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Dienstag, 1. März 2011

Kunst für Anfänger

Nach langer Zeit öffnete ich heute mal wieder unser Blog. Nicht, dass ich damit rechnete, dass jemand gebloggt hätte, nein, es war eher eine Art Ablenkungsmanöver vom Ernst des Lebens. Der naht mit großen Schritten und in Form eines zweiten Staatsexamens. Da dieses mir keine Zeit für einen aktuellen Artikel gibt, habe ich einen vor einigen Monaten entworfenen Artikel ausgesucht, den ich nun hier veröffentliche.
Und wieder mal ist es ein Artikel über die Schule. Und wieder sind es die SchülerInnen und ihre perfekten Antworten, über die ich blogge. Thema ist diesmal ein Grundwissenstest in Klasse 10. Als Primärfarben werden da Rot, Blau und Grün benannt. Denen werden die Komplementärfarben Grün, Orange und Rot zugeordnet. Auch Schwarz und Weiß sind im Angebot. Natürlich kennt man Künstler vor 1900. Als typische Vertreter dieser Zeit werden Kandinsky, Hundertwasser, Max Ernst und Picasso genannt. “Michell Angelo” kennt man aber auch. Nach 1900 haben eigentlich nur Dürer und Bob Ross gearbeitet. Mit ähnlichem Niveau und Erfolg. Wahrscheinlich heißen die Epochen ihrer Arbeit "Barrock" und "Renesance". Beliebtester Künstler ist Leonardo da Vinci, denn er hat die “Mona Lisa gemalt u. sich das Ohr abgeschnitten”. Auf etwa gleicher Stufe steht Frank Elzner, der scheinbar “tolle Drachenbilder mit vielen Details” herstellt. Da kann man selbst noch viel lernen. Die einzige bekannte Drucktechnik neben “Plexiglas” und der “Kalknadelradierung” ist der Kartoffeldruck. Auch die eigenen Kunstdefinitionen sind interessant. “Kunst ist alles was mit Farbe zusammenhängt.” Kunst bedeutet “viel zeichnen, creativ arbeiten...” “Kunst ist das was entsteht, wenn man träumt.” Da muss noch viel getan werden.

Dienstag, 11. Mai 2010

Rheinseiten und Ansichten

Am vergangenen Samstag verschlug es mich aus dem sonnigen Aachen für einen Tag nach Krefeld – nein, das ist nicht das Ruhrgebiet. Dazu liegt es auf der falschen, nämlich linken Seite des Rheins. Ich lerne täglich hinzu. Hier darf man nämlich auch kein Kölsch bestellen. Nicht dass mir das in den Sinn gekommen wäre. Mir fehlt doch das fränkische Bier.
Zugegeben, es ist ein bisschen gemein, mit vergleichsweise akzentarmem Deutsch NRW zu infiltrieren. Im Rahmen meiner Undercoveraktion komme ich in den Genuss einer Lehrstunde über mecklenburgische Straßenverhältnisse erteilt von Menschen, die von mir nur wissen, dass ich mal sieben Jahre in Leipzig studiert habe. Hierzulande weiß man jedenfalls mit Sicherheit: „Die Autobahnen im Osten sind jetzt ganz nagelneu und ausgebaut und auch die innerstädtischen Straßen vor allem nördlich von Berlin wurden ja runderneuert.“ – „Alles blitzt und glänzt in Brandenburg.“ Und weil es im Ruhrgebiet den Menschen so schlecht geht und die Pötter längst nicht so sehr glitzern wie die Menschen in den Ostgebieten, sei es doch an der Zeit, den Benachteiligten immerhin nach über zwanzig Jahren die Zahlung des Soli-Beitrages zu erlassen. Die Verhältnisse hätten sich schließlich längst umgekehrt. Auf Nachfrage, wann denn die Ostgebiete zuletzt bereist wurden, folgt nachdenkliches Stirnrunzeln: „Hm, naja, also in Ostberlin waren wir mal in den Achtzigern, aber Berlin hat ja seit der Wende auch seinen Charme zunehmend verloren, nicht wahr?“
Hach, wie gut, dass aus Ostperspektive die Pottgrenzen in Helmstedt gezogen werden. Auch gut, dass die SPD nun Gelegenheit bekommt ihre Konzepte in der Bildungspolitik voranzutreiben. Da gehören Geographie und Sozialkunde hoffentlich auch ganztägig zum Programm. Wenn die Linke schließlich noch Teil der Regierungskoalition wird, dann gibt’s bestimmt ein bissl Aufklärung über „original sozialen“ ostdeutschen Glamour gratis. Ich war übrigens am Sonntag nicht wahlberechtigt, weil ich mich weigerte, im Einbürgerungstest NRW Stellung zu meinem Kopftuch zu nehmen. Aber es gibt Hoffnung, es glitzert, es dämmert.

Mittwoch, 16. September 2009

Geht Karlo zum Schamanen?

Seit heute darf man nun vom endgültigen Tod des Schwarzackers sprechen. Klingelschilder werden neu geschrieben. S. hat sich achselzuckend mit einem feuchten Händedruck verabschiedet und sich eingeredet, dass ja eigentlich gar nichts anders wird, sie sei ja auch bei facebook, oder so. C. ist eh dauernd zu Besuch und wirft argwöhnische Blicke auf ihre Hinterlassenschaften.
Ich flüchte in meine Magisterarbeit und damit in den Mikrokosmos des altehrwürdigen Lesesaals der Deutschen Nationalbibliothek zu Leipzig. Von den schweren Eichentischen sprach ich bereits, an die ich beinahe mein Notebook für immer und ewig festgekettet hätte. Neben dem Mobiliar gibt es immer wieder auch Besucher, die es wert sind, dass man über sie ein Wort verliert: Insbesondere die Pärchen haben meine ungeteilte Aufmerksamkeit, sofern sie einen Tisch in meinem Blickfeld besetzen.
Ein Pärchen, wahrscheinlich beide Tiermedizin studierend, schrieb am gemeinsamen Blog (www.karlos-welt.de). Ich hatte trotz meiner Kurzsichtigkeit den Blogtitel über seine Schulter hinweg erspähen können und wurde hinter seinem Rücken zur heimlichen Blogleserin – live und in Farbe. Thema: Der hauseigene Kater schießt aus Katerperspektive Fotos und kommentiert diese in Katermanier, leider sehr lieblos, was Rechtschreibung und Grammatik angeht und wirklich nicht mein Humor.
Ein weiteres Pärchen erregte über mehrere Wochen meine Aufmerksamkeit. Die lebhaften Hände der beiden ließen vom Schoß des jeweils anderen unterm Tisch nur selten ab. Die Frau prägte zudem die Atmosphäre mit ihrem intensiven, beißenden Körpergeruch, der ihr schon morgens gegen neun Uhr anhaftete. Der pheromongedopte Typ machte es sich zu allem Übel zur Gewohnheit, immer dann, wenn sie sich gerade ein Buch holte oder zur Toilette ging, seinen Wordtext-Bildschirminhalt gegen billige Pornobildchen zu tauschen, um gerade rechtzeitig zu ihrer Rückkehr wieder „am Text zu arbeiten“. An drei verschiedenen Tagen wiederholte sich dieses Schauspiel, sodass ich von einer gewissen Regelmäßigkeit ausgehe und meinen Platz seither sehr sorgfältig in weiter Ferne derselben wähle.
Ein dritter Banknachbar beglückte mich in dieser Woche mit einer äußerst aufschlussreichen Buchauswahl, die ich hier mal kommentarlos und gewohnt vorurteilsfrei visualisiere.

Montag, 24. August 2009

Gesucht: Muslimische Jungfrau aus Deutschland.

Zugfahren beschert mir hin und wieder einzigartige Einblicke in die Untiefen unserer multikulturellen Gesellschaft. Von der GamesCom in Köln fuhre ich gestern nach Aachen, eine Stunde RE1 am Nachmittag, dürftig klimatisiert, vollbesetzt.
Schon als ich mich für meinen Sitzplatz entscheide, fällt mir ein dünner, braungebrannter Mann auf, der ein zart rosa Hemd trägt. Er beobachtet mich mit einem starren Blick, wie ich durch den Gang stolpere und mich schließlich zwei Reihen vor ihn setze. Während der folgenden Stunde darf ich dem gut verständlichen Zuggespräch zwischen ihm und seiner zufälligen Zugbekanntschaft, einem 23-jährigen Studenten aus Köln beiwohnen. Beide haben sich soeben als Iraner bekanntgemacht und nutzen den angenehmen Zufall des deckungsgleichen Migrationshintergrunds zu einem Schwätzchen auf Deutsch. Den rosa Mann, den ich auf mindestens Mitte dreißig schätze, nenne ich Haschem. Zu dem muskulösen, gepflegten Studenten, der ein wesentlich besseres Deutsch spricht, passt der Name Ali. Ali ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Sehr zur Verwunderung Haschems ist er jedoch mit seinen 23 Jahren weder verheiratet, noch Vater vieler Kinder. Ali ist überzeugt: Seine Traumfrau muss zwar auch in Deutschland aufgewachsen sein, jedoch eine fromme Muslima und auf jeden Fall Jungfrau. Haschem pflichtet ihm bei und meint, er habe seine Frau im Iran gekauft. 31.000 Euro habe ihn das gekostet, mit der Hochzeit insgesamt 70.000. Ali hat sicher noch nicht so viel gespart. Haschem predigt eindringlich: "Jungfrau muss sein. Hörst du?! Das ist das Allerwichtigste. Und wenn sich dann nach der Hochzeit herausstellt, dass sie nicht Jungfrau war, Vater muss zweimal Brautpreis bezahlen." Ali nickt: "Es ist aber auch sehr schwer hier in Deutschland eine gute Frau zu finden. Die sind alle so beeinflusst durch die Medien, das Fernsehen und so weiter. Und außerdem: Wenn eine Frau schon mehrere Beziehung hatte, dann kann sie den Mann besser einschätzen, dann hat sie Erfahrung." Haschem: "Ja, das ist nicht gut. Es ist sehr schwer hier in Deutschland. Deshalb habe ich Frau in Iran geholt." Ich steige aus.

Andere Szene: Erst letzte Woche schnappte ich einen Gesprächsfetzen zwischen zwei arabischen Typen vorm Supermarkt auf, denen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben stand und die einander auf die Schulter klopften, weil sie nicht mehr arbeitslos waren. Ich freute mich über ein winziges Zeugnis von Integration und war stolz auf mein Heimatland.
Mit der Zugszene im Kopf, wird mir auch eine Schattenseite klar: Diese ehrwürdige Toleranz bringt auch mit sich, dass man offensichtlich in einem mehrheitlich von Europäern besetzten Zugabteil in verständlichen, klaren Worten Frauen diskriminieren kann, ohne irgendeinen Einspruch befürchten zu müssen. Soll ich darauf etwa stolz sein?

Montag, 13. Juli 2009

(P)INsecure

Seit Wochen verbringe ich die Wochentage in der altehrwürdigen Deutschen Nationalbibliothek, um meine Abschlussarbeit zu schreiben. Die rustikalen Massivholztische erlauben jedem Nutzer das Dimmen einer wunderschönen, dunkelgrünen Jugenstillampe sowie die Benutzung einer halben Steckdose. Darüberhinaus kann man am Tischbein gut ein Notebook per Kabelschloss anschließen. Ein solches Schloss mit Schlüssel lieh ich mir von S. schon vor einigen Wochen aus. Seit ich jedoch erfahren musste, dass man aus einem Kugelschreiber, einem Stück Klopapierpapprolle und etwas Klebeband bereits eine Vorrichtung bauen kann, mit dem es sich öffnen ließe, ging ich nicht mehr so beruhigt in die Mensa. Ein Sicherheitsleck in meiner Abschlussplanung. Nach langen Recherchen und einem Blick in den Geldbeutel entschied ich mich für ein Kombinationsschloss aus vier Zahlen. Gedacht, gekauft. Umgehend bekam S. ihr Schloss zurück und ich triumphierte ob dieser Lösung. Es sei sehr schwer zu knacken, sagte mir die freundliche Saturn-Mitarbeiterin am Samstag.
Nun, die Werkseinstellung von 0-0-0-0 konnte unmöglich bleiben, also änderte ich diese auf ein nostalgisches Datum. Im zweiten Denkschritt fiel mir jedoch ein, dass das sicher viele machten und dementsprechend auch viele den jeweils anderen unterstellten und dies wiederum die Kombinationsmöglichkeiten von 10.000 Möglichkeiten auf nur noch 366 herabsetzte. Ein enormer Sicherheitsverlust. Umgehend machte ich mich daran, die Kombination erneut zu ändern: Dazu musste man den großen Knopf mit dem Finger und eine kleine Vertiefung mit einem Stift gleichzeitig gedrückt halten. Ich stellte nun eine todsichere Kombination ein und lies Stift und Knopf locker, um die Rädchen wieder zu verdrehen. Leider klemmte der kleine Knopf und hüpfte erst irgendwann unbemerkt aus seiner Vertiefung - zu einem Zeitpunkt, an dem ich keine Achtung mehr auf die eingestellte Kombination hatte. Um es kurz zu machen: Das Schloss besitzt nun eine Zahlenkombination, die es nur selbst kennt. Ich habe inzwischen 2100 Kombinationen ausprobiert, immer fein in Hunderterschritten vorantasten, bis der Finger blutet. Leider erfolglos. Auch ein schönes Hackvideo half nichts, da meine Version den Schlitz, in den ich mit einem Streifen Coladose eindringen soll, um den Durchschuss der Rädchen zu finden, nicht besitzt. Davon abgesehen besitze ich auch keine Coladose. Die Verkäuferin hatte Recht. Ich kann mich also nichtmal bei Saturn beschweren...
S. hat mir erneut Schloss und Schlüssel für diese Woche geliehen.

Montag, 25. Mai 2009

Fünf Zucker - fünf Milch

Mit der Bahn kommt man rum, zum Beispiel einmal quer durch die Republik: IC Köln-Leipzig, Montag 11:49. Dabei trifft man gelegentlich auch die Reichen und Schönen dieses Landes, da sie von Verspätungen und verpassten Anschlüssen ebenso wenig verschont werden, wie alle anderen: die große Gleichmacherin Bahn.

Auf halber Strecke zwischen Köln und Leipzig, in Hannover, füllt sich der Zug schlagartig. Ich sitze mit einer anderen weiblichen Schönheit an einem Vierertisch, gegenüber versetzt, um der Beinfreiheit Willen. Ein hagerer Herr nähert sich, mit Mühe einen abgewetzten Alukoffer schleppend, sieht auf meine Handtasche, die neben mir den Sitz belegt und fragt eher rhetorisch: „Hier ist doch noch frei?!“ Ich blicke wortlos auf, räume den Sitz leer und will mich gerade wieder dem Eckstein widmen, da sehe ich eine Frau im Stechschritt hinter dem Typen herkommen. Entrüstet zischt sie ihn an, dass er das nächste Mal gefälligst vorsichtig mit seinem Koffer sein solle und mehr aufpassen und Rücksicht nehmen. Er schenkt ihr keinerlei Beachtung und hievt genervt sein verbeultes Gepäckstück auf die Ablage, wo es bei jeder Be- und Entschleunigung des Zuges zwischen zwei Trennwänden pendelt. Die Dame wirkt irritiert, hilflos, geht an ihren Platz zurück. Ist er ihr etwa über den Fuß gefahren? Ich habe nichts gesehen, aber meine geschlechtersolidarische Neigung lässt mich den Kerl sofort als arrogantes Arschloch einstufen. Er hat sich nicht wofür auch immer entschuldigt und auch nicht nachgefragt, was denn passiert sei. Das ist für mich ein schweigendes Eingeständnis.

Kaum fünf Sekunden sitzend, den Laptop aufgeklappt, fragt er mich, was ich dächte, wie lange ich die Steckdose noch benutzen wollte. „Es sind zwei.“, antworte ich. Nun, das war zwar keine Antwort auf seine Frage, aber was wollte ich ihm damit sagen? Etwa, dass wir uns gar nicht um eine Steckdose streiten müssen? Langsam dämmert ihm, was ich meine. Beobachtungsgabe scheint nicht zu seinen Stärken zu gehören.

Der rollende Krämerladen der Bahn nähert sich leise von hinten: Mister Ignorant bestellt Kaffee und quetscht den Pappbecher zwischen unsere beiden Notebooks, wo er bereits sein Mousepad deplatziert hat – ein Buch von Richard David Precht über „Lenin“, der „nur bis Lüdenscheid“ kam. Ich denke, im Zug wäre mir eine Maus, noch dazu mit Pad viel zu umständlich und Platz raubend, noch dazu ein dickes Buch. Eventuell ist ja sein Touchpad defekt, überlege ich entschuldigend. Nun, ein Kaffee kommt selten allein. Mein Nachbar gewinnt die Eigenschaft „exzentrisch“ hinzu. Der Grund sind exakt fünf aufgerissene Milchbecher, die er wie eine Balustrade vor sein Notebook gruppiert, sowie exakt fünf Tütchen Auszugszucker. Alle zehn Behälter werden in den Kaffeebecher geleert.

Das Handy klingelt. Sein Akku macht gleich die Mücke. Leute wie er haben normalerweise Blackberries und jammern nicht über Akklaufzeiten. Er redet von Lesungen und Illner und dass er auf dem Weg „in den Osten“ sei. Das lässt mich aufhorchen. Er lobt Fotostrecken, in denen er eine Erde, nein, eine Handvoll Erde in der Hand habe. Er bedankt sich für eine gelungene Produktion und warnt vor der Veröffentlichung unvorteilhafter Bilder. Eigen-PR scheint er zu beherrschen, wo es ihm berechenbar nützt. Höflich zu Lieschen Müller kann er nicht sein.

Langsam dämmert mir auch, woher ich dieses Gesicht kenne: Ich habe ihn bei Beckmann im Fernsehen gesehen. Die Realität ist enttäuschend. Er entbehrt hier im Unterschichtabteil jeder eloquenten Demut. Vielleicht wirkt die Umgebung auf ihn, wie Blattwerk auf ein Chamäleon. Vielleicht hat er die Anpassung längst perfektioniert. Später am Abend lese ich über sein nächstes Buchprojekt und bin ab da überzeugt, dass ich Zeugin einer Feldstudie im Selbstversuch wurde: „Die meisten Menschen wollen gut sein, sind es aber nicht. Wie kommt das eigentlich?“

Die Buchbranche scheint ihn momentan von Hotelzimmer zu Hotelzimmer zu hetzen. Die Pseudo-Intellektuellen haben schließlich seinen Marktwert entdeckt, ein Philosoph, der dem Volk aufs Maul schaut und auf die Finger. Ich schaue wiederum ihm auf die Finger und entdecke: Sein rechter Zeigefinger bewältigt die komplette Texteingabe. Der linke Zeigefinger wird lediglich zur Betätigung der Shift-Taste gebraucht. Wie kann man Bücher mit anderthalb Fingern schreiben? Meine ganze Bewunderung gilt dieser Technik. Meine ganze Bewunderung gilt am Ende deshalb Richard David Precht, dem ich kurz vor Ankunft seine halbvolle Apfelschorle klaue, nur um seine DNA in meiner Handtasche mit nach Hause nehmen zu können. Naja, eigentlich nur, damit ich darüber dann auch bloggen kann. Eine weitere Inszenierung in diesem Theater.

Dienstag, 7. April 2009

Schwarzackerdiplomfeier

Nun ist es wieder einmal soweit. Ein Schwarzackerianer beendete sein Studium und ist nun Diplom-Informatiker. Anlässlich diese Ereignisses lud er die 5 und die 11 in den Minoas-Palast ein. Ein kostenspieliger aber lohnenswerter Abend. Nachdem die 11, wie erwartet, eine halbe Stunde zu spät auftauchte und E. schon gegessen hatte, riefen wir ein Taxi und ließen uns zum Restaurant kutschieren. Eine Art Mafia hieß uns willkommen, geleitete uns ins Hinterzimmer und setzte uns mit unheimlich aussehenden Gestalten an einen Pokertisch. M., der damit gerechnet hatte, reichte seine Pomadedose herum. Eine halbe Stunde später verließen wir, bis auf die Knochen entkleidet, das Haus, besser gesagt, wir wurden hinausgeschmissen, weil L. wieder versucht hatte zu schummeln. D. und S. wurden geteert und gefedert, weil sie Asse im Ärmel hatten und die griechische Mafia nicht wusste, dass das hier normal ist. Also setzten wir uns auf die Straße, L. holte ihre Gitarre heraus und H.-G. sang dazu die schönsten Melodeien. Von dem ersungenen Geld, kauften wir uns Kleider und gingen Essen. So wurde es doch noch ein vollkommener Abend: M. erkannte sein zweites Ich und lernte es lieben, S. und E. konnten wiedermal beweisen, dass sie zwar von Mathe keine Ahnung haben, aber die Begriffe kennen, C. konnte ihre Kette zerreißen, L. konnte ihr neues Kleid tragen und D. durfte zahlen.

Montag, 23. März 2009

Mittwoch, 14. Januar 2009

Geschlechterverwirrung

Auch wer Kommunikationswissenschaft studiert hat, muss nicht zwangsläufig eine gelingende Kommunikation praktizieren. Dazu gibt es immer wieder verstörende Beispiele. Man nehme eine Dreier-WG (zwei Frauen, ein Mann). Der junge Mann wohnt nur kurzfristig zur Zwischenmiete in Vertretung von Sport-M. bei den beiden offenherzigen Damen. Er wurde nicht gecastet, wie es sonst auf dem Schwarzacker üblich ist, sondern qualifizierte sich durch rasche Überweisung mehrerer Monatsmieten im Voraus auf das Konto von Sport-M. An dieser Stelle sollte jedem klar werden, dass es sich um einen jungen Mann aus Südwestdeutschland handeln muss.
Bereits in den ersten Tagen des gemeinsamen Wohnens stellen die Damen fest, dass der junge Mann ein Stehpinkler und Sackkratzer sein muss, da die Toilettenbrille regelmäßig entsprechende Spuren aufweist und erheblichen Ekel erregt. Die Frauen beraten sich und entscheiden in beinahe seelsorgerlicher Kompetenz, der junge Mann solle sein Gesicht angesichts der thematischen Brisanz wahren können. Es müsse also ausreichen, ihn lediglich durch ein anonymes Hinweisschild auf die Verschmutzung aufmerksam zu machen. Die Damen beschließen daher keine Face-to-face-Konfrontation zu riskieren, sondern bekleben stattdessen den Spülkasten mit der dezenten, aber deutlichen Skizze eines Stehpinklers im Kreis des Verbotschildes. Nun heißt es: abwarten. Doch es ändert sich nichts. Weiterhin muss das Klo vor Benutzung durch Frau geputzt werden und die Frustration steigert sich. Endlich fasst sich eine der Damen ein Herz und spricht den jungen Mann leicht verlegen an, ob er denn das Schild im Bad wahrgenommen habe. Die Antwort: "Ja, das habe ich gesehen, aber ich habe mich davon nicht angesprochen gefühlt." Die irritierte Dame fragt daraufhin, ob er der Meinung sei, er wohne mit Stehpinklerinnen zusammen. Er zuckt mit den Achseln. Er zeigt von sich weg. Er zieht ja bald aus...

Mittwoch, 26. November 2008

The Naked Man

Dies ist ein Artikel, der ein Dating-Verhalten beschreibt, in der Hoffnung, E. stellt die passende Umfrage dazu auf das Blog, da ich nicht dazu in der Lage bin. Wie der Titel verrät, handelt es sich um die Strategie "Naked Man" und ich nehme die "Naked Woman" dazu. Erfunden wurde diese in unserer Lieblingsserie "HIMYM". Folgende Situation: Du hast ein erstes Date, nimmst den Mann/die Frau mit nach Hause, verlässt das Zimmer in dem ihr euch aufhaltet und als du zurückkommst ist der- bzw. diejenige nackt. Wie verhältst du dich? Die Statistik, die die Serie über den Erfolg der Strategie aufstellt, wird am Ende der Umfrage veröffentlicht, da sonst das Ergebnis eventuell verfälscht wird.

Samstag, 22. November 2008

Engelmangel in kurzen Sätzen

Ich habe eine Umfrage gemacht. Meine Blogeinträge sind zu lang. Sie sind außerdem schwer verständlich. Ich werde meine Satzlänge verringern. Ich brauche ab sofort keine Kommas mehr. Die Plätzchen schmecken gut. Das gebackene Gehirn mochte ich schon in der DDR-Schulküche nicht essen. Ach nein. Das war ja gebackenes Blut. Das ist auch nicht besser. Ich will keine Hexe sein. Leider hat noch nie ein Blinder meine Engel gesehen. Andere Schwarzackerinnen haben diese Erfahrung schon gemacht. Vermutlich bin ich eine besonders gelungene Hexe. Nichteinmal Engel trauen sich an mich heran.

Meine Hexenschwester von Nebenan will doch keinen Pfarrer heiraten. Das ist auch besser so. Es gibt ja immer mal ein blindes Gemeindeglied. Da sollte die Pfarrfrau nicht die einzige engelfreie Person im Gottesdienst sein. Mein Kirchengeschichte-Skript ist eine anstrengende Angelegenheit. In den Sechziger Jahren ist einfach zu viel passiert. An der Geschichte kann ich vermutlich nichts ändern. Ich muss sie lernen. Ich soll aus ihr lernen. Ich lenke mich ab. Das scheint ansteckend zu sein. Meine bessere 11er-Hälfte versucht gerade eine Aufholjagd. Sie will den Hexenrekord der Anzahl der Blogeinträge einholen und brechen. Ich habe soeben das UND als Kommaersatz entdeckt. Jetzt kann ich wieder längere Sätze schreiben. S. hat aber heute schon ihren Eintrag geschrieben und deshalb fehlt ihr seit einigen Stunden eine Ablenkungsmöglichkeit. Soeben hat sie sich in die Küche begeben. Sie will für mich kochen. Über die Mütterlichkeit der Schwarzackerinnen haben wir heute auch schon gesprochen. Die Nicht-Weiblichkeit der Schwarzackerer in einem speziellen Bereich des Lebens macht uns zu schaffen. Wir erwägen ein großangelegtes Erziehungsprojekt.

  • Lektion Eins A: Wie macht man einen Steh- und Danebenpinkler zum Sitz- und In-die-Schüssel-Pinkler?
  • Lektion Eins B: Wie bringt man ihm schonend die regelmäßige Benutzung der Toilettenspülung bei?

Fragen über Fragen... 

Montag, 17. November 2008

Two big problems

Es war ein kühler Novemberabend und es hatten sich, auf L.s Einladung hin, alle in der 5 versammelt. Ein paar Außenstehende waren auch dabei. Anlass war der Besuch von Malfredo, wir sollten ihn an diesem Abend genauer kennenlernen. Und so geschah es auch. Wein wurde ausgeschenkt, die Shisha kreiste um den Tisch und es gab knoblauchgetränkte Häppchen. Und dann begann er zu reden. “I want everybody to listen, I have to tell you about the two big problems in Argentina.” Also lauschten wir alle, in Erwartung eines gesellschaftskritischen Vortrages. “The first big problem is: All chicas from Chile and Paraguay and the other countries only love Argentinean men.” Wir, als gestresste und ausgelaugte Deutsche, konnten dieses Problem nicht ganz nachvollziehen, und so gab es einige Rückfragen. Über diesen vergaß unser Gast ganz, das zweite Problem zu erklären. Einige Stunden und Weingläser später brachte ich das Thema erneut auf, denn es interessierte uns nun schon, womit dieses Land sich außerdem herumquälte. Ich fasse es mal kurz zusammen: Das zweite große argentinische Problem ist die steigende Emanzipation der südamerikanischen Frau. Wir nahmen ihm etwas die Furcht vor L., die er sich aus unserem Lande erwählt hat, indem wir ihm erzählten, dass es so etwas wie weibliche Emanzipation in Deutschland nicht gäbe, hier die Welt und die Rollenbilder noch in Ordnung seien. Bestes Beispiel dafür ist wohl der Schwarzacker. Tagein tagaus stehen wir Frauen in Schürze und natürlich Rock am Herd und bekochen unsere männlichen Mitbewohner, die dafür ohne Murren Fahrräder reparieren, Klinken auswechseln, Computer bauen und uns die Einkäufe die Treppe hochtragen. Wir Frauen putzen außerdem regelmäßig die Wohnung, kaufen wollene Socken und stopfen diese auch, wenn M. mal wieder auf der Jagd über eine Wurzel gestolpert ist. So ist es hier wirklich...

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Bockwurst im Flur

Das Dilemma mit den Ms, eine heikle Sache, in der Tat. Ein Problem unserer Generation vielleicht sogar. Aber nur ein kleines von vielen. Denn wie uns allen im Prinzip bewusst ist, erwachsen uns Probleme, die Generationen vor uns nicht kannten. Wir stellen uns Fragen, die sich unsere Eltern wahrscheinlich nie zu stellen gewagt hätten. Denken wir zumindest, sonst würden wir uns heute für sie schämen. Und manchmal wissen wir aufgrund mangelnder Erfahrung nicht einmal, ob es sich tatsächlich um ein Problem handelt.
So ist es zum Bsp. mit der erst kürzlich auf dem Schwarzacker diskutierten Frage der "Bockwurst im Flur". Mir ist entfallen, wer dieses glorreiche Zitat prägte, aber es war ein erfahrener Mann, ein Kenner der Frauen und ihrer anatomischen Spezifika in verschiedenen Phasen des Lebens. Was also, wenn er recht hätte? Welche Konsequenzen hätte das für uns? Sollte man darüber in einem Blogeintrag schreiben? Ich zweifle, aber wen soll man fragen? Welche stolzen und glücklichen Eltern würden uns ehrliche Auskunft über die Qualität des nachgeburtlichen Sex geben? Während ich mich also noch sträube, detaillierter auf das Thema einzugehen, komme ich insgeheim zu dem Schluss, dass wir davon wahrscheinlich nicht die Entscheidung für oder gegen Kinder abhängig machen würden und sollten. Und ist nicht überhaupt jede Frau auch anders? Und liegt es nicht letzten Endes sowieso immer daran, was der Mann daraus macht?
Warum also schlafende Hunde wecken? Vielleicht ist es besser, nicht zu viel zu wissen und es zu riskieren. Und wer weiß, vielleicht werden wir ja positiv überrascht. Und wenn nicht?

Samstag, 4. Oktober 2008

Unter Schwestern

In der letzten Woche war ich auf der ersten Diakonissentrauerfeier meines Lebens und obwohl ich großen Respekt vor diesen Frauen habe, denke ich, dass dies nicht meine Berufung ist. Schon mein, meiner Meinung nach, wirklich seriöses Beerdigungsoutfit fand Ungnade (ok, das Kleid war vielleicht etwas kurzer als die Gewänder der Schwesternschaft und Stiefel kennen die wahrscheinlich nur aus Filmen mit Prostituierten, ach nein, sowas gucken die ja auch nicht, egal). Eine besonders interessierte Schwester fragte mich in schnippigem Ton, ob ich nicht frieren würde. Zum Glück antwortete meine leibliche Schwester für mich, dass dies kein Problem wäre, da wir gerade Tischtennis gespielt hätten. Ich denke nicht, dass die Diakonisse der Meinung war, dass dies eine angemessene Beerdigungsaktivität sei. Bei der Ansprache der Oberschwester (die genauso hieß wie ich!), in der sie erklärte, wie so eine Beerdigung normalerweise abläuft, passierte mir das nächste Malheur. Sie erzählte in die Stille des Raumes hinein, dass die Schwestern normalerweise direkt hinter dem Sarg herliefen und dabei überlegten, wer aus ihrem Kreis wohl die nächste sein würde. Sie formulierte es wohl etwas anders, aber das Bild war zu schön und ich musste gegen meinen Willen lachen, während die strafenden Blicke meiner Verwandtschaft, die die Situationskomik nicht erfasst hatte und sich fragte, wie man in meinem Alter so wenig Anstand haben konnte, mich ächteten. Der Rest des Tages lief dann doch noch glimpflich ab, ich gab mir Mühe und lachte nur, wenn es erwünscht war, hielt mich beim Essen zurück, zog mein Kleid so tief wie möglich nach unten und freute mich beim Anblick der grell-blauen Schwesterngewänder darüber, dass ich mir meine Klamotten selbst aussuchen kann.

Freitag, 19. September 2008

"Rückerinnerung an einen Testversuch"

Ich bin im Zwiespalt. Mein gestriges Tanz-Blinddate verlief nach meinem Gefühl zunächst ohne größere Peinlichkeiten. Er hat geredet und geredet und geredet und meinen Kaffee bezahlt. Gut, solange ich nicht zu Wort komme, kann ich auch nicht so viel Sch... erzählen.
Als es jedoch an die Terminabsprache ging, formulierte ich (inzwischen aus der Übung) doch einen Satz, in dem mir (ausgerechnet) ein schlecht durchdachtes Wortungetüm entwischte.
Er, gebildet, erfolgreich, eloquent, bemerkte sofort: Das war ein "doppelt Gemoppeltes". Ein "redundant Kombiniertes", ein "Spontan-Pleonasmus". Ich war peinlich berührt und starrte ins Leere hinter seiner linken Schulter. Er wiederholte andächtig das Gesagte und stellte dessen Unzulänglichkeit noch einmal genussvoll fest. Ein Manager eben, der sich damit auskennt: "Managen" und "organisieren" drücken das Gleiche aus. Warum also beide in ein Wort packen? Welche meiner Synapsen hat da versagt? Und, wie wichtig sind Synapsen beim Tangotanzen, wenn ich mich da sowieso unterordnen soll? "Die Frau schweige..."
Heute Morgen hatte ich dann eine Standard-E-Mail seiner Sekretärin im Postfach, die mir "schlussendlich" mitteilte, eine "Mitbeteiligung" meinerseits sei aufgrund des Mangels "fundamentaler Grundkenntnisse" "scheinbar unwahrscheinlich".

Donnerstag, 11. September 2008

Freitag, 29. August 2008

“Wir freuen uns glücklich!”

Und das des Öfteren. Die einen freuen sich darüber, dass es etwas zu essen gibt, andere, dass endlich eine neue House-Folge im Internet hochgeladen wurde und manche von uns über beides. Im Fernsehen “freut” sich die gesuchte Schwiegertochter “glücklich” darüber, dass ein wirklich unansehnlicher Mann ihr einen Heiratsantrag gemacht hat. S. freut sich darüber, dass er so gut aussieht (vgl. “Ich bleib schon öfters mal vorm Spiegel hängen”, Artikel in Arbeit), St. freut sich auf Weihnachten, weil dann endlich die erste Etappe der Prüfungen geschafft ist. E. ist erfreut, dass auf der Straße ein Häufchen Hundekot aufrecht steht. L. und D. freuen sich auf ihren Urlaub, M. freut sich auf "de Haamit". Ich freue mich über Ablenkung aller Art. Aber es gibt hier durchaus auch Dinge, die uns Kummer machen. So ärgert sich E. über zu ausgeprägte Waschbrettbäuche bei Männern und über M. Dieser ärgert sich darüber, dass er das Klopapierangebot bei Aldi verpasst hat. Ich ärgere mich, dass die Schokolade schon wieder alle ist und D. die falsche Flüssigseife gekauft hat. St. ärgert sich, wenn ihre Tastatur ausfällt oder wenn “Französisch gekotzt” wird. L. ist verärgert, wenn man nicht bereit ist einzusehen, dass die Arbeit an einer Hochzeitszeitung mindestens genauso nervenaufreibend ist, wie die Vorbereitung auf ein Examen. Nur D. ist gelassen, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, und sieht dem verärgerten Treiben auf dem Schwarzacker zu, oder worüber ärgerst du dich, D.? (Antwort wird in Form eines Blogeintrags erwartet!)

Mittwoch, 13. August 2008

Dienstag, 29. Juli 2008

Volle Punktzahl! (Fast.)

Ich frage mich, nach einer gestern Abend recht spät stattfindenden USF-Sitzung, wie wir auf dem Schwarzacker wohl abschneiden würden bei der Entscheidung zu Mr. und Miss VIVA.
Sehen wir uns die einzelnen Kategorien mal an.
Da ist zunächst natürlich (wir sind ja nicht oberflächlich) der "body". Nun ja, 10 von 10 Punkten würde hier wohl am ehesten unser Lieblingssportler bekommen, immerhin ist er ein bisschen durchtrainiert und auch noch groß. Letzteres sind zwar außer mir alle, aber um mal alles zusammenzuschmeißen: Kein/e VIVA-Gewinner/in hätte einen zu großen oder zu kleinen Busen oder Hintern, geschweige denn zu kurze Beine oder gar Besenreiser auf diesen zu bemängeln.
Kategorie "face": Hier sind die Frauen des Schwarzackers klar im Vorteil - eins ist schließlich schöner als das andere. Der Sportler hingegen, naja - Ohrringe sind ja Geschmackssache; und Sanchez hat wohl noch immer keine neue Brille.
Bleibt noch eine Sache: die "personality". Für VIVA an dritter Stelle, ich bin konservativ und behaupte mal, dass diese Kategorie für den Schwarzacker die wichtigste ist. Hier spielt zwar niemand Eishockey oder hat schon mal moderiert (bei VIVA ist das nämlich wichtig), aber dafür hat jeder einzelne Bewohner des Schwarzackers wunderbare Macken, die die "personality" unserer Kommune erst so einzigartig machen (siehe auch alle vorherigen und kommenden Blogeinträge).
Wahrscheinlich könnte VIVA eine Menge Geld mit uns machen, aber wir müssen uns am USF ja nicht noch selbst beteiligen. Stattdessen bleiben wir in der/unserer Realität und "freuen uns glücklich", denn wir haben ja uns und unser Blog - und USF.

Sonntag, 20. Juli 2008

UND SO WEITER USF

Schon in mehreren vergangenen Posts wurde ein auf dem Schwarzacker ein der Wikipediawelt nicht geläufiges Akronym benutzt: USF. Ein kleines aber schwerwiegendes Detail unserer Lagebeschreibung liegt darin verborgen. Es wird Zeit für eine Auflösung, damit auch die letzte von ferne stirnrunzelnde Leserin im Bilde darüber ist, auf welch bizarre Weise wir uns zu bilden pflegen. Der tiefstgreifende Lektüreschaden des Schwarzackers wurde nämlich beileibe nicht von Idylle propagierenden Serien ausgelöst. Ebensowenig können mehrjährige LVZ-Abonnements dafür verantwortlich sein. Ja, nichteinmal die Treppenhausaushänge des minderalphabetisierten Hausmeisters vermögen, ein menschliches Wesen vergleichbar nachhaltig zu prägen.
Es war das Unterschichtfernsehen!
„DSDS“ und „Popstars“, „Bauer sucht Frau“ und „Schwiegertochter gesucht“, „Supermodel“ und „Das Model und der Freak“, „Bachelor“ und „Outback-Jack“ - sie alle haben über Monate, nunmehr Jahre unser Bildschirm-Curriculum dominiert, haben Schlaf-, Essens- und Lernzeiten durchbrochen. Endlich hatten wir Vorbilder für den zwischenmenschlichen Umgang gefunden. Danke, Dieter! Praxisnahe Orientierung erhielten wir von Vera, hinsichtlich der Verinnerlichung und des Umsetzens gendergerechter Rollenbilder. Und schließlich sind wir Heidi für die Korrektur unserer Schönheitsideale auf ewig dankbar. Fernsehen bildet ohne Schweißvergießen. Fernsehen macht glücklich!