Nach langer Zeit öffnete ich heute mal wieder unser Blog. Nicht, dass ich damit rechnete, dass jemand gebloggt hätte, nein, es war eher eine Art Ablenkungsmanöver vom Ernst des Lebens. Der naht mit großen Schritten und in Form eines zweiten Staatsexamens. Da dieses mir keine Zeit für einen aktuellen Artikel gibt, habe ich einen vor einigen Monaten entworfenen Artikel ausgesucht, den ich nun hier veröffentliche.
Und wieder mal ist es ein Artikel über die Schule. Und wieder sind es die SchülerInnen und ihre perfekten Antworten, über die ich blogge. Thema ist diesmal ein Grundwissenstest in Klasse 10. Als Primärfarben werden da Rot, Blau und Grün benannt. Denen werden die Komplementärfarben Grün, Orange und Rot zugeordnet. Auch Schwarz und Weiß sind im Angebot. Natürlich kennt man Künstler vor 1900. Als typische Vertreter dieser Zeit werden Kandinsky, Hundertwasser, Max Ernst und Picasso genannt. “Michell Angelo” kennt man aber auch. Nach 1900 haben eigentlich nur Dürer und Bob Ross gearbeitet. Mit ähnlichem Niveau und Erfolg. Wahrscheinlich heißen die Epochen ihrer Arbeit "Barrock" und "Renesance". Beliebtester Künstler ist Leonardo da Vinci, denn er hat die “Mona Lisa gemalt u. sich das Ohr abgeschnitten”. Auf etwa gleicher Stufe steht Frank Elzner, der scheinbar “tolle Drachenbilder mit vielen Details” herstellt. Da kann man selbst noch viel lernen. Die einzige bekannte Drucktechnik neben “Plexiglas” und der “Kalknadelradierung” ist der Kartoffeldruck. Auch die eigenen Kunstdefinitionen sind interessant. “Kunst ist alles was mit Farbe zusammenhängt.” Kunst bedeutet “viel zeichnen, creativ arbeiten...” “Kunst ist das was entsteht, wenn man träumt.” Da muss noch viel getan werden.
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Dienstag, 1. März 2011
Samstag, 13. Dezember 2008
Verkehrte Welt
Vielleicht erinnert sich der oder die eine oder andere (oder die oder der eine oder andere; oder einfach der eine oder andere Mensch; ich muss wirklich aufpassen, sonst werde ich wieder gerügt, ob meiner nicht-gendergerechten Sprache) noch an den Artikel “Erstes abstraktes Aquarell” (24. September 2008). Ich berichtete darin von einer Klausur, in der ich das vorliegende Bild auf dem Kopfe stehend interpretierte. Eine an und für sich ärgerliche Geschichte, die sich im Nachhinein als positiv herausstellte. Denn besagte Arbeit wurde mit einer 1,0 bewertet. Stellt sich nun die Frage: Wäre dies auch geschehen, wenn ich das Bild richtigherum gehalten hätte? Habe ich vielleicht die Kunstgeschichte revolutioniert, indem ich Kandinskys ureigenstes Anliegen entdeckte: Dreht meine Bilder auf den Kopf!? Sollte man soweit gehen, alle Bilder der Welt umzudrehen, um die wirkliche Aussage zu ergründen? Eine interessante Sache, die durchaus der Reflexion bedarf. Falls der geneigte Blogleser eine Meinung dazu hat, würde ich mich freuen, diese unter “Senf dazu” zu erfahren. Also entweder bin ich ein Genie, oder, wie es in einem Kinderlied so schön heißt: “Verkehrte Welt, verkehrte Welt, alles auf den Kopf gestellt. Lustig ist verkehrtherum, aber meistens dumm.”
Samstag, 6. Dezember 2008
Sie fanden auf Hawaii ihr Glück
Da sieht man mal, wozu so ein Studium gut ist! Während ich hier sitze und für mein Examen lerne (n sollte), finde ich zwischen den alten Aufzeichnungen aus dem Grundstudium eigene Poeterey. Muss das damals eine Langeweile im Seminar gewesen sein!
Besonders beliebt: Das Tiergedicht. Hier ein kleiner Auszug aus Kalte Winternacht im Zoo.
Es kräht der gelbe Rabe.
Er schwankt im bittren Wind.
Hier stirbt nun auch die Schabe,
Die Base von dem Rind.
Doch auch gesellschaftliche Themen aus dem alltägliche Leben werden bearbeitet, wie in Im Fliegerhorst.
Der Torsten soll nun zur Armee
Er ist schon alt genug.
Da schickte eine gute Fee
Ein Flugzeug für den Flug.
Denn Torsten darf zum Fliegerhorst
Und nicht zum Bodentrupp.
Er muss nicht laufen durch den Forst
Wie sein Cousin, der Jupp.
Und heureka, der erste Flug,
Der wird schon morgen sein.
Doch unser Torsten, der ist klug
Und packt `nen Fallschirm ein.
Da weiß man auch wieder, warum man Lehrer wird und sich nicht der Schriftstellerei widmet. Das geht nun so weiter und zieht sich über Seiten dahin. Manchmal geht ein Koautor ans Werk. Aber dann versagt meist das Versmaß. Ich bin eben doch am begabtesten:
Doch Weh-oh-weh
Der Frost bedrängt
Familie Reh
Im Schnee versenkt.
Aber nicht alles endet so traurig und so schließe ich diesen Blogeintrag mit dem Happy End aus dem Versepos Der eitle Schein:
So kochte sie dann Tag und Nacht,
Hat Spiegelei um Ei gemacht
Und wurde immer fetter.
Doch nun auch wieder netter.
Der Mann, der kam zu ihr zurück,
Sie fanden auf Hawaii ihr Glück.
Besonders beliebt: Das Tiergedicht. Hier ein kleiner Auszug aus Kalte Winternacht im Zoo.
Es kräht der gelbe Rabe.
Er schwankt im bittren Wind.
Hier stirbt nun auch die Schabe,
Die Base von dem Rind.
Doch auch gesellschaftliche Themen aus dem alltägliche Leben werden bearbeitet, wie in Im Fliegerhorst.
Der Torsten soll nun zur Armee
Er ist schon alt genug.
Da schickte eine gute Fee
Ein Flugzeug für den Flug.
Denn Torsten darf zum Fliegerhorst
Und nicht zum Bodentrupp.
Er muss nicht laufen durch den Forst
Wie sein Cousin, der Jupp.
Und heureka, der erste Flug,
Der wird schon morgen sein.
Doch unser Torsten, der ist klug
Und packt `nen Fallschirm ein.
Da weiß man auch wieder, warum man Lehrer wird und sich nicht der Schriftstellerei widmet. Das geht nun so weiter und zieht sich über Seiten dahin. Manchmal geht ein Koautor ans Werk. Aber dann versagt meist das Versmaß. Ich bin eben doch am begabtesten:
Doch Weh-oh-weh
Der Frost bedrängt
Familie Reh
Im Schnee versenkt.
Aber nicht alles endet so traurig und so schließe ich diesen Blogeintrag mit dem Happy End aus dem Versepos Der eitle Schein:
So kochte sie dann Tag und Nacht,
Hat Spiegelei um Ei gemacht
Und wurde immer fetter.
Doch nun auch wieder netter.
Der Mann, der kam zu ihr zurück,
Sie fanden auf Hawaii ihr Glück.
Freitag, 31. Oktober 2008
Ein Gedicht: Das Ende eines Blogs?
Was nur, was für eine Welt,
Niemand hat mehr Zeit fürs Schreiben,
Ach, ein Zustand, der missfällt,
Na, dann lassen wir`s halt bleiben.
L werkt fleißig in der Küchen,
S sitzt in ihrm Kämmerlein,
D, der muss die Wohnung wüschen,
M ist wiedermal daheim.
E sucht fern nach einem Wunder,
A muss kleine Türken lehren,
Leben hier war schonmal bunter,
Aufruf: Lasst uns ummekehren!
Lasst uns wieder Texte dichten,
Lasst uns haben große Freud,
Lasst uns wandern unter Fichten,
Also wie in alter Zeut.
Walle, walle manche Strecke,
Dass zum Zwecke Wasser fließe,
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.
Niemand hat mehr Zeit fürs Schreiben,
Ach, ein Zustand, der missfällt,
Na, dann lassen wir`s halt bleiben.
L werkt fleißig in der Küchen,
S sitzt in ihrm Kämmerlein,
D, der muss die Wohnung wüschen,
M ist wiedermal daheim.
E sucht fern nach einem Wunder,
A muss kleine Türken lehren,
Leben hier war schonmal bunter,
Aufruf: Lasst uns ummekehren!
Lasst uns wieder Texte dichten,
Lasst uns haben große Freud,
Lasst uns wandern unter Fichten,
Also wie in alter Zeut.
Walle, walle manche Strecke,
Dass zum Zwecke Wasser fließe,
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.
Mittwoch, 24. September 2008
Erstes abstraktes Aquarell
Eigentlich sollte ich erleichtert sein. Heute hatte ich die letzte schriftliche Examensprüfung in diesem Jahr. Kunsttheorie. Es lief ganz gut, nicht übermäßig toll, aber doch so, dass man sich guten Gewissens einen freien Tag gönnen konnte. Einzig, dass die Frau vom Regionalschulamt meine Oblatenschachtel konfiszieren wollte, weil sie dachte, es wäre eine Art Chemiebaukasten für Kunststudenten, war außergewöhnlich. Doch nun, einige Stunden später, befinde ich mich in einem Zustand der Unsicherheit. Ich frage mich, ob ich vielleicht einfach sagenhaft dumm bin. Was nun ist passiert? Der zweite Teil der Prüfung bestand aus einer Bildanalyse und -interpretation. Vorgelegt wurde ein abstraktes Bild, an und für sich nicht außergewöhnlich. Außergewöhnlich war das, was ich daraus machte. Ich habe das Bild verkehrtherum, also auf dem Kopf stehend, analysiert. Soll passieren. Vor allem angehenden Kunstlehrern im Staatsexamen. Naja, mein Leben ist wieder um eine Pointe reicher, zwar auf Kosten meines Prüfungsergebnisses, aber man muss wohl Opfer bringen. Meine Kommune hat wohl recht, wenn sie sagt, dass aus mir nichts wird...
Sonntag, 14. September 2008
Es begab sich aber zu der Zeit...
So könnte man eine Erzählung beginnen, in der es um die Ankunft eines Kindes geht. Und wer hätte gedacht, dass innerhalb von einem Tag hier soviel passieren würde, dass man damit sogar mehrere Blogeinträge füllen könnte. Zurück zu dem Kind. Das erste, naja eigentlich das zweite, Schwarzackerkind ist unterwegs! Ich für meinen Teil, glaube nicht, dass es eine jungfräuliche Empfängnis war, auch, wenn der Vater vorerst im Dunklen bleibt. So lasst uns denn gratulieren. Auch im nächsten Fall kann man seine Glückwünsche bringen, mehr oder weniger verhalten, eine Schwarzackerverlobung wurde beschlossen. Und diese steht in keiner Verbindung zu den Eltern des Kindes. Für uns Unbetroffene stellt sich nun die Frage, wie es zu diesen Entwicklungen hat kommen können. Sollten wir langsam den Kinderschuhen entwachsen und ist es Zeit für uns, Verantwortung zu übernehmen? Oder sollten wir lieber die Zeit, die uns noch bleibt, bis es uns ähnlich ergeht, nutzen, und das Leben in vollen Zügen genießen? Ich für meinen Teil, werde mich heute weder für das eine, noch für das andere entscheiden, sondern mich auf meine nahende Kunstgeschichteprüfung vorbereiten. Oder habe ich das nicht die ganze Zeit schon getan?
Freitag, 22. August 2008
Funny story?
Pisa hat doch recht. Jugendliche sind immer weniger in der Lage selbst einfache Texte zu verstehen. Hier ein Beispiel aus dem Alltag einer nicht namentlich genannten Gesamtschule im Westen des Landes:
Im Zuge der Behandlung des Themas "Großstadtlyrik" im Deutschunterricht der Klasse 10 wird, um die Schüler nicht gleich am Anfang der Reihe mit Expressionismus zu überfordern, das Grönemeyer-Lied "Bochum" behandelt. Das Lied wird gehört, die Schüler sind motiviert. Das kennen sie, einige können den Text, dank regelmäßiger Praxis im Fußballstadion, sogar auswendig. Als die Frage aufkommt, wer im Text spricht, kann die spontane Äußerung "Grönemeyer" vorsichtig auf das "lyrische Ich" verlagert werden. Dies gilt es nun etwas genauer zu fassen. Nach einigen Fehlversuchen gelingt einem Schüler die Antwort: "ein Bochumer". Die Lehrkraft strahlt. Aber nur so lange bis der nächste Schüler eine ernüchternde Äußerung macht: "Wieso? Versteh ich nich. Kann doch auch n Kölner oder n Düsseldorfer sein." Nur nicht entmutigen lassen, denkt sich die motivierte Lehrkraft, und schlägt vor, gemeinsam die Textstelle zu suchen, die die Aussage belegt. Mutig preschen ein paar SchülerInnen mit Zitaten vor. Dann findet sich schließlich die Zeile "Bochum, ich komm aus dir". Der Lehrkraft fällt ein Stein vom Herzen. Geht doch. Zufrieden und aufmunternd lächelt sie den Schüler an und sucht in seinem Gesicht nach Anzeichen des Verständisses und der Zustimmung. Fehlanzeige: "Versteh ich trotzdem nich, aber egal", ist alles, was er noch zu diesem Thema zu sagen hat.
Im Zuge der Behandlung des Themas "Großstadtlyrik" im Deutschunterricht der Klasse 10 wird, um die Schüler nicht gleich am Anfang der Reihe mit Expressionismus zu überfordern, das Grönemeyer-Lied "Bochum" behandelt. Das Lied wird gehört, die Schüler sind motiviert. Das kennen sie, einige können den Text, dank regelmäßiger Praxis im Fußballstadion, sogar auswendig. Als die Frage aufkommt, wer im Text spricht, kann die spontane Äußerung "Grönemeyer" vorsichtig auf das "lyrische Ich" verlagert werden. Dies gilt es nun etwas genauer zu fassen. Nach einigen Fehlversuchen gelingt einem Schüler die Antwort: "ein Bochumer". Die Lehrkraft strahlt. Aber nur so lange bis der nächste Schüler eine ernüchternde Äußerung macht: "Wieso? Versteh ich nich. Kann doch auch n Kölner oder n Düsseldorfer sein." Nur nicht entmutigen lassen, denkt sich die motivierte Lehrkraft, und schlägt vor, gemeinsam die Textstelle zu suchen, die die Aussage belegt. Mutig preschen ein paar SchülerInnen mit Zitaten vor. Dann findet sich schließlich die Zeile "Bochum, ich komm aus dir". Der Lehrkraft fällt ein Stein vom Herzen. Geht doch. Zufrieden und aufmunternd lächelt sie den Schüler an und sucht in seinem Gesicht nach Anzeichen des Verständisses und der Zustimmung. Fehlanzeige: "Versteh ich trotzdem nich, aber egal", ist alles, was er noch zu diesem Thema zu sagen hat.
Donnerstag, 26. Juni 2008
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