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Freitag, 18. Dezember 2009
Ein schöner Tag
...war das heute nicht gerade. Noch heute morgen freute ich mich, dass mein Unterricht sich auf die Betreuung einer Nachschreibearbeit beschränkte. Danach wollte ich mit dem Zug nach Jena fahren, die Weihnachtgeschenke zu Ende basteln, schlafen und dann zu einer Weihnachtsfeier gehen. Als ich allerdings auf dem Weg zum Bahnhof frohgelaunt das Lehrerzimmer betrat, um mein Gepäck zu holen, schwappte mir eine Welle der Betroffenheit entgegen. Unser Praktikant war mit einer bakteriellen Meningitis im Lehrerzimmer zusammengebrochen und nun sollten wir alle auf das Gesundheitsamt warten, das uns Penicillin brächte. Die nächsten fünf Stunden verbrachte ich daraufhin mich langweilend im Lehrerzimmer in einer Art Quarantäne bis endlich das lebensrettende Medikament gebracht wurde. Nebenbei erfuhr ich den neuesten Dorfklatsch über einen Mann, der gestern am Bahnhof von L., auf dem ich ja auch sehr viel Zeit verbringe, zusammengeschlagen wurde. Unsere WG in Jena wird neuerdings auch von Mitgliedern eines berühmt berüchtigten Rockerclubs bedroht wegen einer Sache, mit der wir gar nichts zu tun haben. Wenn diese allerdings erneut vorkommt werden sie uns einen Besuch abstatten, “und dazu brauchen [sie] keinen Schlüssel!” Der Advent ist doch jedes Jahr wieder eine besinnliche Zeit! Ich freue mich jetzt aber auf die Ferien. Morgen wird auf dem Schwarzacker ein Treffen (fast) aller ehemaliger und jetziger SchwarzackerianerInnen stattfinden. Zur Einstimmung höre ich unsere selbstaufgenommen CD “Weihnachten auf dem Schwarzacker”. Am schönsten ist doch immer wieder der Männerchor...
Freitag, 2. Januar 2009
Seinerzeit und jederzeit
Jahreszeiten haben ihren Reiz. In Äquatornähe spricht man nur von Regen- und Trockenzeit. Manche thüringischen Mittelgebirgsortschaften kennen nur die Unterscheidungen in Winter und strengen Winter. Die gemäßigte Klimazone ist da etwas differenzierter und bewegt sich im Vierschritt durch Frühling, Sommer, Herbst und, na ihr wisst schon.
Unsere Wohlstandsgesellschaft bringt jedoch noch weitaus komplexere Wetterepochensysteme hervor. Zurzeit befinden wir uns im Neujahrs-Glückwunsch-Rausch, dicht gefolgt vom Winterskiurlaubswahn und Faschings-Verkleidungshype. Schließlich kommen dann zeitgleich Osterhase und Kreuzigung - wer soll das aushalten? Weltfrauentag und Männertag inklusive Himmelfahrt werden vorsichtig ins erste Kalenderhalbjahr eingestreut. Wenn der Kindertag dann gefeiert wird, ist Pfingsten gerade vorbei und die Sommerferien sind nicht mehr weit. Da beginnt dann viel zu spät der Diätwahn. Die Urlaubsziele werden planmäßig erreicht und eine Debatte zur globalen Erwärmung begleitet uns durch das Sommerloch. Kaum sind die Ferien vorbei, werden die Zuckertüten von Halloween-Kürbissen und Reformationsbrötchen abgelöst. Gewiss lassen auch Weihnachtsmänner und Christkinder nicht mehr lange auf sich warten, sodass umfangreiche Grundlagen für die Diät im nächsten Jahr gelegt werden können. Als krönender Abschluss finden sich pünktlich im Ladenregal chinesische Tischfeuerwerke, polnische Böller und Raketen ein und das Spiel kann von vorne beginnen. Prosit Neujahr! Nicht zu vergessen, zu jedem beliebigen Anlass besteht die Gelegenheit, sich ein Gläschen zu genehmigen. Alkoholzeit ist heutzutage ein ganzjähriges Phänomen.
Unsere Wohlstandsgesellschaft bringt jedoch noch weitaus komplexere Wetterepochensysteme hervor. Zurzeit befinden wir uns im Neujahrs-Glückwunsch-Rausch, dicht gefolgt vom Winterskiurlaubswahn und Faschings-Verkleidungshype. Schließlich kommen dann zeitgleich Osterhase und Kreuzigung - wer soll das aushalten? Weltfrauentag und Männertag inklusive Himmelfahrt werden vorsichtig ins erste Kalenderhalbjahr eingestreut. Wenn der Kindertag dann gefeiert wird, ist Pfingsten gerade vorbei und die Sommerferien sind nicht mehr weit. Da beginnt dann viel zu spät der Diätwahn. Die Urlaubsziele werden planmäßig erreicht und eine Debatte zur globalen Erwärmung begleitet uns durch das Sommerloch. Kaum sind die Ferien vorbei, werden die Zuckertüten von Halloween-Kürbissen und Reformationsbrötchen abgelöst. Gewiss lassen auch Weihnachtsmänner und Christkinder nicht mehr lange auf sich warten, sodass umfangreiche Grundlagen für die Diät im nächsten Jahr gelegt werden können. Als krönender Abschluss finden sich pünktlich im Ladenregal chinesische Tischfeuerwerke, polnische Böller und Raketen ein und das Spiel kann von vorne beginnen. Prosit Neujahr! Nicht zu vergessen, zu jedem beliebigen Anlass besteht die Gelegenheit, sich ein Gläschen zu genehmigen. Alkoholzeit ist heutzutage ein ganzjähriges Phänomen.
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Oh du fröhlicher Schwarzacker!
Gestern war es wieder einmal soweit. Die jährliche Schwarzackerweihnachtsfeier fand statt, mit (Glüh-)Wein, Weib(-ern) und Gesang, und natürlich waren D. und nach langer Zeit auch wieder einmal M. anwesend. Es gab schöne und weniger schöne Geschenke: Wäschetrockner, Fotos, Take-That-CDs (echt mal, S.!), Filme, Schmuck und vor allem Bücher. Hier ein Zitat aus einem Buch, das ich bekommen habe: “Wer Du spricht, hat kein Etwas zum Gegenstand. Denn wo Etwas ist, ist anderes Etwas, jedes Es grenzt an andere Es, Es ist nur dadurch, daß es an andere grenzt. Wo aber Du gesprochen wird, ist kein Etwas. Du grenzt nicht. Wer du spricht, hat kein Etwas, hat nichts. Aber er steht in der Beziehung.” Ich denke, wir werden in Zukunft öfter davon hören. Nach der Bescherung und unseren nahezu perfekten 4-stimmigen Weihnachtsgesängen, machten wir uns auf den Weg zum Eckchinesen. Zum Glück hatten wir das Restaurant um diese Zeit für uns allein. Zwischen Ente und Kokosmilch erzählte M. von der dicken Prinzessin, die an seinem Praktikumsplatz weilte, D. flirtete mit der Bedienung, während L. versuchte, den Ladenbesitzer zu überzeugen, ihr den dicken Buddha im Eingangsbereich zu verkaufen. S. versuchte ihren scharfen Salat an den Mann zu bringen, E. fragte sich, warum es im chinesischen Restaurant nur überbackene Früchte gäbe, die sie nicht mochte, einzig ich benahm mich einigermaßen ordentlich. Später am Abend gingen wir den langen Weg heim, nicht ohne uns einen Film mit einem alkoholkranken Auftragskiller zu leihen und diesen bis in die frühen Morgenstunden zusammen mit weiterem Glühwein zu uns zu nehmen.
Vorhin, als ich nach Hause kam, klopfte ich an das Zimmer meiner Mitbewohnerin, in welchem Licht brannte, sie aber augenscheinlich nicht da war. Ich öffnete die Tür und hatte eine interessante Begegnung mit einer langhaarigen, weißen, jungen Katze, die es hier sonst so nicht gibt. Inzwischen wurde das Rätsel um das Tier gelöst, doch dazu später mehr. Guten Abend!
Vorhin, als ich nach Hause kam, klopfte ich an das Zimmer meiner Mitbewohnerin, in welchem Licht brannte, sie aber augenscheinlich nicht da war. Ich öffnete die Tür und hatte eine interessante Begegnung mit einer langhaarigen, weißen, jungen Katze, die es hier sonst so nicht gibt. Inzwischen wurde das Rätsel um das Tier gelöst, doch dazu später mehr. Guten Abend!
Dienstag, 9. Dezember 2008
Post aus der Heimat.
Ich weiß, ich sollte lernen. Aber ich habe soeben ein Paket bekommen und dieses seltene Ereignis muss ich euch nun mitteilen. Jawohl, mit leichter Verspätung gibt es nun doch noch Stollen auf dem Schwarzacker, eigens angefertigt von meiner Mutter. Auch Kekse sind dabei und so lauter Dinge, die ich brauchen kann. Wie immer ist keine Karte zu finden. Zum Glück wurde aber der Karton benutzt, in dem das Küchengeschirr gekauft wurde, na ja und der Inhalt ist doch auch unverkennbar. Ich freu mich wirklich, immerhin gab's für M heute nur einen Brief von der LVZ (ob das wohl ein Abo als Weihnachtsgeschenk für uns ist?) Nun, ich werde wohl mal die Mutter anrufen, um mich zu bedanken und bei der Gelegenheit zu fragen, was sie davon hält, sich für schlappe 300€ gegen Hep A und B impfen zu lassen. Welch ein Tag...
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Besinnliches zur Adventszeit
Wir erleben zur Zeit den wohl gestresstestesten Adventsschwarzacker aller Zeiten. Statt lustiger CD-Aufnahmen, gemütlicher Glühweinzusammenkünfte oder gemeinsamem Plätzchenbacken vertiefen wir uns in Bücher über das französische Schulsystem, Kohelet und die italienische Malerei des Manierismus. E. musste sogar ihre Erleuchtung für eine gewisse Zeit auf Eis legen, da diese sich nicht mit ihren Prüfungsvorbereitungen verträgt, wie sie mir heute morgen in der Straßenbahn berichtete. D. schwitzt über seiner Diplomarbeit und versucht in seiner freien Zeit, vermeintliche Viren von meinem Rechner zu entfernen. Aber wenigstens nimmt er sich jeden Tag einen Augenblick, um über die LVZ-Witze zu lachen. Ich würde mich freuen, endlich mal wieder meine Univeranstaltungen besuchen zu können, rein zur Entspannung (wer hätte das gedacht). An Geschenke gar nicht zu denken. Oder mal ein Besuch der adventlichen Heimat. Einzig L. steht in der Küche und bäckt mit einer eigenartigen Substanz, die sich Hirschhornsalz nennt und einen wahnsinnigen Gestank nach Gülle über die ganze Wohnung verbreitet. Es erinnert mich irgendwie an den Geruch, der damals entstand, als ich mir versuchte meine Haare zu bleichen. Ein Geruch von Jugend, Erinnerung an vergangene Zeiten... (obwohl, es roch immerhin nach Gülle..., hm).Wir tranken Glühwein, feierten, stachen Plätzchen aus...
PS: S., du hast deine Handschuhe hier liegenlassen.
PS: S., du hast deine Handschuhe hier liegenlassen.
Freitag, 28. November 2008
Beim Zahnarzt
Irgendwie beschlich mich heute das Gefühl, dass mein Zahnarzt mich nicht einlädt, weil er, rein menschlich gesehen, so große Stücke auf mich hält, sondern nur meiner Zähne wegen. Ein bisschen enttäuscht bin ich darüber schon. Trotzdem habe ich ihm ein Zahninlett für sage und schreibe 500 Euro abgekauft, in der Hoffnung, wir könnten über die Zähne hinaus doch noch Freunde werden. Zumindest werde ich jetzt privatpatientenmäßig behandelt und habe innerhalb der nächsten zwei Wochen vier Termine bekommen. Das sind nun die einzigen Termine, die ich neben meinen Prüfungen wahrnehmen werde, quasi als Entspannung. Seit mein Zahnarzt seine Assistenzärztin gefeuert hat, fühle ich mich als Patient auch wieder ernst genommen. Fr. K. schob zwischen den einzelnen Teilen der Behandlung regelmäßig Werbeblöcke ein, so dass man das Gefühl hatte, auf einer Tupperparty für Zahnpflege- und -ersatzprodukte gelandet zu sein. Ihre Verkaufsstrategie bestand weiterhin darin, den Patienten Mäuschen zu nennen und ihm während der Behandlung ständig im Gesicht herumzustreicheln. Und nun bekomme ich ganz ohne Werbung dieses günstige Stück Backenzahn. Mein Vater schenkt es mir zu Weihnachten (Ich möchte mich an dieser Stelle ganz offiziell dafür bedanken!). Ich sehe uns schon unterm Christbaum sitzen, alle packen ihre Geschenke aus und ich halte einen kleinen Handspiegel in der Hand und bewundere meinen schönen Zahn. Frohe Weihnachten!
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