Mittwoch, 11. März 2009
Amok
P.S.: Wenn wir einem von euch helfen können, schreibt uns.
Dienstag, 24. Februar 2009
Hilfe, ich werde diskriminiert!
Freitag, 13. Februar 2009
Zusatzqualifikationen
Dienstag, 30. September 2008
Münchhausen zum Monatsabschluss
Es ist ruhig geworden auf dem Schwarzacker. D. ist seit Wochen nicht auffindbar. Er pflegt vermutlich seinen nationalen Freundeskreis. L. und M. haben am Wochenende beide den Abflug in die jeweilige Heimat ihrer Importliebschaften gemacht.
M. friert sich im Baltikum den Arsch ab, aber er hat wenigstens den "Schlüpfer für gut" mitgenommen - wir haben seinen Schrank danach durchsucht. L. weilt auf Malle, wo sie ihren argentinischen Kellner genauer unter die Lupe nehmen will. Sie hat hoffentlich genug "Unterwäsche für gut" eingepackt.
Ich gebe mich als Drittel der Zurückgebliebenen After-Studium-Phantasien hin. Nicht einmal ein weiteres Tanz-Date hat sich ergeben und die meisten meiner Pärchenfreunde haben die Semesterpause genutzt, um zu heiraten oder zumindest Pärchenwohngemeinschaften zu gründen. Wieder ein paar Leute weniger, die man spontan auf ein Bier treffen kann. Der Kreis wird immer kleiner.
In der Not widmen wir uns nun ausnahmsweise der Betrachtung unserer eigenen Abgründe. Zu diesem Zweck hat "Name geändert" einen Urologen konsultiert, der sie prompt zu einer ballaststofffreien Diät zwingen wollte. "Name auch geändert" nahm einen Termin beim Psychologen wahr und sollte sich dringend um einen Therapieplatz für 180 Stunden Psychoanalyse bemühen. Mir scheint, wo ein Arzt, da auch eine Diagnose.
Doch noch bevor es zur Sache ging, hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. Nach Rücksprache mit den üblichen Verdächtigen hat "Name auch geändert" beruhigt feststellen können, dass sie Otto-Normal-Abgründe hat. Ebenso stellen die Standard-Verdauungsstörungen von "Name geändert" keinen Grund zur Beunruhigung dar.
Letztlich buhlen wir alle nur um ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Und die haben wir punktuell auch bekommen. Münchhausen eben.
Dienstag, 23. September 2008
Zyklusberechnung: Tag 18 - und weiter?
Zyklen bestimmen auch das Leben in einer gemischt-geschlechtlichen WG. Einen wichtigen Zyklus gibt zum Beispiel der Putzplan vor. Geputzt wird bei uns immer an einem Tag zwischen Donnerstag und Dienstag. Schieben ist auch mal ausnahmsweise erlaubt, wenn einstimmig entschieden wird. Die Kärtchen für Küche/Bad/Flur wandern im Wochenrhythmus von S. zu E. zu M. und wieder zu S. Das Erinnerungs-Kärtchen für die Leerung des Staubsaugerbehälters verschwindet regelmäßig in selbigem. Die Bedienungsanleitung hat Dr. B. geklaut. Das Kärtchen für die Treppenhausreinigung ist nur noch ein Relikt aus alten Tagen - das machen jetzt externe niedriglohnempfangende Gebäudemanager.
Interessant ist, dass jede der drei WG-internen Putzen völlig ohne fremde Anleitung auch mehrere Nischenaufgaben für sich entdeckt hat: S. putzt als Einzige den Badspiegel streifenfrei und sichert zuverlässig das Überleben der Balkonpflanzen. E. zeigt sich alleinverantwortlich für die Entkrümelung des Toasters und das regelmäßige Spülen der Herdknöpfe. M. ist exklusiver Papiermüll-entsorger und Geschirrtrockner. Wir sind organisiert. Wir arbeiten gabenorientiert.
Ein weiterer lebensstrukturierender Zyklus ist M.s Körperpflege. Einmal wöchentlich schließt er sich bei Kerzenschein mit Pearl Jam in sein gefliestes Heiligtum ein. Das rhythmische Quietschen des Auf-und-Zu-und-Auf-und-Zu des Wasserhahns zeigt zuverlässig den Wochentag an. Es ist Donnerstag - es ist Rasiertag.
Neuerdings ist mittwochs Vierzig-Grad-Schlüpfer-Waschtag. Auch die gute Candy arbeitet in Zyklen, denn M. besitzt nach eigenen Angaben nur siebzehn Schlüpfer und wenn er zum Beispiel am Sonntag für vierzehn Tage in ein Land ohne Waschmaschinen verreisen wollte, müssten mittwochs alle verfügbaren Unterhosen gewaschen werden, damit sie rechtzeitig trocknen könnten. Denn Donnerstag plus Freitag plus Samstag ist gleich drei. Vierzehn braucht er im Urlaub. Macht zusammen siebzehn. Ich frage mich, ob er am Waschtag-Mittwoch keine anzieht oder ob er sich verrechnet hat. Und wenn er wiederkommt, sollten die drei Daheimgebliebenen frisch gewaschen im Schrank liegen, damit das saubere Leben im Schritt nahtlos weitergehen kann?
Samstag, 20. September 2008
Dem Kasper seine Frau...
Dienstag, 16. September 2008
Dr. B. log
Wie dem auch sei, das Lügenthema wurde von C. (auch Dr. B.) offensichtlich in derart brillanter Weise fortgesetzt, dass wir regelrecht in Fanpost unterzugehen drohten. Überwältigend war die Zahl der an Namen und Zahlen Interessierten. "Ich hab da in eurem Blog gelesen... wer von euch ist schwanger?"
Entspannt euch! Nichtmal Eva Longoria ist schwanger und die hat immerhin nen Ehemann (im Gegensatz zu jeder von uns) und sichtbar zugenommen (was keiner von uns passieren kann). Dr. B. log. Morgen wird sie in Kunstgeschichte geprüft. Die Probe hat sie schon bestanden.
Freitag, 29. August 2008
„Sie hat sich die Finger blutig gelesen.“
Seit gestern gibt es wieder Popstars. Diesmal „just 4 girls“. Sicher hat Sido das verbrochen, weil er was gegen mindestens 10% der Männer hat. So richtig sauschlecht war leider keine der Bewerberinnen, was wir sehr schade fanden. Dies wiederum hat zweifellos der Kinderschutzbund verbrochen, indem er eine Vorauswahl traf. Es wurde ja häufig moniert, zu viel Kritik ins Gesicht und vor laufender Kamera könne ein so junges Leben für immer zerstören. So einen Fall müsste House mal bekommen. Er würde nie darauf kommen, was die Kleine hat. Bevor es in Staffel 43 soweit ist, befasse ich mich mit Selbstdiagnosen: Mein Hormonhaushalt ist in letzter Zeit regelrecht aus den Fugen geraten. Das bringt mich zu der Frage, wie meine Hypophyse die häufig wechselnden visuellen Stimuli verkraftet? Ich bin fest davon überzeugt, dass Greg ganz andere Hirnregionen reizt als Detlef, von einem Waschbrettbauch ganz zu schweigen. Sicher wären die Auswirkungen auf einem MRT sichtbar. Aber wann bekommt man da schon mal einen Termin? Ich bin besorgt. Ein Ganzkörperscan würde mich beruhigen.
Ich fürchte so langsam konvergiert meine Medienkost zu einem dicken krustigen Klumpen unverdaulicher Substanzen. Hab ich mir jetzt die Augen wund geschaut, oder etwa die Finger blutig gelesen, wie es Legasthenie-Anja Sido versprochen hat, damit sie „drin bleiben“ darf? Wie lautet Ihre Diagnose, Dr. B.? Oder sind sie mal wieder mit Dr. V. einer Meinung, weil sie mit ihr ins Bett gehen?
Donnerstag, 21. August 2008
Endlich eine neue Umfrage hier.
Da ich ab und zu doch etwas für meine Prüfungen tue, weiß ich auch, warum das so ist: parasoziale Beziehungen. Das sind - für alle Nicht-(Hobby)-Psychologen oder Psychologienebenfächler - die "Beziehungen", die wir zu unseren LieblingsfernsehheldInnen haben. Laut einschlägigen Psychologiebüchern eignen sich besonders Figuren aus Serien. Ohne dass man sich viel Mühe geben muss funktionieren diese Beziehungen nämlich bestens, im Gegensatz zu realen Freundschaften, für die man aktiv zuhören muss, neben wechselseitigen Besuchen, endlosen Telefonaten, verzweifelt in letzter Sekunde gefundenen und dennoch unpassenden Geburtstagsgeschenken etc.
Auf dem Schwarzacker gibt es einige Mitglieder, die ihre parasozialen Beziehungen gerade wieder intensiver pflegen als die "normal-sozialen". Für Außenstehende ist das manchmal schwierig, da fiktive Figuren ständig in den Alltag eingebaut werden, diese aber nicht zwingend allen bekannt sind. Wir lernen nun aber sehr gern von unseren HeldInnen und zitieren sie daher ständig (siehe auch diverse Kommentare). Sarkasmus, Zynismus, Selbstbewusstsein, Autorität: sowas kommt gut an auf dem Schwarzacker. Das muss aber niemanden beunruhigen. Wir können noch zwischen Fakt und Fiktion unterscheiden. Meistens jedenfalls.
Dass die Abstimmung bei mir nicht funktioniert, könnte daran liegen, dass ich zwar so manchen Charakterzug meiner parasozialen Bezugspersonen bewundere, ihn aber weder habe, noch ihn im wirklichen Leben tatsächlich haben will, zumindest nicht in solchen Ausmaßen. (Oder?)
Jedenfalls scheinen wir so schnell von Lektüreschäden doch nicht wegzukommen.
PS: Und ja: ich schreibe gern längere Artikel!!!
Samstag, 19. Juli 2008
„Warum liegt hier eigentlich Stroh?“
Freitag, 4. Juli 2008
Männer sind Spielzeug

Ein harmonisches Phlegma hat sich seit einigen Monaten auf dem Schwarzacker breit gemacht. Mein Neuner und meine Neunerin sind mittelmäßig erziehbar und weitgehend friedfertig. Wir leben beschaulich ruhig.
Doch es ist nicht einmal zwei Jahre her, da wohnten hier vorübergehend zwei exzessiv und verschwenderisch lebende Untermieter (m/w) mit nach eigenen Aussagen schweren psychischen Störungen des Männchens (sieben plus vier, ausgerechnet Trost- und Stresspunkte meiner Wenigkeit).
Eines Morgens machte ich im Bad eine grausige Entdeckung. Ein Button lag im Spiegelschrank - eingeklemmt zwischen seiner Zahnbürste und ihren verbogenen Haarklammern. (Haarklammern und Zahnbürsten dürfen in der Weltordnung einer Eins übrigens keinesfalls nahe beieinander aufbewahrt werden. Aber das steht in einem anderen Buch.) Der Button lag mit dem Gesicht nach oben auf Augenhöhe, so, dass ich nicht umhin kam, ihn zu lesen.
Nun ist Buttonlektüre im Allgemeinen ein Nischeninteresse. Fünf Minuten Fahrzeit, Stehplatz in der Bahn, keine Hände frei für die Zeitung - da kann man schonmal für ein paar Sekunden fremder Menschen buttonübersäte Armee-Rucksäcke studieren. Doch schon nach dem dritten Motiv wende ich mich gelangweilt ab. Immer dasselbe: Nirvana, Hanf und Anarchie.
An jenem Morgen war die Buttonlektüre nicht weniger ernüchternd:„Boys are toys!“ stand da weiß auf schwarz. „Männer sind Spielzeug!“ Nun, die enneagrammatische Eins erlaubt sich normalerweise keine Spielchen. Jeder Tag ist der Ernst des Lebens ein bisschen ernster zu nehmen. Ein tägliches Mindestmaß an To-Do-Punkten hatte sich auch der mitwohnende Parasit, Verzeihung Patient, notiert: Für den seltenen Fall, dass er noch vor Anbruch der Abenddämmerung erwachen sollte, stand da: „Baden – Frühstücken – aufstehen – Solarium – Therapie – Shoppen – Sexy sein“ in genau dieser Reihenfolge. Lange hat es ab dieser Entdeckung nicht mehr gedauert, bis die Neuner zu mir kamen.
Mittwoch, 2. Juli 2008
„Neun plus neun plus eins gleich elf“
Wenn man nicht aufpasst, redet man nach der Lektüre eines gewissen Buches nur noch in Zahlen (ein echter Lektüreschaden). Manche können nicht mitreden, weil sie es nicht gelesen haben. Manche reden mit, obwohl sie es nicht gelesen haben. Andere können gar nicht mehr aufhören, davon zu reden, seitdem sie es gelesen haben.
Freitag, 27. Juni 2008
„Na, was soll ich denn machen?“
Warum unterhältst du dich denn überhaupt so lang mit ihm, wenn du ihn eigentlich nicht leiden kannst? - Na, was soll ich denn machen? Warum mischst du dich da überhaupt ein? - Na, was soll ich denn machen? Warum lässt du den denn hier schlafen? - Na, was soll ich denn machen? Warum gehst du denn nicht in die Bibliothek statt dich in den Park zu setzen? - Na, was soll ich denn machen, wenn ich gefragt werde? Warum stehst du nicht einfach mal früher auf? - Na, was soll ich denn machen, wenn ich müde bin? Warum gehst du nicht einfach mal früher ins Bett, statt bis um vier Uhr morgens Wasserpfeife zu rauchen? - Na, was soll ich denn machen, die sind doch sonst alleine? Warum isst du nicht einfach mal weniger Schokolade? - Na, was soll ich denn machen, wenn ich nichts anderes eingekauft habe? Warum musst du immer so viel trinken, wenn du es hinterher doch bereust? - Na, was soll ich denn machen, wenn alle trinken? Warum rauchst du denn immer mit? - Na, was soll ich denn machen? Warum hast du denn diese komischen Ohrringe dran? Na, was soll ich denn machen, wenn ich die von meiner Mutter geschenkt bekommen habe?
Es ist eine Art Entschuldigung. Fast ein bisschen verzweifelt. Sie kann ja nichts dafür, dass sie sich Sorgen macht um die anderen. Das pure Mitleid. Sie kann nichts dafür. Sie kann den Gedanken nicht ertragen, die anderen allein zu lassen. Sie hat Angst, sie könnte etwas verpassen. Und außerdem ist es schrecklich, allein zu sein, deshalb muss man jede Gelegenheit nutzen.
Sie kann eben nicht anders. Was ist schon Vernunft? Man muss ja Prioritäten setzen im Leben. Und die Priorität ist eben nicht immer die Vernunft. Und Rationalität entspricht auch selten dem realen Leben. Also, was soll man da machen?