Montag, 14. September 2009
Provinz
Dienstag, 7. April 2009
Schwarzackerdiplomfeier
Dienstag, 23. Dezember 2008
Mein neues Kleid
Samstag, 4. Oktober 2008
Unter Schwestern
Dienstag, 23. September 2008
Zyklusberechnung: Tag 18 - und weiter?
Zyklen bestimmen auch das Leben in einer gemischt-geschlechtlichen WG. Einen wichtigen Zyklus gibt zum Beispiel der Putzplan vor. Geputzt wird bei uns immer an einem Tag zwischen Donnerstag und Dienstag. Schieben ist auch mal ausnahmsweise erlaubt, wenn einstimmig entschieden wird. Die Kärtchen für Küche/Bad/Flur wandern im Wochenrhythmus von S. zu E. zu M. und wieder zu S. Das Erinnerungs-Kärtchen für die Leerung des Staubsaugerbehälters verschwindet regelmäßig in selbigem. Die Bedienungsanleitung hat Dr. B. geklaut. Das Kärtchen für die Treppenhausreinigung ist nur noch ein Relikt aus alten Tagen - das machen jetzt externe niedriglohnempfangende Gebäudemanager.
Interessant ist, dass jede der drei WG-internen Putzen völlig ohne fremde Anleitung auch mehrere Nischenaufgaben für sich entdeckt hat: S. putzt als Einzige den Badspiegel streifenfrei und sichert zuverlässig das Überleben der Balkonpflanzen. E. zeigt sich alleinverantwortlich für die Entkrümelung des Toasters und das regelmäßige Spülen der Herdknöpfe. M. ist exklusiver Papiermüll-entsorger und Geschirrtrockner. Wir sind organisiert. Wir arbeiten gabenorientiert.
Ein weiterer lebensstrukturierender Zyklus ist M.s Körperpflege. Einmal wöchentlich schließt er sich bei Kerzenschein mit Pearl Jam in sein gefliestes Heiligtum ein. Das rhythmische Quietschen des Auf-und-Zu-und-Auf-und-Zu des Wasserhahns zeigt zuverlässig den Wochentag an. Es ist Donnerstag - es ist Rasiertag.
Neuerdings ist mittwochs Vierzig-Grad-Schlüpfer-Waschtag. Auch die gute Candy arbeitet in Zyklen, denn M. besitzt nach eigenen Angaben nur siebzehn Schlüpfer und wenn er zum Beispiel am Sonntag für vierzehn Tage in ein Land ohne Waschmaschinen verreisen wollte, müssten mittwochs alle verfügbaren Unterhosen gewaschen werden, damit sie rechtzeitig trocknen könnten. Denn Donnerstag plus Freitag plus Samstag ist gleich drei. Vierzehn braucht er im Urlaub. Macht zusammen siebzehn. Ich frage mich, ob er am Waschtag-Mittwoch keine anzieht oder ob er sich verrechnet hat. Und wenn er wiederkommt, sollten die drei Daheimgebliebenen frisch gewaschen im Schrank liegen, damit das saubere Leben im Schritt nahtlos weitergehen kann?
Samstag, 20. September 2008
Dem Kasper seine Frau...
Freitag, 29. August 2008
“Wir freuen uns glücklich!”
Sonntag, 17. August 2008
Sommerkollektion Vol. I
Die Männer, die wir hier bisher einziehen ließen, sollten von der Sorte „maximal gehorsam, minimal attraktiv und minimal für-Beziehung-in-Frage-kommend“ sein. Bei Gehorsam und Attraktivität haben wir zugegebenermaßen Kompromisse gemacht. Sie sind zuweilen widerspenstig, beherrschen Ironie und Sarkasmus und sehen, hinsichtlich dessen, was wir bisher zu sehen bekamen auch nicht ganz schlecht aus. In Beziehungsfragen haben wir jedoch ein gutes Gespür bewiesen. Schließlich wollen wir in Frieden leben und nicht ständig darüber nachdenken müssen, in welchem Fummel wir den Flur oder den Bürgersteig zwischen 5 und 11 – den wahren Schwarzackerlaufsteg – betreten. Womit wir beim Thema wären: Mode und Modesünden in unseren Reihen.
S. hat ihr WG-Outfit perfektioniert – Schlabberpulli mit großflächigen Löchern durch die das bakterienverseuchte Blüschen hervor lugt. Dazu das Röckchen mit Blumenmuster – schnell nochmal getragen, bevor es in die Wäsche muss und untenherum breitgetretene Bioschlappen. E. kann da locker mithalten: Schafwollsöckchen von Oma passen geradeso in die auf dem Laminat laut klappernden Holzschuhe – echt öko. Über den Stützstrumpf sieht man großzügig hinweg. Irgendein Rock mit irgendeinem Oberteil runden die Frau nach oben ab. C. fällt mit frivolen Farbkreis-und Muster-Kombinationen aus dem Rahmen. Sie besitzt jedoch zu wirklich jedem Trägerkleidchen die passenden Ohrringe, Riemchensandalen und Gürtelchen. Auf dem Schwarzacker ist sie die Einzige, die Kleidungsstücke erst nach fünf Tagen wechseln muss. Neid! L. wiederum feilt noch an Stil und Figur mit Hilfe von Kohlsuppen und Rohkost. Ex-Schwarzackersiedlerin A. war kürzlich für wenige Stunden auf der Durchreise, da sie in der Gegend zu einer Hochzeit geladen war. Für welches Festgewand sich A. schließlich nach Beratung entschied, warum in E.s zimmer weder Frau noch Mann wohnen und was es zu „unseren Männern“ noch zu sagen gibt. Mehr dazu beim nächsten Mal.