Mittwoch, 9. Dezember 2009
alleinerziehend
Der kleine Junge macht einen gesunden Eindruck. Er bevorzugt derzeit (naturgemäß) Hammer und Nägel als Spielzeug. Normalerweise wollte ich ihm ein altes Brett geben, in das er die Nägel dann hätte klopfen können, um Präzision und Kraft unter Beweis zu stellen. Mutti hätte ihn auch sicher hoch gelobt. Leider hat der kleine Junge, als Mutti mal kurz nicht hingeschaut hat, die kompletten Küchenwände genutzt, um seine Nägel zu platzieren. Die ostdeutschen Altbauwände sind jedoch sehr gemein hart. Der kleine Junge konnte seine Nägel nur wenige Millimeter versenken. Mindesten 2 cm schauen noch heraus aus der Igelwand. Glücklicherweise hat der kleine Junge die Nägel gleich genutzt, um die Wand zu tapezieren, und zwar mit Blechschildern von nackten Frauen, die mit Bierflaschen posieren. (Wahrscheinlich hat er die von seinem Vater – Gott hab ihn selig – geschnorrt. Der verfolgt mich nun bis in meine Küche.)
Das kleine Mädchen hat neben dem noch kleineren Mädchen noch weitere echte Mädchenhobbies. Aus ihren Kopflöckchen baut sie kleine Nester indem sie die dicken, blonden Ballen in allen Abflüssen unter den Siebeinsätzen versteckt, wo sie glaubt, dass Mutti sie nie findet. Ihr neues Leibgericht heißt „Herdplatte mit Käse überbacken“. Nun, ich finde, das ist wirklich Geschmackssache.
Aber ich will mich nicht nur beschweren: Der große Junge macht gar keinen Ärger. Er ist beinahe so lautlos, dass sich Mutti manchmal Sorgen macht, ob er überhaupt hier ist. Doch dann steht er plötzlich im zwielichtigen Flur und wirft einen langen Schatten. In diesem Moment weiß Mutti: „Alle Kinder leben noch und alle Kinder sind zu Hause.“ Man riecht es, man hört es, man möchte es verdrängen.
Dienstag, 7. April 2009
Schwarzackerdiplomfeier
Samstag, 21. Februar 2009
Hunger
Montag, 9. Februar 2009
Nachdenken über L.-B.
Frage Nr. 1: Welche 5er-WG?
Nun, da ich nach intensivem Überlegen darauf gekommen bin, dass die 5er-WG, keine aus fünf Personen bestehende WG ist, sondern die WG in der Hausnummer 5, bin ich schon ein wenig beruhigter.
Doch noch drängender Frage 2: Wer ist der externe Sa.?
Mysteriös. Sascha, Sandmann, Sarkozy, Salomo, Samurai, Salz auf unserer Haut ...?
Wer weiß, aber vielleicht muss man auch nicht alles wissen. Leiden wir nicht schon genug unter der dauerhaften Ausstellung des Privaten und Intimen in unserer voyeuristischen Gesellschaft? Ach so, wir bloggen. Naja, aber wer liest das schon? Noch nicht mal Sa.
Samstag, 7. Februar 2009
Frühstücksprotokoll
Montag, 13. Oktober 2008
M und M
Dienstag, 23. September 2008
Zyklusberechnung: Tag 18 - und weiter?
Zyklen bestimmen auch das Leben in einer gemischt-geschlechtlichen WG. Einen wichtigen Zyklus gibt zum Beispiel der Putzplan vor. Geputzt wird bei uns immer an einem Tag zwischen Donnerstag und Dienstag. Schieben ist auch mal ausnahmsweise erlaubt, wenn einstimmig entschieden wird. Die Kärtchen für Küche/Bad/Flur wandern im Wochenrhythmus von S. zu E. zu M. und wieder zu S. Das Erinnerungs-Kärtchen für die Leerung des Staubsaugerbehälters verschwindet regelmäßig in selbigem. Die Bedienungsanleitung hat Dr. B. geklaut. Das Kärtchen für die Treppenhausreinigung ist nur noch ein Relikt aus alten Tagen - das machen jetzt externe niedriglohnempfangende Gebäudemanager.
Interessant ist, dass jede der drei WG-internen Putzen völlig ohne fremde Anleitung auch mehrere Nischenaufgaben für sich entdeckt hat: S. putzt als Einzige den Badspiegel streifenfrei und sichert zuverlässig das Überleben der Balkonpflanzen. E. zeigt sich alleinverantwortlich für die Entkrümelung des Toasters und das regelmäßige Spülen der Herdknöpfe. M. ist exklusiver Papiermüll-entsorger und Geschirrtrockner. Wir sind organisiert. Wir arbeiten gabenorientiert.
Ein weiterer lebensstrukturierender Zyklus ist M.s Körperpflege. Einmal wöchentlich schließt er sich bei Kerzenschein mit Pearl Jam in sein gefliestes Heiligtum ein. Das rhythmische Quietschen des Auf-und-Zu-und-Auf-und-Zu des Wasserhahns zeigt zuverlässig den Wochentag an. Es ist Donnerstag - es ist Rasiertag.
Neuerdings ist mittwochs Vierzig-Grad-Schlüpfer-Waschtag. Auch die gute Candy arbeitet in Zyklen, denn M. besitzt nach eigenen Angaben nur siebzehn Schlüpfer und wenn er zum Beispiel am Sonntag für vierzehn Tage in ein Land ohne Waschmaschinen verreisen wollte, müssten mittwochs alle verfügbaren Unterhosen gewaschen werden, damit sie rechtzeitig trocknen könnten. Denn Donnerstag plus Freitag plus Samstag ist gleich drei. Vierzehn braucht er im Urlaub. Macht zusammen siebzehn. Ich frage mich, ob er am Waschtag-Mittwoch keine anzieht oder ob er sich verrechnet hat. Und wenn er wiederkommt, sollten die drei Daheimgebliebenen frisch gewaschen im Schrank liegen, damit das saubere Leben im Schritt nahtlos weitergehen kann?
Samstag, 20. September 2008
Dem Kasper seine Frau...
Mittwoch, 17. September 2008
Kommentar aus der Ferne
Samstag, 13. September 2008
Elementare Bedürfnisbefriedigung und folgenschwere synaptische Fehlzündungen - Eine wahre Geschichte?!

In jahrzehntelanger Forschung haben Wissenschaftler herausgefunden, dass "jeder Mensch bis zu 200 Mal täglich" lügt. Ich frage mich, ob auch das gelogen ist.
Wahr ist jedenfalls, dass ich seit einigen Wochen nicht nur als eine Schwarzackerhexe, sondern noch dazu als eine verlogene gebrandmarkt werde. Dass man mir damit Unrecht tut, möchte ich an einem Beispiel nachweisen. Mein jüngster Akt der Realitätsverzerrung, der als Lüge aufgeflogen ist, ging nämlich so:
Ich sitze am Schreibtisch und verspüre gegen 19:30 Hunger. In der Küche finde ich ein altes Stück Brot, das noch ca. drei Scheiben hergibt. Es würde meinen Hunger befriedigen, doch S. ist noch in der Bibliothek und kommt vermutlich innerhalb der nächsten Stunde hungrig nach Hause. Ich überlege: Wenn ich meinen Hunger an diesem Brot stille, dann steht S. vor dem leeren Brotkasten und verachtet mich für meine Ungeduld, meine Gier und meinen Egoismus. Ich kehre hungrig in mein Zimmer zurück und trinke Mineralwasser. Mein Magen soll begreifen, dass es nichts zu essen gibt. S. kommt nach Hause und schaut bei mir im Zimmer vorbei. Als ich ihr von meinem Hunger erzähle, fragt sie, warum ich nichts gegessen hätte. Ich antworte: Weil nichts da ist. Sie geht daraufhin geradewegs in die Küche, findet in der Brotkiste besagten Brotrest und schreit: „Warum lügst du mich an!!!“
Das geht mir durch Mark und Bein. Ich versuche mich zu erinnern, was ich als letztes überhaupt zu ihr gesagt habe. Doch bevor es mir einfällt werde ich durch einen weiteren Schrei aufgeklärt: „Warum behauptest du, es sei nichts zu essen da!!! Hier ist doch Brot!!!“
Ich fühle mich ungerecht behandelt. Jetzt verachtet sie mich aufgrund meiner Verlogenheit. Ich versuche, es ihr zu erklären. Aber wer einmal lügt…
P.S. Dann sagt S., sie habe keinen Hunger, der Mittagsdöner liege ihr noch quer im Magen und ich könne das Brot aufessen.
One-Night-Stands mit alternden argentinischen Kellnern
Dienstag, 9. September 2008
Dialog über Grundbedürfnisse
8:00 - kurzer Flur-Trialog als wir uns die Badklinke in die Hand geben:
"Morgn." - "Morgn." - "Morgn."
12:00 - "Hast du schon Hunger?" - "Hm." - "Kochst du heute?" - "Keine Zeit zum Einkaufen" - "Wir könnten die Rest-Nudeln von gestern mit mehr Nudeln strecken." - "Hm." - "Ich schneid gleich mal Gemüse für zwei Salate, dann spar ich morgen die Zeit das Zeug zu schnippeln."
12:30 - "Ich ruf mal C. an, dass das Essen fertig ist." - "Wer braucht eine Teetasse?" - "Ich nicht." - "Ich will lieber eine Gabel als einen Löffel."
13:00 - "Die Rest-Nudeln können wir ja morgen essen und der Salat ist auch schon fertig." - "Abspülen?" - "Nach der Prüfung dann." - "Sind ja genug Tassen da." - "Hm, dann bis später." - "Ruft mal rüber, wenn ihr ne Pause macht."
16:00 - M. kocht sich bei Speed-Metal einen Kaffee. E. hat zu diesem Zeitpunkt bereits drei bis vier Tassen getrunken und geht für zwei Stunden zum Ausgleichs-Sportkurs. S. überlegt, ob ihr Kreislauf einen zweiten Cappuccino vertragen kann.
18:00 - "Hast du schon Hunger?" - "Wann gibt's Abendbrot?" - "Hab mein Lernziel noch nicht erreicht." - "Frag in ner Stunde nochmal." - "Ich brauch nichts." - "Ich lerne auf Lücke."
20:00 - Die Hungrigen toasten sich eilig alte Brotreste und setzen die Nudeln der Vortage Mikrowellen aus. Die eisernen Vorräte an Fertiggerichten schwinden.
22:00 - "Ich mach heut nichts mehr." - "Ne Folge House zur Entspannung?" - "Aber nur eine..."
Mittwoch, 3. September 2008
Schwarzackerhexen!
Eine Kombination aus zwei bestimmten Personen (E. + C.) scheint solche oftmals gedankenlosen Aussagen, die sich nicht selten mit vorherigen widersprechen und auf den unmöglichsten Argumenten, wenn man sie denn als solche bezeichnen will, basieren, besonders zu unterstützen. Sollte euch jemals eine oder mehrere Personen (vorrangig weiblichen Geschlechts) begegnen, die sich auf diese Art mitteilt/en, dürft ihr gern mit der Bezeichnung "Schwarzackerhexe/n" zurückschlagen. Die beiden, die ursprünglich damit gemeint sind, geben dann meist Ruhe, jedenfalls für die nächsten fünf Minuten...
Donnerstag, 7. August 2008
Zwischen 5 und 11...
Mittwoch, 16. Juli 2008
Nein, auf der anderen Schulter!
Mittwoch, 9. Juli 2008
Die Seele des Schwarzackers
Aber setzt man sich einmal über den ersten Eindruck hinweg (der je nach Typ mehr oder weniger tiefe Spuren hinterlässt), so entdeckt man tief auf dem Grund des Schwarzackers eine warme und liebevolle Seele, die von Zuneigung, Fürsorge, Mütterlichkeit, Verständnis füreinander und einem erwärmenden Gemeinschaftssinn geprägt ist. Auch wenn man das manchmal nicht auf den ersten Blick entdeckt. Und auch wenn es viele von euch nur schwer glauben werden: neben Alkohol, USF und anderen Amüsements gibt es tatsächlich auch so etwas wie gemeinsames Essen, füreinander kochen, tiefgreifende Gespräche, ernst gemeinte "Wie geht's dir" und schlichtweg füreinander da sein und sorgen. Und glaubt mir: ich spreche aus Erfahrung...
Also, manchmal lohnt es sich eben doch näher hinzuschaun, viel Erfolg bei der Schatzsuche im Schwarzacker. Wer weiß, vielleicht schlummert da ja sogar noch der ein oder andere Schatz, der noch nicht zu Tage gebracht wurde!?
„Es gibt genau zwei falsche Antworten!“
Da werden einem Fragen gestellt: Findest du eigentlich große oder kleine Brüste schöner? Lieber blond oder lieber dunkle Haare? Locken oder glattes Haar? Findest du, dass ich in dieser Hose fett aussehe? Warum bist du so selten da? Kannst du uns nicht leiden?
Da kann Mann schon froh sein, wenn die Fragen ab und zu eindeutig sind.
Darf ich dein Brot mit essen? Hast du noch Schokolade für mich? Holst du mir mal bitte die Kanne von da oben runter? Wann kochst du endlich mal wieder? Könntest du bitte abtrocknen? Findest du nicht, dass du ein bisschen schlampig geputzt hast? Willst du den Kaffee etwa nicht mit bezahlen? Hast du eigentlich schon mal die Fenster hier geputzt, und den Kühlschrank?
Na ja, fast eindeutig.
Montag, 7. Juli 2008
Freitag, 4. Juli 2008
Männer sind Spielzeug

Ein harmonisches Phlegma hat sich seit einigen Monaten auf dem Schwarzacker breit gemacht. Mein Neuner und meine Neunerin sind mittelmäßig erziehbar und weitgehend friedfertig. Wir leben beschaulich ruhig.
Doch es ist nicht einmal zwei Jahre her, da wohnten hier vorübergehend zwei exzessiv und verschwenderisch lebende Untermieter (m/w) mit nach eigenen Aussagen schweren psychischen Störungen des Männchens (sieben plus vier, ausgerechnet Trost- und Stresspunkte meiner Wenigkeit).
Eines Morgens machte ich im Bad eine grausige Entdeckung. Ein Button lag im Spiegelschrank - eingeklemmt zwischen seiner Zahnbürste und ihren verbogenen Haarklammern. (Haarklammern und Zahnbürsten dürfen in der Weltordnung einer Eins übrigens keinesfalls nahe beieinander aufbewahrt werden. Aber das steht in einem anderen Buch.) Der Button lag mit dem Gesicht nach oben auf Augenhöhe, so, dass ich nicht umhin kam, ihn zu lesen.
Nun ist Buttonlektüre im Allgemeinen ein Nischeninteresse. Fünf Minuten Fahrzeit, Stehplatz in der Bahn, keine Hände frei für die Zeitung - da kann man schonmal für ein paar Sekunden fremder Menschen buttonübersäte Armee-Rucksäcke studieren. Doch schon nach dem dritten Motiv wende ich mich gelangweilt ab. Immer dasselbe: Nirvana, Hanf und Anarchie.
An jenem Morgen war die Buttonlektüre nicht weniger ernüchternd:„Boys are toys!“ stand da weiß auf schwarz. „Männer sind Spielzeug!“ Nun, die enneagrammatische Eins erlaubt sich normalerweise keine Spielchen. Jeder Tag ist der Ernst des Lebens ein bisschen ernster zu nehmen. Ein tägliches Mindestmaß an To-Do-Punkten hatte sich auch der mitwohnende Parasit, Verzeihung Patient, notiert: Für den seltenen Fall, dass er noch vor Anbruch der Abenddämmerung erwachen sollte, stand da: „Baden – Frühstücken – aufstehen – Solarium – Therapie – Shoppen – Sexy sein“ in genau dieser Reihenfolge. Lange hat es ab dieser Entdeckung nicht mehr gedauert, bis die Neuner zu mir kamen.
Mittwoch, 2. Juli 2008
„Neun plus neun plus eins gleich elf“
Wenn man nicht aufpasst, redet man nach der Lektüre eines gewissen Buches nur noch in Zahlen (ein echter Lektüreschaden). Manche können nicht mitreden, weil sie es nicht gelesen haben. Manche reden mit, obwohl sie es nicht gelesen haben. Andere können gar nicht mehr aufhören, davon zu reden, seitdem sie es gelesen haben.