns eine halbe Stunde später in einen Bus setzen und nach Saalfeld fahren, wo ich natürlich den Anschluss verpasst habe, zwei Stunden warten und die Schule informieren muss, dass ich in den ersten Stunden nicht werde unterrichten können.
Wenn der Zug normal weiterfährt, erreichen wir bald Saalfeld. Dort steige ich in einen Zug, der unbeleuchtet auf einem Gleis wartet. Nach 20 Minuten fahren wir, der Lokführer, ein Schaffner und ich, los. Eine gendergerechte Ansage begrüßt mich mit den Worten “Sehr geehrte Reisende. Wir begrüßen (S)ie ...” Es folgen Wald, Dunkelheit, Bedarfshalte, wenige Reisende und eine stetige ansteigende Menge Schnee. Am Ziel angekommen steige ich aus dem Zug. Die Temperatur ist seit Jena um etwa 10 Grad gefallen, auf dem Bahnsteig sind die Bänke nicht mehr zu sehen, dafür ein Wall von Schnee. Mutig kämpfe ich mich durch zu meinem Arbeitsort.
4:04 Uhr: Mein Mitbewohner kommt nach Hause. Wir unterhalten uns und stellen fest, dass es doch komisch ist, dass für ihn noch Dienstag ist, während für mich der Mittwoch schon begonnen hat.
4:31: Der Zug fährt in los. Außer mir sitzen noch ein Mann und der Lokführer darin.
4:33 Jena Paradies: Der Mann mit der komischen Mütze und dem Fahrrad, die Frau mit dem Pelzkragen und etwa drei weitere Personen steigen zu. Um diese Zeit sind es fast immer dieselben. Der Zug fährt weiter durch die Nacht, es herrscht Stille. Göschwitz, Rothenstein.
Kahla. Ein Mann steht auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig und wartet auf einen Zug, der vielleicht nie kommt.
Orlamünde: Hier trennt sich der Zug in zwei Hälften. Der Mann mit der komischen Mütze steigt aus, schwingt sich auf sein Fahrrad und fährt davon. Der Zug nicht. Szenario “Der Zug ist kaputt”, Möglichkeit 1. Ich frage der Lokführer, ob er in Saalfeld anrufen kann, so dass mein Anschlusszug wartet. Auch die Frau mit dem Pelzkragen fragt, allerdings will sie einen anderen Zug erreichen, der eher fährt. Der Lokführer antwortet: “Ich bin froh, wenn wir hier überhaupt weiter kommen.” Ich auch. Wir setzen uns schicksalsergeben hin und warten.
Falls der Zug weiterfährt folgt Zeutsch: Ein Ort, an dem garantiert nichts geschieht.
Uhlstädt: Hier steigt stets ein älteres, abgearbeitetes Damentrio ein. Ich stelle mir vor, dass sie in einer düsteren Fabrik am Fließband arbeiten müssen, und deshalb schon so zeitig unterwegs sind. Zwei von ihnen steigen in Rudolstadt aus. Hier besteht Möglichkeit 2 für das Szenario “Der Zug bleibt stehen”. Wenn dies passiert, wird man uns eine halbe Stunde später in einen Bus setzen und nach Saalfeld fahren, wo ich natürlich den Anschluss verpasst habe, zwei Stunden warten und die Schule informieren muss, dass ich in den ersten Stunden nicht werde unterrichten können.
Wenn der Zug normal weiterfährt, erreichen wir bald Saalfeld. Dort steige ich in einen Zug, der unbeleuchtet auf einem Gleis wartet. Nach 20 Minuten fahren wir, der Lokführer, ein Schaffner und ich, los. Eine gendergerechte Ansage begrüßt mich mit den Worten “Sehr geehrte Reisende. Wir begrüßen (S)ie ...” Es folgen Wald, Dunkelheit, Bedarfshalte, wenige Reisende und eine stetige ansteigende Menge Schnee. Am Ziel angekommen steige ich aus dem Zug. Die Temperatur ist seit Jena um etwa 10 Grad gefallen, auf dem Bahnsteig sind die Bänke nicht mehr zu sehen, dafür ein Wall von Schnee. Mutig kämpfe ich mich durch zu meinem Arbeitsort.
Freitag, 18. Dezember 2009
Ein schöner Tag
...war das heute nicht gerade. Noch heute morgen freute ich mich, dass mein Unterricht sich auf die Betreuung einer Nachschreibearbeit beschränkte. Danach wollte ich mit dem Zug nach Jena fahren, die Weihnachtgeschenke zu Ende basteln, schlafen und dann zu einer Weihnachtsfeier gehen. Als ich allerdings auf dem Weg zum Bahnhof frohgelaunt das Lehrerzimmer betrat, um mein Gepäck zu holen, schwappte mir eine Welle der Betroffenheit entgegen. Unser Praktikant war mit einer bakteriellen Meningitis im Lehrerzimmer zusammengebrochen und nun sollten wir alle auf das Gesundheitsamt warten, das uns Penicillin brächte. Die nächsten fünf Stunden verbrachte ich daraufhin mich langweilend im Lehrerzimmer in einer Art Quarantäne bis endlich das lebensrettende Medikament gebracht wurde. Nebenbei erfuhr ich den neuesten Dorfklatsch über einen Mann, der gestern am Bahnhof von L., auf dem ich ja auch sehr viel Zeit verbringe, zusammengeschlagen wurde. Unsere WG in Jena wird neuerdings auch von Mitgliedern eines berühmt berüchtigten Rockerclubs bedroht wegen einer Sache, mit der wir gar nichts zu tun haben. Wenn diese allerdings erneut vorkommt werden sie uns einen Besuch abstatten, “und dazu brauchen [sie] keinen Schlüssel!” Der Advent ist doch jedes Jahr wieder eine besinnliche Zeit! Ich freue mich jetzt aber auf die Ferien. Morgen wird auf dem Schwarzacker ein Treffen (fast) aller ehemaliger und jetziger SchwarzackerianerInnen stattfinden. Zur Einstimmung höre ich unsere selbstaufgenommen CD “Weihnachten auf dem Schwarzacker”. Am schönsten ist doch immer wieder der Männerchor...
Freitag, 6. November 2009
Geigenraten
Als engagierte Lehrerin, die ich derzeit manchmal noch bin, führte ich heute eine Umfrage im Deutschunterricht der fünften Klasse durch. Im Gegenzug zu Ruhe und Konzentration auch freitags in der letzten Stunde, gab ich den Kindern die Gelegenheit, realistische Wünsche an meinen Unterricht zu formulieren. Die Auswertung ergab Folgendes: während ein Schüler vorschlägt, ich sollte jeden sein eigenes Buch schreiben lassen, möchte ein anderer “Witze ärzahlen”. Jemand will öfter “mimik und gestik darstellen”, ein anderer möchte “Hinaus gehen und etwas Spielen oder einmal draussen Lehrnen”. Ein Kind meint, man sollte den Deutschunterricht eher nutzen, um “Comics [zu] Zeicchnen” und “Nicht so viel [zu] schreiben”. Einem nächsten scheint ein Gitterrätsel, das ich vor ein paar Wochen mitbrachte, gefallen zu haben, es möchte “In Gästchen Wörter suchen”. Ein Mädchen wünscht sich das allseits beliebte Spiel “Geigenraten”. Immerhin ein braver Schüler schreibt: “Der Deutschuntericht geffält mir so wie er ist”. Ich denke, ich werde mich zur Freude aller ab der nächsten Stunde verstärkt auf Orthographie konzentrieren.
Montag, 14. September 2009
Provinz
Am interessantesten sind doch immer die Leute, die man an einem neuen Ort kennenlernt. Ob das nun die Lehrerin ist, die mich anspricht mit den Worten: “Als ich sie das erste mal sah, da fiel so das Licht auf sie und es lief mir eiskalt den Rücken hinunter.” Natürlich wundert man sich über eine solche Aussage. Doch die Erklärung folgt: Ich sähe genauso aus wie die im letzten Jahr an Krebs recht jung verstorbenen Arztfrau von L. Natürlich hat sie das dem Arzt sofort mitgeteilt, der wohl etwas verstört darauf reagiert hat. Mir wurde geraten, nicht in seine Praxis zu gehen, da er wahrscheinlich nicht damit umgehen könne. Oder die Sekretärin, die vor mir, bevor sie mir meine Kopiernummer aushändigt, ihre neue bei Otto bestellte und eben angekommene Bluse auslegt, um meine Meinung dazu zu hören, welches Unterteil man dazu kombinieren könne. Oder der Lokführer, der mit mir früh 4.15 Uhr auf den verspäteten Zug wartet und mir mitteilt, dass das Leben vorbei ist, wenn man erstmal arbeitet, vor allem wenn man einen solchen Fahrplan hat wie er. Kein abendliches Bier mehr mit den Kumpels. Er wartet auf die Rente, obwohl er sicher nicht älter als 45 ist. Er fragt mich, was ich um diese Uhrzeit hier täte, da er mich doch letzte Woche schon sah. Ich erzähle ihm von L. Sein Kommentar dazu ist: “Alles Inzucht da unten. Da kam ja niemand hin. War ja fast Sperrgebiet. Die haben sich immer nur untereinander gepaart.” Im Zug sitzt eine Frau, die mit ernstem Gesicht einen Test zum Thema “Welcher Salztyp bin ich?” macht. Ich muss ein bisschen lachen und harre der nächsten Begegnung mit einem dieser spaßigen Inzuchtmenschen.
Mittwoch, 12. August 2009
Gegenwelten
Da ich bei unserer kleinen Umfrage für die Erhaltung des Schwarzackerblogs stimmte, will ich nun beweisen, dass ich es auch ernst damit meine, und so blogge ich nun nur, damit E. sich nicht so allein im Blog fühlt. Leider habe ich keine witzigen Suchergebnisse, mit denen ich die Allgemeinheit erfreuen könnte. Dafür hätte ich einen leicht durchgeknallten Direktor zu bieten, der mich in sein Büro bestellt, um mir zu erzählen, dass er nicht weiß, was er mit seiner Küche machen soll, wenn er nächstes Jahr in den Vorruhestand geht. Weiterhin wäre da ein kurzes Zwiegespräch mit einer alternden, wahnsinnig aufgedonnerten Prostituierten, die mit ihrem Minihund im Haus spazieren ging und mich nach dem mir leider bisher unbekannten Hausmeister befragte. Heute Nacht werden zwei nahezu Fremde bei mir übernachten. Sie bringen was zum Kochen mit, daher ist das ok. Alles nicht so schön wie bei Google, aber dafür das wahre Leben.
Donnerstag, 6. August 2009
Leipzig-Jena-Lobenstein
Vor fast einer Woche habe ich nun den Schwarzacker verlassen. Ich wohne nun in Thüringen, welches zu gefühlten 90% aus Wald besteht. Mein neues Zimmer in Jena ist noch nicht eingeräumt, aber ich war auch noch nicht so viel hier, da ich bis heute im Schullandheim in einem winzigen Dorf umgeben von Wäldern war. Ich werde nun mehrere Wohnorte haben, einen in Jena und einen in Bad Lobenstein, einem Kurort mitten im Thüringer Wald. Am Montag habe ich diesen erstmals aufgesucht und ich muss sagen, der Ort ist genau das, was ich mir für die nächsten zwei Jahre vorgestellt habe: Wald, ein Zimmer im Schützenhaus, Wald, keinen Kollegen unter 40, Wald, eine beschissene Zugverbindung und vor allem Wald. Zum Glück bewohne ich einen Teil der Woche ein Zimmer in Jena, auch hier gibt es viel Wald, aber immerhin auch Menschen unter 40. Und ein kleines Bordell im Hinterhaus. Von meinem Fenster aus kann man direkt auf sich sonnende Prostituierte hinabsehen. Und auf Berge mit Wald. Morgen komme ich erstmal nach Leipzig zurück. Derzeit ziehe ich den Acker noch dem Wald vor.
Donnerstag, 23. Juli 2009
Früher war alles besser
Ein Satz, der in hier letzter Zeit oft gefallen ist, obwohl keiner wirklich davon überzeugt ist. Aber es sagt sich so leicht. Früher wusste E. die Zahlenkombination ihres Laptopschlosses noch (s.u.), neulich stellten wir nun fest, dass keine der Zahlenkombinationen mehr passt und eventuell ein sogenanntes “Freezing” eingetreten ist. Und trotz dass E. tausende von Kombinationen ausprobierte hat sich der Papst das Handgelenk gebrochen. Merkwürdig. Wir singen Queen am Frühstückstisch und finden das besser als Britaney o.ä. Früher haben wir die Texte nicht verstanden, heute finden wir sie lächerlich: “When stormy weather comes around, it was made in heaven”. Heute habe ich den Adventsstern in der Küche abgenommen, den ich in meiner ersten Schwarzackerwoche vor fast sechs Jahren aufgehängt habe. Damals war er noch nicht so staubig. Dieser Artikel sollte noch weitergehen, aber mir fällt gerade nichts ein und ich wurde schon angeschrien, weil ich immer noch nicht gebloggt habe. Also hier, nehmt hin!
Freitag, 3. Juli 2009
Verhinderung des Sommerlochs
Ja, es stimmt. Unser Blog hat einen herbstlichen Hintergrund, da E. der Meinung ist, bis dahin würde eh niemand mehr bloggen. Schon um das zu widerlegen, werde ich mal wieder etwas schreiben. Es ist ja auch viel passiert, worüber sich zu schreiben lohnt: die Milka-Schokolade ist diese Woche beim Lidl im Angebot, M. J. ist von dieser Erde abberufen worden und heute morgen habe ich dafür, dass ich eine Speichelprobe abgegeben habe, 7 Euro bekommen. Aber auch die LVZ hat wieder die interessantesten Dinge zu berichten. Wen interessiert es nicht, dass man den Verliebtheitsgrad von Probanden anhand der “international anerkannten Passionate-Love-Skala” ermitteln kann? Wenn man sehr verliebt ist, nimmt man übrigens den Unterschied zwischen süß und bitter kaum wahr, wie renommierte Forscher herausgefunden haben. Weiterhin ist heute zu erfahren, dass flache Strohhüte dieses Jahr der Renner sind und die Hüfttasche ein Comeback erlebt. Experten sehen die Rückkehr der Dauerwelle kommen, möge der Herr uns davor bewahren! Auch im lokalen Bereich ist viel passiert: so können z.B. ab sofort 18 Exemplare des “Pflegehandbuch Leipzig” in der Stadtbibliothek und in allen Stadtteilbibliotheken eingesehen und entliehen werden. Leider wird es dieses Jahr keinen Zeugen-Jehovas-Kongress in Leipzig geben. Dieses unter dem Motto “Wacht beständig!” angekündigte Highlight findet in Berlin statt. “Ein Höhepunkt des Programms seien Berichte und Erlebnisse von Missionaren der Zeugen rund um die Welt.” Und für unsere Blogleser, die noch ein Abendprogramm für Samstag suchen: um 19.30 Uhr tritt im Grassi-Museum das Seniorenkabarett auf. Frohes Wochenende.
Samstag, 23. Mai 2009
Alte Blogger
Wie ich heute morgen aus der LVZ erfuhr, ist die älteste Bloggerin der Welt gestorben. Obwohl sie nicht an unserem Blog mitwirkte, sollte diese Mitteilung einen Eintrag wert sein. Die 97jährige Spanierin María Amelia López fing zu ihrem 95. Geburtstag am 23. Dezember 2006 an zu bloggen. “Mit den Geschichten aus ihrem wechselvollen Leben und ihren Ratschlägen an Jung und Alt begeisterte die Internet-Oma Leser auf den fünf Kontinenten.” Ähnlich wie unser Blog. Wir geben übrigens auch Ratschläge, wenn jemand Interesse hat.
Übrigens: Vögel singen unter verschärften Lebensbedingungen noch kunstvoller. Eine Studie an 29 Arten von Spottdrosseln hat das jetzt gezeigt.
Übrigens: Vögel singen unter verschärften Lebensbedingungen noch kunstvoller. Eine Studie an 29 Arten von Spottdrosseln hat das jetzt gezeigt.
Montag, 27. April 2009
Das gemeine Hausschwein...
...verbreitet ja derzeit, wie es uns durch alle Medien mitgeteilt wird, eine fiese Grippe. Zum Glück werde ich durch web.de immer über den neuesten Grippeverbreitungsstand informiert. Eben habe ich gelesen, dass sie derzeit Bielefeld erreicht hat. Vor ein paar Tagen habe ich Bielefeld als Erstwunsch für ein Referendariat in NRW angegeben. Vielleicht hab ich da ja jetzt gute Chancen...
Dienstag, 7. April 2009
Schwarzackerdiplomfeier
Nun ist es wieder einmal soweit. Ein Schwarzackerianer beendete sein Studium und ist nun Diplom-Informatiker. Anlässlich diese Ereignisses lud er die 5 und die 11 in den Minoas-Palast ein. Ein kostenspieliger aber lohnenswerter Abend. Nachdem die 11, wie erwartet, eine halbe Stunde zu spät auftauchte und E. schon gegessen hatte, riefen wir ein Taxi und ließen uns zum Restaurant kutschieren. Eine Art Mafia hieß uns willkommen, geleitete uns ins Hinterzimmer und setzte uns mit unheimlich aussehenden Gestalten an einen Pokertisch. M., der damit gerechnet hatte, reichte seine Pomadedose herum. Eine halbe Stunde später verließen wir, bis auf die Knochen entkleidet, das Haus, besser gesagt, wir wurden hinausgeschmissen, weil L. wieder versucht hatte zu schummeln. D. und S. wurden geteert und gefedert, weil sie Asse im Ärmel hatten und die griechische Mafia nicht wusste, dass das hier normal ist. Also setzten wir uns auf die Straße, L. holte ihre Gitarre heraus und H.-G. sang dazu die schönsten Melodeien. Von dem ersungenen Geld, kauften wir uns Kleider und gingen Essen. So wurde es doch noch ein vollkommener Abend: M. erkannte sein zweites Ich und lernte es lieben, S. und E. konnten wiedermal beweisen, dass sie zwar von Mathe keine Ahnung haben, aber die Begriffe kennen, C. konnte ihre Kette zerreißen, L. konnte ihr neues Kleid tragen und D. durfte zahlen.
Samstag, 21. März 2009
Politik...
...ist auch ein beliebtes Thema auf dem Schwarzacker. Politische Gespräche sind bei uns immer ein willkommener Anlass, unser Halbwissen über Präsidenten aller Länder, Minister und Bundeskanzlerinnen sowie deren Arbeit preiszugeben. Beim heutigen Frühstück wurde die italienische Innen- und Außenpolitik besprochen, das Wirken Putins, die Bundespräsidentenkandidaten von Deutschland wurden ausgewertet, vor allem unter optischen Gesichtspunkten, und auch die Weltpolitik allgemein irgendwie. Doch was passiert, wenn man eigentlich nichts mehr darüber zu sagen hat? Die Männer der Runde begannen sich über eine gutaussehende südamerikanische Polittussi zu unterhalten und kürten Jürgen Trittin zum bestaussehensten deutschen Politiker, während die Frauen das Thema, welcher Politiker bisher am häufigsten verheiratet war und welches Kind aus eigener Zeugung entstand bzw. welches adoptiert wurde erörterten. Fischer ist übrigens zum fünften Mal verheiratet, Schröder erst zum vierten Mal. Doris Schröder-Köpf hat eine Tochter mit in die Ehe gebracht und danach hat das Paar noch ein russisches Mädchen und einen Jungen adoptiert. Damit hätten wir auch das abgesichert. Politik halt.
Donnerstag, 19. März 2009
USF
Der Schwarzacker hat keinen Fernseher mehr. M., der edle Stifter dieses Gerätes, hat beschlossen, dass er in der Zeit, in der er bei sich zu Hause verweilt, auch einen Fernseher in seinem Zimmer braucht. Man kann das ja einerseits verstehen, da er aus dem Erzgebirge kommt, wo man scheinbar nichts anderes tun kann, als fernzusehen. Andererseits können wir ihn jetzt nicht mehr so gut leiden. Eigentlich ist es kein Verlust. Darüber sind wir uns alle einstimmig einig. Wir können uns nämlich auch anders beschäftigen. Jetzt haben wir wieder mehr Zeit, uns zu unterhalten und Brettspiele zu spielen. Zum Tatort laden wir uns einfach bei St?n?s ein. Unsere Serien ziehen wir sowieso aus dem Internet. Die US können wir auch beobachten, wenn wir ein Stück durch unser schönes Stadtviertel spazieren, und dabei kommt man noch an die frische Luft! Es gibt also keine Nachteile, wenn man auf den Fernseher verzichtet. Wir nehmen viel weniger Schrott auf und verblöden seitdem auch merklich weniger. Aber nein, das klingt alles viel zu gut für den Schwarzacker, es gibt hier dennoch keine heile Welt, denn wir haben das Problem auf unsere Weise gelöst. S. geht jetzt einfach immer zum Videoautomaten und holt schlechte Horrorfilme, in denen Teenager sich einfach so zum Spaß abstechen oder Ashton Kutcher intelligenzgemindert ist und komisch läuft. Aber Hauptsache kein USF mehr!
Sonntag, 8. März 2009
Filme...
...stehlen dem Schwarzacker manchmal ziemlich viel Zeit. Und trotzdem laufen sie immer wieder. Film schauen macht ja auch allen Spaß, verbindet, man kann dabei essen, einige können sogar dabei schlafen und das Schönste, man kann sich danach darüber unterhalten, aufregen, darin für eine Weile in Gedanken leben oder mit Zitaten daraus um sich schmeißen. So will S. jetzt seit Tagen unbedingt einen zackigen Hut, E. ist immer noch wütend auf die Mutter des kleinen Rambows und ich werde im Traum von wütenden Teenagern mit Fackeln verfolgt. D. will die Welt füttern, L. tanzt die Tänze ihrer Tangofilme heimlich im Bad nach und M. versucht sich durch seinen Filmkonsum einen intellektuellen Anstrich zu geben. Auch die meisten unserer Besucher schauen hin und wieder Filme. Während R. aus dem Westen uns mit abgründigen seelenlosen Killern oder Gefängnisinsassen vertraut machen will, vergleicht Se. aus Connewitz das Menschenbild des Filmes “300" mit dem aus “Plötzlich Prinzessin I”. Ohne Filmkonsum würde uns schon einiges fehlen, und es gäbe etliche Pointen weniger auf dem Acker.
Sonntag, 15. Februar 2009
Nachruf
Ganz still und leise, ohne ein Wort.
gingst du von deinen Lieben fort.
Hab tausend Dank für deine Müh',
vergessen werden wir dich nie.
Heute in den Morgenstunden ging Eschaton nach harten Stunden des Kampfes von uns. Wir werden das possierliche kleine Tierchen nie vergessen, und danken ihm für die Freude und die Zuwendung, die er in den letzten Jahren in unser aller Leben gebracht hat. Er lässt viele Freunde zurück und ging nun als letzter von seinen 51 Geschwistern schließlich auch.
Die Trauerfeier findet heute nachmittag im Stötteritzer Wäldchen statt. Nähere Informationen dazu gibt es direkt über die Schwarzackerhotline.
In tiefer Trauer,
der Schwarzacker C, D, E, L, M, S, die ehemaligen A, S, T und alle Freunde.
Wenn Liebe eine Leiter wäre,
und Erinnerungen die Stufen,
würden wir hinaufsteigen
um Dich zu uns zurück zu holen.
gingst du von deinen Lieben fort.
Hab tausend Dank für deine Müh',
vergessen werden wir dich nie.
Heute in den Morgenstunden ging Eschaton nach harten Stunden des Kampfes von uns. Wir werden das possierliche kleine Tierchen nie vergessen, und danken ihm für die Freude und die Zuwendung, die er in den letzten Jahren in unser aller Leben gebracht hat. Er lässt viele Freunde zurück und ging nun als letzter von seinen 51 Geschwistern schließlich auch.
Die Trauerfeier findet heute nachmittag im Stötteritzer Wäldchen statt. Nähere Informationen dazu gibt es direkt über die Schwarzackerhotline.
In tiefer Trauer,
der Schwarzacker C, D, E, L, M, S, die ehemaligen A, S, T und alle Freunde.
Wenn Liebe eine Leiter wäre,
und Erinnerungen die Stufen,
würden wir hinaufsteigen
um Dich zu uns zurück zu holen.
Freitag, 13. Februar 2009
Unpässlichkeiten
Die 11 ist zur Zeit ja wirklich nicht zu beneiden. Nicht nur E. ist schwer geplagt (siehe: die letzten beiden Artikel), nein auch der Rest leidet an massiven Problemen. M. hat sich eine Art Borderline zugezogen, was man nicht nur am Abwaschbecken der Nachbarn erkennt und S. trägt seit Wochen ein Kleiderlauszucht mit sich herum. Die 5 hat sich aus diesen Gründen etwas zurückgezogen. S. werden immerhin noch Leihkleider durch das Fenster in den Quarantänebereich gereicht, mit M. wird einmal am Tag telefoniert um über seine Probleme zu reden, denn wir sind ja sozial. Es. Telefonnummer wurde uns bisher nicht ausgehändigt, S. befürchtet, unsere Anrufe würden sie zu sehr deprimieren, da wir ja gesund seien. S. und ihre Tierchen fahren nachher E. im Krankenhaus besuchen. Das wird ein Spaß für die Schwestern, die ab morgen die gesamte Krankenhauswäsche kochen und desinfizieren müssen! Aber wir wollen unseren Mund doch nicht zu weit aufreißen, immerhin hatte der 5er Fisch Eschaton gestern einen Herzinfarkt, ein Ereignis, was bestimmt bisher wenige Menschen beobachten durften. Damit ich keinen Ärger mit diversen Tierliebhabern bekomme, erzähle ich jetzt nicht davon, wie witzig das aussah, denn eigentlich sind wir alle sehr traurig darüber!
Samstag, 7. Februar 2009
Frühstücksprotokoll
Wir haben beschlossen heute erstmals live zu bloggen. Situation: Frühstück, Samstag, 9 Uhr in der 5. Anwesend: Die 5er-WG, S. (von den Nachbarn) und Sa. (von außerhalb). Sa. gibt an, unser Blog noch nie gelesen zu haben, trotzdem darf er jetzt live mitschreiben. Gerade streiten alle darüber, was man schreiben sollte: S. reißt mal wieder die Discounterdebatte an, da ihr Nutella aus dem Discounter stammt, L. stellt fest, dass von 7 Brotaufstrichen immerhin 3 bio sind. Sa. schlägt vor, ich solle die einzelnen Kommentare aufschreiben, aber die waren bis jetzt zu belanglos. Eben läuft die Debatte: Sollte Butter unter den Belag auf das Brötchen oder nicht? Wo ist der Fisch? Wollt ihr nicht Krebse züchten? Willst du noch mehr Wasser, mei Guter? D. lacht sich gerade tot darüber, dass er ein Buch gelesen hat, in dem eine Frau Stasi heißt. Er wundert sich, dass wir das nicht sooooooo lustig finden und meint, der Schwarzacker müsse noch an seinem Humor arbeiten. L. definiert Humor. Eine Diskussion über Humor kommt auf. D. erzählt einen Witz, den er zuerst nicht verstanden hat: "Jedensfalls, also, ähm, sitzen ein Mann und seine Frau sitzen am Abendbrottisch. Sacht die Frau zu ihrem Mann: "Wir hatten seit 3 Wochen keinen Sex." Sacht der Mann: "Du."" Niemand lacht. Sa. versteht den Witz auch nicht gleich. Heute abend wollen die meisten ins Theater gehen. Informatiker mögen kein Theater. Heidegger wird erklärt. Existenz. Sein und Zeit. Leipzig stark bewölkt, sagt der Radiosprecher. In Stötteritz ist das nicht so. Da Sein Zeit ist, ist es jetzt schon wieder viertel elf. Zeit hat keinen Sinn an sich. Da Zeit Sein ist, hat Sein auch keinen Sinn. Allerdings hat die Frage nach dem Sinn des Seins auch keinen Sinn. Mit diesen doch recht optimistischen Worten brechen wir erfrischt ins Wochenende auf.
Sonntag, 1. Februar 2009
Zu alt
Es ist 1 Uhr morgens. Die Nacht von Samstag zu Sonntag. Ja, es stimmt, viele junge Leute treiben sich um die Zeit noch in der Gegend herum. Ich nicht. Ich bin zu alt. Eigentlich wollten wir auf ein Konzert gehen, aber das wäre nach Plan erst 23 Uhr losgegangen, also wahrscheinlich eher 24 Uhr. So gegen 21:30 Uhr habe ich mit den Leuten telefoniert, die mich heute nachmittag noch unbedingt in diesen Club schleifen wollten. Sie hatten gerade begonnen einen Film zu schauen und irgendwie auch nicht mehr so Lust auf das Konzert. Mir war das Recht. Wir einigten uns darauf, dass wir zu alt seien, aber nächste Woche dann bestimmt...(als ob wir dann plötzlich wieder jünger wären!) Ich hab mich schließlich gegen 23:30 Uhr ins Bett gelegt und im Gedenken an alte Zeiten die Verfilmung eines meiner damaligen Lieblingscomputerspiele angeschaut. Max Payne. Was für ein Kerl! Aber irgendwie war er im Spiel männlicher und er sah auch besser aus. Aber er schießt ähnlich treffsicher wie ich damals, als ich seine Rolle eingenommen hatte. Ich sollte mal wieder Computerspielen. Obwohl, das macht man ab einem bestimmten Alter nicht mehr. Aber wer legt sowas fest? Wer sollte mir das vorschreiben? Ich werde dagegen rebellieren und jetzt in der Nacht von Samstag zu Sonntag um 1:19 Uhr eine Runde Solitär spielen. Oder das Minenspiel. Etwas anderes besitze ich leider nicht, aber es ist immerhin ein Anfang!
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