Seit heute darf man nun vom endgültigen Tod des Schwarzackers sprechen. Klingelschilder werden neu geschrieben. S. hat sich achselzuckend mit einem feuchten Händedruck verabschiedet und sich eingeredet, dass ja eigentlich gar nichts anders wird, sie sei ja auch bei facebook, oder so. C. ist eh dauernd zu Besuch und wirft argwöhnische Blicke auf ihre Hinterlassenschaften.
Ich flüchte in meine Magisterarbeit und damit in den Mikrokosmos des altehrwürdigen Lesesaals der Deutschen Nationalbibliothek zu Leipzig. Von den schweren Eichentischen sprach ich bereits, an die ich beinahe mein Notebook für immer und ewig festgekettet hätte. Neben dem Mobiliar gibt es immer wieder auch Besucher, die es wert sind, dass man über sie ein Wort verliert: Insbesondere die Pärchen haben meine ungeteilte Aufmerksamkeit, sofern sie einen Tisch in meinem Blickfeld besetzen.
Ein Pärchen, wahrscheinlich beide Tiermedizin studierend, schrieb am gemeinsamen Blog (www.karlos-welt.de). Ich hatte trotz meiner Kurzsichtigkeit den Blogtitel über seine Schulter hinweg erspähen können und wurde hinter seinem Rücken zur heimlichen Blogleserin – live und in Farbe. Thema: Der hauseigene Kater schießt aus Katerperspektive Fotos und kommentiert diese in Katermanier, leider sehr lieblos, was Rechtschreibung und Grammatik angeht und wirklich nicht mein Humor.
Ein weiteres Pärchen erregte über mehrere Wochen meine Aufmerksamkeit. Die lebhaften Hände der beiden ließen vom Schoß des jeweils anderen unterm Tisch nur selten ab. Die Frau prägte zudem die Atmosphäre mit ihrem intensiven, beißenden Körpergeruch, der ihr schon morgens gegen neun Uhr anhaftete. Der pheromongedopte Typ machte es sich zu allem Übel zur Gewohnheit, immer dann, wenn sie sich gerade ein Buch holte oder zur Toilette ging, seinen Wordtext-Bildschirminhalt gegen billige Pornobildchen zu tauschen, um gerade rechtzeitig zu ihrer Rückkehr wieder „am Text zu arbeiten“. An drei verschiedenen Tagen wiederholte sich dieses Schauspiel, sodass ich von einer gewissen Regelmäßigkeit ausgehe und meinen Platz seither sehr sorgfältig in weiter Ferne derselben wähle.
Ein dritter Banknachbar beglückte mich in dieser Woche mit einer äußerst aufschlussreichen Buchauswahl, die ich hier mal kommentarlos und gewohnt vorurteilsfrei visualisiere.
Posts mit dem Label Sex werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sex werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 16. September 2009
Donnerstag, 23. Juli 2009
Sex oder Religion – Grenzen der freien Entfaltung
Nachdem wir nun die Party ohne größere Personenschäden überstanden haben und C.s Tage auf dem Schwarzacker gezählt sind, ist hier eine seltsame Stimmung eingekehrt. Die letzten gemeinsamen Stunden erachten wir als so kostbar, dass wir einhellig beschließen, sie nicht mit dem kollektiven Konsum von USF zu verbringen. Wer jetzt aber hofft, der Schwarzacker sei endlich zu seinem Intellekt angemessenen abendlichen Diskussionsrunden bei Wein und Pfeife in der Küche versammelt, der irrt. Wir haben lediglich das Fernsehprogramm gewechselt und USF gegen gesellschaftskritische Reportagen getauscht – der größtmögliche Kompromiss der examinierten Weiber. Thematisch bilden wir uns zunächst zur Problematik der Winterhoffschen Tyrannen-Kinder weiter. Wir lernen, dass es intuitiv richtig ist, Nudeln auf der blanken Tischplatte auszubreiten, für den Fall, dass die Töchter sich weigern, den Tisch zu decken. Ein Vater im Film fragt sich, ob es denn gut sei, Kindern Grenzen zu setzen und sie durch Erziehung in ihrer Entfaltung einzuengen – zum großen Unglück ist er von Beruf Psychiater. Ein drittes Elternpaar lebt zwar getrennt, teilt aber die Meinung, dass das Töchterchen ruhig bei allen Kerlen der Welt übernachten darf, weil „offn un ährlüsch is rischdisch!“ Stillschweigend teilen wir den Gedanken an unsere behütete fromme Kindheit und Jugend.
Das Bildnis einer gefallenen Welt gewinnt an Plastizität durch die darauffolgende Sendung zum Pornokonsum von 10-14-Jährigen. Wenigstens entfährt einer 13-jährigen, die nicht mehr zählen kann, mit wie vielen Jungs sie schon geschlafen hat, (auch, weil sie meistens betrunken fern gesehen hat, während sie „ihn machen“ ließ), sie bewundere die Mädchen, die sich bis 17 oder 18 mit ihrem „Ersten Mal“ Zeit lassen. Dass Keuschheit einem Bewunderung einbringt ist mir neu. Da hat Dr. Sommer wohl seine Strategie geändert. Ich hab aber auch schon lange nicht mehr Bravo gelesen.
Gleichzeitig befällt mich Panik: Wie soll ich ohne religiöse Indoktrination meine Kinder je davor bewahren, Pornographie süchtige Tyrannen zu werden? R. sagt, dass sich jede Generation an die ihr gestellten Herausforderungen anpassen könne. Aber wer weiß schon, was die Herausforderungen von Zehnjährigen in zehn Jahren sein werden? Ich muss mal darüber nachdenken, ob es angesichts der vielbeschworenen „Zeiten, die immer schlimmer werden“, nicht klug ist, wenn überhaupt, dann so bald wie möglich Kinder zu bekommen. Ich werd mal die 10-Jährigen von heute befragen, was man dazu alles benötigt.
Freitag, 23. Januar 2009
Levottomat 3
Ein schlauer, von uns allen bewunderter Mann hat einmal gesagt: “Weniger lesen - mehr fernsehen!” Wir halten uns an manchen Abenden daran, und genau wie alle Studenten, die sich zu ihrem Fernsehkonsum bekennen, schauen wir dann 3sat oder arte. Was nun unterscheidet diese Sender von den USF-Sendern? Ist das Programm wirklich bildender? Wir haben festgestellt: 3sat ist vor allem ein Sender, auf den man zu recht frühen Zeiten kostenlos Pornos schauen kann. Natürlich sind das keine herkömmlichen Pornos, sondern solche für Intellektuelle. Diese laufen dann unter solch kryptischen Titeln wie “Lust auf Sex”. Hinter diesem Film etwa verbirgt sich Folgendes: Jonna, eine junge erfolgreiche Designerin und Mutter hat ein Problem. Sie ist süchtig nach Sex. Diesen holt sie sich deshalb bei allem, was ihr über den Weg läuft. Klingt komplex, ist es auch. In etwa zwei Stunden wird dies nun vor dem verständnisvollen Zuschauer ausgebreitet, solange, bis der Ehemann davon erfährt und es zum dramatischen Showdown kommt. Zum Glück hat Jonna im Laufe des Films zufällig eine Sexualtherapeutin kennengelernt, die ihr aus dem Sumpf heraushilft. Dies wird dann allerdings nur noch angedeutet, denn wer will so etwas schon sehen. In der darauf folgenden Vorschau für die nächsten Tage, ist eigentlich auch nur nacktes Fleisch zu sehen. Hochkarätige Schauspieler ziehen sich für einen guten Zweck aus. Sie weisen damit auf weit verbreitete gesellschaftliche Probleme wie eben Sexsucht oder dem Trieb zum Animalischen (natürlich auf sexueller Ebene) hin. Wir haben uns nach dieser Vorschau entschlossen, in Zukunft wieder mehr zu lesen und weniger fernzusehen. Und wenn schon, dann jedenfalls USF.
Dienstag, 6. Januar 2009
Nackte Fremde - Eine Auswertung
Schon seit dem 24.12. ist unsere Umfrage zum Thema “Naked Man” beendet. Insgesamt haben 26 Leser abgestimmt, ich hoffe, niemand hat durch Tricks versucht, mehrfach zu antworten und so die Statistik zu verfälschen. Der Großteil unserer Blogleser scheint eher oberflächlich zu sein, so würden immerhin 15 von 26, also mehr als die Hälfte der Antworter ihre Entscheidung von der körperlichen Erscheinung der Person abhängig machen. Gibt es wirklich so wenig Menschen, die noch Wert auf Persönlichkeit legen? (An allen Antworten sind natürlich auch die Blogschreiber beteiligt, die immer grundehrlich abstimmen.) Zwischen den beiden Extremen, dem Geschlechtsverkehr (7) und dem Rausschmiss (9), herrscht fast Gleichstand, allerdings ist es beruhigend zu sehen, dass die Anzahl der entrüsteten, anständigen und traditionell orientierten Leser doch überwiegt. In besagter Serie kam es in 2 von 3 Fällen zum Geschlechtsverkehr - mit Garantie! Wir liegen also diesmal nicht im Trend - der deutsch-amerikanische Unterschied kommt hier voll zum Tragen. 6 Jungfrauen lesen unser Blog, aber genausoviele Dreier-Interessenten sind dabei. Schön ist es zu sehen, wie humorvoll ein Großteil der Abstimmer ist, immerhin die Hälfte würde angesichts der nackten Person in Gelächter ausbrechen.
Inwiefern man die Antworten als gültigen Schnitt sehen kann, bleibt zu bezweifeln, denn wer würde im tatsächlichen Fall schon so reagieren, wie er hier angab.
Inwiefern man die Antworten als gültigen Schnitt sehen kann, bleibt zu bezweifeln, denn wer würde im tatsächlichen Fall schon so reagieren, wie er hier angab.
Mittwoch, 26. November 2008
The Naked Man
Dies ist ein Artikel, der ein Dating-Verhalten beschreibt, in der Hoffnung, E. stellt die passende Umfrage dazu auf das Blog, da ich nicht dazu in der Lage bin. Wie der Titel verrät, handelt es sich um die Strategie "Naked Man" und ich nehme die "Naked Woman" dazu. Erfunden wurde diese in unserer Lieblingsserie "HIMYM". Folgende Situation: Du hast ein erstes Date, nimmst den Mann/die Frau mit nach Hause, verlässt das Zimmer in dem ihr euch aufhaltet und als du zurückkommst ist der- bzw. diejenige nackt. Wie verhältst du dich? Die Statistik, die die Serie über den Erfolg der Strategie aufstellt, wird am Ende der Umfrage veröffentlicht, da sonst das Ergebnis eventuell verfälscht wird.
Mittwoch, 19. November 2008
ARS der Regulierung
Heute befasse ich mich selektiv mit einigen Dimensionen des wertvollen Begriffs "Regulierung". Erste Anwendung: Ich reguliere die nachfolgende Artikelstruktur, indem ich die willkürlich ausgewählten zwei bis drei Schlüsselbegriffe in alphabetischer Reihenfolge behandle. Das ist zugegebenermaßen ein Zufallsprinzip, aber wie der Zufall will, kommt auch das Schönste zum Schluss.
1) Ich gehe kurz auf die Regulierung meines Alkoholspiegels ein. "Ich trinke nicht. Das verträgt sich nicht mit meinen Medikamenten." Das ist einerseits wahr. Es gibt jedoch Ausnahmesituationen, in denen ich mit diesem Grundsatz zu brechen pflege, insbesondere bei Theologiestudierendenfeiern, wie der Nox communis, die vermutlich ohne Alkohol nicht auszuhalten wären. Ich habe es allerdings nie auf einen alkoholfreien Versuch ankommen lassen.
Seit diesem Jahr begleitet mich meine Alibiblondine C. zu solchen Feiern. Wir wollen zu spät kommen, um die vier Euro Eintritt zu sparen und verpassen die Bahn, weil M. die Küchenuhren immer heimlich vorstellt. Die verzögerte Abfahrt veranlasst uns zur Benutzung eines BILD-Zeitungsautomaten, die inzwischen an jeder guten Haltestelle aufgestellt sind. C. zahlt, ich muss sie tragen. Als wir ca. zweieinhalb Stunden verspätet ankommen, haben wir noch nichts wesentliches verpasst. C. erweist sich als überaus nützliche Begleiterin und entlockt innerhalb von Sekunden einem westdeutschen Pfarramtskandidaten Freibier für uns beide. Sie ist im Übrigen eine der wenigen in unseren Reihen, die ein Leben als Pfarrfrau für erstrebenswert hält. Die Alkoholspiegelregulierung erfolgte dann auf dem Heimweg, eine kalte Stunde im Morgengrauen des Buß- und Bettags.
2) Reibungsregulierung ist ein schändlich vernachlässigtes Thema im USF dieser Tage. Wenigstens Birgit Schrowange nimmt sich seiner an. Sorgenvoll wirft sie einen Blick in die Edelbordells Deutschlands, wendet sich dann mit aller Ernsthaftigkeit dem Zuschauer zu und betont mit Nachdruck, wie wichtig es sei, für einen reibungslosen Ablauf des Koitus zu sorgen. Unsere spontane "Stellungnahme" von der USF-Couch: "Bitte kein Koitus ohne Reibung" Unterirdisches Niveau an dieser Stelle möge man mir aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Regulierung des Alkoholspiegels verzeihen.
3) Zur Schmerzregulierung: Ich bekenne mich zu meinem Glauben an meine Selbstheilungskräfte. Seit einem Jahr tröpfle ich mir Bachblüten in den Mund, meine persönliche Mischung. White Chestnut verhindert Reizüberflutung; Elm lässt mich mehr Verantwortung übernehmen, Mimulus lehrt mich den Umgang mit irrationalen Ängsten, Chestnut Bud zerstört Lernblockaden und fördert die Konzentration, Oak macht mich gelassener gegenüber meinen Verpflichtungen und Sceleranthus wischt alle Zweifel weg. Bachblüten machen glücklich! Jetzt lese ich: Sassoferrato hat ein Bild gemalt, das Schmerzen lindert.
"Die Katholiken hatten während der Schmerzphase eine stärkere Aktivierung im rechten ventrolateralen präfrontalen Kortex, wenn sie dabei das Bild der Jungfrau Maria kontemplierten."
Da kann Bach mit seinen Blüten nicht mithalten. Mir steht offenbar ein Konfessionswechsel bevor.
1) Ich gehe kurz auf die Regulierung meines Alkoholspiegels ein. "Ich trinke nicht. Das verträgt sich nicht mit meinen Medikamenten." Das ist einerseits wahr. Es gibt jedoch Ausnahmesituationen, in denen ich mit diesem Grundsatz zu brechen pflege, insbesondere bei Theologiestudierendenfeiern, wie der Nox communis, die vermutlich ohne Alkohol nicht auszuhalten wären. Ich habe es allerdings nie auf einen alkoholfreien Versuch ankommen lassen.
Seit diesem Jahr begleitet mich meine Alibiblondine C. zu solchen Feiern. Wir wollen zu spät kommen, um die vier Euro Eintritt zu sparen und verpassen die Bahn, weil M. die Küchenuhren immer heimlich vorstellt. Die verzögerte Abfahrt veranlasst uns zur Benutzung eines BILD-Zeitungsautomaten, die inzwischen an jeder guten Haltestelle aufgestellt sind. C. zahlt, ich muss sie tragen. Als wir ca. zweieinhalb Stunden verspätet ankommen, haben wir noch nichts wesentliches verpasst. C. erweist sich als überaus nützliche Begleiterin und entlockt innerhalb von Sekunden einem westdeutschen Pfarramtskandidaten Freibier für uns beide. Sie ist im Übrigen eine der wenigen in unseren Reihen, die ein Leben als Pfarrfrau für erstrebenswert hält. Die Alkoholspiegelregulierung erfolgte dann auf dem Heimweg, eine kalte Stunde im Morgengrauen des Buß- und Bettags.
2) Reibungsregulierung ist ein schändlich vernachlässigtes Thema im USF dieser Tage. Wenigstens Birgit Schrowange nimmt sich seiner an. Sorgenvoll wirft sie einen Blick in die Edelbordells Deutschlands, wendet sich dann mit aller Ernsthaftigkeit dem Zuschauer zu und betont mit Nachdruck, wie wichtig es sei, für einen reibungslosen Ablauf des Koitus zu sorgen. Unsere spontane "Stellungnahme" von der USF-Couch: "Bitte kein Koitus ohne Reibung" Unterirdisches Niveau an dieser Stelle möge man mir aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Regulierung des Alkoholspiegels verzeihen.
3) Zur Schmerzregulierung: Ich bekenne mich zu meinem Glauben an meine Selbstheilungskräfte. Seit einem Jahr tröpfle ich mir Bachblüten in den Mund, meine persönliche Mischung. White Chestnut verhindert Reizüberflutung; Elm lässt mich mehr Verantwortung übernehmen, Mimulus lehrt mich den Umgang mit irrationalen Ängsten, Chestnut Bud zerstört Lernblockaden und fördert die Konzentration, Oak macht mich gelassener gegenüber meinen Verpflichtungen und Sceleranthus wischt alle Zweifel weg. Bachblüten machen glücklich! Jetzt lese ich: Sassoferrato hat ein Bild gemalt, das Schmerzen lindert.
"Die Katholiken hatten während der Schmerzphase eine stärkere Aktivierung im rechten ventrolateralen präfrontalen Kortex, wenn sie dabei das Bild der Jungfrau Maria kontemplierten."
Da kann Bach mit seinen Blüten nicht mithalten. Mir steht offenbar ein Konfessionswechsel bevor.
Mittwoch, 5. November 2008
Cybersex?
Und wieder einmal schreibe ich auf Grundlage eines LVZ-Artikels aus der Wochenendbeilage. Mit vielen Menschen wurde dieser bisher diskutiert und dabei kristallisierte sich folgende Erkenntnis heraus: Frauen denken viel praktischer als Männer. Inhalt des Artikels war etwa folgender: wenn eine Frau sich dafür entscheiden müsste, mehr Zeit mit ihrem Partner oder mit ihrem Rechner zu verbringen, würde sich nur eine von fünf Frauen für den Mann entscheiden. Schockierend, möchte man meinen, aber nachdem wir dies in einer Frauenrunde ausdiskutiert hatten, fanden zumindest vier von fünf Frauen dies sehr plausibel. Und damit liegt der Schwarzacker und Freundeskreis wieder mal total im Trend, hurra. Also:
1.) Der Rechner ist nötig, damit ich mein Studium schaffe, ein Mann wohl kaum.
2.) Durch einen Computer ist viel weiter gefächerte Kommunikation möglich, als mit nur einem Partner.
3.) Meinen Laptop kann ich jederzeit umtauschen und mir einen neuen auswählen, ohne ihm das kleine sensible Cyberherz zu brechen.
4.) Zu einem Rechner baut man im seltensten Fall eine emotionale Beziehung auf, und so muss man sich auch nicht dauernd mit seinen Problemen beschäftigen.
5.) Computer jammern nicht rum, wenn sie krank sind.
Zugegeben, Männer haben auch den einen oder anderen Vorteil, aber dies ist nicht Gegenstand dieses Artikels. Fazit der Frauen: die Entscheidung fällt schwer, aber Rechner sind einfach praktischer. Am besten wäre jedoch beides, und da so eine Entscheidung eh niemals von uns gefordert werden wird, ist es Schwachsinn, darüber nachzudenken.
Nun noch ein paar Sätze zu den Männern. Nach einer repräsentativen Umfrage, die ich unter fünf Männern durchführte, würden fünf von fünf Männern auf ihren Rechner zugunsten einer Frau verzichten. Den Grund können wir uns alle denken. Trotzdem: Chapeau, Männer!
1.) Der Rechner ist nötig, damit ich mein Studium schaffe, ein Mann wohl kaum.
2.) Durch einen Computer ist viel weiter gefächerte Kommunikation möglich, als mit nur einem Partner.
3.) Meinen Laptop kann ich jederzeit umtauschen und mir einen neuen auswählen, ohne ihm das kleine sensible Cyberherz zu brechen.
4.) Zu einem Rechner baut man im seltensten Fall eine emotionale Beziehung auf, und so muss man sich auch nicht dauernd mit seinen Problemen beschäftigen.
5.) Computer jammern nicht rum, wenn sie krank sind.
Zugegeben, Männer haben auch den einen oder anderen Vorteil, aber dies ist nicht Gegenstand dieses Artikels. Fazit der Frauen: die Entscheidung fällt schwer, aber Rechner sind einfach praktischer. Am besten wäre jedoch beides, und da so eine Entscheidung eh niemals von uns gefordert werden wird, ist es Schwachsinn, darüber nachzudenken.
Nun noch ein paar Sätze zu den Männern. Nach einer repräsentativen Umfrage, die ich unter fünf Männern durchführte, würden fünf von fünf Männern auf ihren Rechner zugunsten einer Frau verzichten. Den Grund können wir uns alle denken. Trotzdem: Chapeau, Männer!
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Bockwurst im Flur
Das Dilemma mit den Ms, eine heikle Sache, in der Tat. Ein Problem unserer Generation vielleicht sogar. Aber nur ein kleines von vielen. Denn wie uns allen im Prinzip bewusst ist, erwachsen uns Probleme, die Generationen vor uns nicht kannten. Wir stellen uns Fragen, die sich unsere Eltern wahrscheinlich nie zu stellen gewagt hätten. Denken wir zumindest, sonst würden wir uns heute für sie schämen. Und manchmal wissen wir aufgrund mangelnder Erfahrung nicht einmal, ob es sich tatsächlich um ein Problem handelt.
So ist es zum Bsp. mit der erst kürzlich auf dem Schwarzacker diskutierten Frage der "Bockwurst im Flur". Mir ist entfallen, wer dieses glorreiche Zitat prägte, aber es war ein erfahrener Mann, ein Kenner der Frauen und ihrer anatomischen Spezifika in verschiedenen Phasen des Lebens. Was also, wenn er recht hätte? Welche Konsequenzen hätte das für uns? Sollte man darüber in einem Blogeintrag schreiben? Ich zweifle, aber wen soll man fragen? Welche stolzen und glücklichen Eltern würden uns ehrliche Auskunft über die Qualität des nachgeburtlichen Sex geben? Während ich mich also noch sträube, detaillierter auf das Thema einzugehen, komme ich insgeheim zu dem Schluss, dass wir davon wahrscheinlich nicht die Entscheidung für oder gegen Kinder abhängig machen würden und sollten. Und ist nicht überhaupt jede Frau auch anders? Und liegt es nicht letzten Endes sowieso immer daran, was der Mann daraus macht?
Warum also schlafende Hunde wecken? Vielleicht ist es besser, nicht zu viel zu wissen und es zu riskieren. Und wer weiß, vielleicht werden wir ja positiv überrascht. Und wenn nicht?
So ist es zum Bsp. mit der erst kürzlich auf dem Schwarzacker diskutierten Frage der "Bockwurst im Flur". Mir ist entfallen, wer dieses glorreiche Zitat prägte, aber es war ein erfahrener Mann, ein Kenner der Frauen und ihrer anatomischen Spezifika in verschiedenen Phasen des Lebens. Was also, wenn er recht hätte? Welche Konsequenzen hätte das für uns? Sollte man darüber in einem Blogeintrag schreiben? Ich zweifle, aber wen soll man fragen? Welche stolzen und glücklichen Eltern würden uns ehrliche Auskunft über die Qualität des nachgeburtlichen Sex geben? Während ich mich also noch sträube, detaillierter auf das Thema einzugehen, komme ich insgeheim zu dem Schluss, dass wir davon wahrscheinlich nicht die Entscheidung für oder gegen Kinder abhängig machen würden und sollten. Und ist nicht überhaupt jede Frau auch anders? Und liegt es nicht letzten Endes sowieso immer daran, was der Mann daraus macht?
Warum also schlafende Hunde wecken? Vielleicht ist es besser, nicht zu viel zu wissen und es zu riskieren. Und wer weiß, vielleicht werden wir ja positiv überrascht. Und wenn nicht?
Montag, 22. September 2008
Sonntag, 14. September 2008
Es begab sich aber zu der Zeit...
So könnte man eine Erzählung beginnen, in der es um die Ankunft eines Kindes geht. Und wer hätte gedacht, dass innerhalb von einem Tag hier soviel passieren würde, dass man damit sogar mehrere Blogeinträge füllen könnte. Zurück zu dem Kind. Das erste, naja eigentlich das zweite, Schwarzackerkind ist unterwegs! Ich für meinen Teil, glaube nicht, dass es eine jungfräuliche Empfängnis war, auch, wenn der Vater vorerst im Dunklen bleibt. So lasst uns denn gratulieren. Auch im nächsten Fall kann man seine Glückwünsche bringen, mehr oder weniger verhalten, eine Schwarzackerverlobung wurde beschlossen. Und diese steht in keiner Verbindung zu den Eltern des Kindes. Für uns Unbetroffene stellt sich nun die Frage, wie es zu diesen Entwicklungen hat kommen können. Sollten wir langsam den Kinderschuhen entwachsen und ist es Zeit für uns, Verantwortung zu übernehmen? Oder sollten wir lieber die Zeit, die uns noch bleibt, bis es uns ähnlich ergeht, nutzen, und das Leben in vollen Zügen genießen? Ich für meinen Teil, werde mich heute weder für das eine, noch für das andere entscheiden, sondern mich auf meine nahende Kunstgeschichteprüfung vorbereiten. Oder habe ich das nicht die ganze Zeit schon getan?
Samstag, 13. September 2008
One-Night-Stands mit alternden argentinischen Kellnern
Es gibt Tage, da ist es schwierig, ein passendes Blogthema zu finden. Man hätte zwar viele Ideen und Möglichkeiten, diese sind allerdings ob ihrer Aktualität bzw. Peinlichkeit nicht “freigegeben”. Wenn dies dann endlich so weit ist, sind sie langweilig geworden, wie z.B. die Geschichte von L. und ihrem “väterlichen Freund” (auch L.), über die wirklich niemand mehr reden will. (Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass die Kürzel, die wir verwenden, scheinbar so undurchschaubar sind, dass Leser Probleme mit der Zuordnung haben, die Informationen, die wir in unseren Geschichten verwenden, werden also vertraulich behandelt.) Derzeit würde ich besonders gern über zwei Themen schreiben, eines davon wird wahrscheinlich nie freigegeben, One-Night-Stands sind eben immer noch ein prekäres Gebiet, und der argentinische Kellner ist noch zu frisch. Wir haben uns auch entschieden, nicht mehr über die Stimmungsschwankungen während der Prüfungszeit zu schreiben, obwohl meine nächtlichen Halluzinationen schon einen Blogeintrag wert wären. Themen, die weiterhin nicht bearbeitet werden sind die Brustgröße von S. sowie die Verschiebung der Zyklen von E., denn wer möchte darüber schon informiert werden. In nächster Zeit könnte sich auf Grund einer anstehenden Darmspiegelung in unserem Kreis ein nettes Geschichtlein finden, weiterhin könnte der neue Zwischenmieter T. für Gesprächsstoff sorgen. Und bis dahin denken wir uns einfach Geschichten aus, denn wer kann bei unserem Blog schon Realität und Fiktion unterscheiden? (Dabei fällt mir ein, wie wärs mit `nem Eintrag zu der Person unter uns, die selbst nicht merkt, wenn sie lügt? Ein dankbares Thema, oder?)
Freitag, 29. August 2008
“Wir freuen uns glücklich!”
Und das des Öfteren. Die einen freuen sich darüber, dass es etwas zu essen gibt, andere, dass endlich eine neue House-Folge im Internet hochgeladen wurde und manche von uns über beides. Im Fernsehen “freut” sich die gesuchte Schwiegertochter “glücklich” darüber, dass ein wirklich unansehnlicher Mann ihr einen Heiratsantrag gemacht hat. S. freut sich darüber, dass er so gut aussieht (vgl. “Ich bleib schon öfters mal vorm Spiegel hängen”, Artikel in Arbeit), St. freut sich auf Weihnachten, weil dann endlich die erste Etappe der Prüfungen geschafft ist. E. ist erfreut, dass auf der Straße ein Häufchen Hundekot aufrecht steht. L. und D. freuen sich auf ihren Urlaub, M. freut sich auf "de Haamit". Ich freue mich über Ablenkung aller Art. Aber es gibt hier durchaus auch Dinge, die uns Kummer machen. So ärgert sich E. über zu ausgeprägte Waschbrettbäuche bei Männern und über M. Dieser ärgert sich darüber, dass er das Klopapierangebot bei Aldi verpasst hat. Ich ärgere mich, dass die Schokolade schon wieder alle ist und D. die falsche Flüssigseife gekauft hat. St. ärgert sich, wenn ihre Tastatur ausfällt oder wenn “Französisch gekotzt” wird. L. ist verärgert, wenn man nicht bereit ist einzusehen, dass die Arbeit an einer Hochzeitszeitung mindestens genauso nervenaufreibend ist, wie die Vorbereitung auf ein Examen. Nur D. ist gelassen, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, und sieht dem verärgerten Treiben auf dem Schwarzacker zu, oder worüber ärgerst du dich, D.? (Antwort wird in Form eines Blogeintrags erwartet!)
Mittwoch, 20. August 2008
Zwischen Volksverdummung und Intellekt
Einst lebte auch ich auf diesem idyllischen, viel zitierten Fleckchen Erde - dem Schwarzacker. Nun, tief im Westen, muss ich ohnmächtig mit ansehen, wie Niveau und Moral immer weiter sinken. Die einstige Oase für intellektuelles Denken weicht dem USF, die Tiefgründigkeit der Gespräche scheint sich dem anzupassen. Anstatt der Dekadenz unserer Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, wird sie kultiviert. Doch noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben. Es mag nur ein vorübergehender Zustand sein, der der Überlastung durch Universität, drohende Examina u. ä. geschuldet ist. Lektüreschäden verschiedenster Art wollen schließlich kompensiert sein. Davon bleiben auch geachtete Professoren nicht verschont. Nehmen wir Frau Prof. Dr. U. F. als Beispiel. Sie beschäftigte sich so eingehend mit Flaubert und Proust, dass ein Ausgleich durch die beinahe pornographische Filmkunst à la Breillat (sadoerotische Elemente!) erforderlich war. Auch Mutter ist sie zwischenzeitlich geworden. Ekelhaft.
Montag, 11. August 2008
Der Akt an sich ist dann immer dasselbe!
So, ich werde mich nun endlich einmal einem unserer bisher wenig im Blog besprochenen Lieblingsthemen widmen. Die Überschrift gibt einen Hinweis - es geht um Sex. Ein Thema, bei dem sich die Schwarzackergeister scheiden, die einen reden gerne darüber, andere wiederum äußern sich nur selten dazu. Doch am Ende hat man jeden irgendwann einmal soweit, dass er aus dem Nähkästchen plaudert. Dann werden interessante Ansätze, wie Sexspielzeuge aus 100% ökologischem Anbau (der sogenannte “Naturdildo”) oder Verhütung mit Einmalhandschuhen (und wir rätseln immer noch, wie das funktionieren soll, denn scheinbar geht es) besprochen, oder die Frage, ob eine Frau überhaupt schlecht im Bett sein kann und wenn ja, was sie dafür machen oder unterlassen muss. Da die hiesigen Frauen auch beim Gegenstand Sex viel mehr reden, kann dies für die anwesenden Männer sehr lehrreich sein. Die Bestätigung dafür haben wir von diesen selbst: “Hier lernt man wirklich fürs Leben”(wenn man nicht schon wieder abgeschaltet hat, aufgrund des Konglomerats von Frauenstimmen, von dem Mann hier beschallt wird). Sogar unser bei diesem Thema eher zurückhaltender Mitbewohner S. äußerte sich unlängst auf aufsehenerregende Weise zu besagter Sache. Doch mehr dazu im in Planung stehenden Artikel “Simone Sanchez - Bergsteigen für guten Sex.” Allerdings sollte man nicht zu offen mit der aktiven Umsetzung desselben sein. Dies wird dann natürlich gemeinsam von allen (nur ohne die Beteiligten) besprochen und häufig zum Stein des Anstoßes. “Warum ist das Essen noch nicht fertig? Wollte M. nicht kochen?” “Ja, ich wollte ihn schon fragen, aber immer, wenn ich an sein Zimmer klopfe, kommt nur ein “Neeiiiin!”. Und sie haben heute sein Zimmer noch nicht einmal verlassen!” Entrüstung pur! Denn wenn man sich hier nicht einmal mehr darauf verlassen kann, dass das Essen pünktlich auf dem Tisch steht, worauf kann man dann überhaupt noch bauen? Naja, Verlass ist scheinbar zumindest auf eines, und dafür möchte ich eine inzwischen verheiratete ehemalige Schwarzackerbewohnerin zitieren, die aus ihrem langjährigen Erfahrungsschatz berichtet: “Der Akt an sich ist dann immer dasselbe!”, und für die Leute unter uns tröstend, die keinen regelmäßigen Sex haben: “Und mit der Zeit wird`s auch langweilig.”
Samstag, 19. Juli 2008
„Warum liegt hier eigentlich Stroh?“
Diese Frage bezieht sich keineswegs auf ein gewisses Youtube-Video zwielichtiger Art. Nein es geht hier vielmehr um die natürlichen Roggenstroh-Matratzen in unserem Quasi-Wohnzimmer, das eigentlich das (Schlaf-)Zimmer von E. ist. Über etwa ein Jahr lang musste nämlich eine schwerwiegende Entscheidung getroffen werden: Worauf sollten sich USFler zukünftig niederlassen? Besser: Worauf sollte E. in Zukunft schlafen? Stellt sich zunächst die Frage, worauf sie bisher geschlafen hatte: IKEA-Doppelbett, zusammenklappbar, auch als Sofa zu gebrauchen. Matratzen leider nicht sehr rückenfreundlich, was natürlich die Überlegung zu wechseln erst aufkommen lässt. Ein weiteres Kriterium: Frau ist jetzt wieder single. Wozu also noch ein Doppelbett? Da hört sie von diesen harten Matratzen aus Stroh. Schon einmal hatte sie darauf geschlafen und völlig unerwartet war sie ohne Rückenschmerzen aufgewacht – oh Wunder. Also findet sie heraus, dass Leute aus dem Bekanntenkreis in einigen Wochen zwei solcher Matratzen von sonst wo her nach S. in die thüringische Heimatstadt der Betroffenen bringen könnten. Irgendwann später, bei Gelegenheit, würden diese mit einem Auto nach LE. transportiert werden können. Gesagt, getan, nach weiteren Wochen, in denen sie sich überlegt, wo sie nun den Rahmen eines Einzelbettes herbekommen könnte, ist die Gelegenheit da. Zwei Riesenmatratzen, die sich zunächst eher nach Stein als nach Stroh anfühlen, werden in besagtes Zimmer einquartiert. Das Einzelbettgestell hatte sich bei einem benachbarten Räumungsverkauf recht günstig erwerben lassen und zum Probeliegen in der ersten Nacht lässt sie das alte Bett noch stehen und beschließt, auf einer der neuen Matratzen zu schlafen. Allerdings mit Auspolsterung durch Schaffelle. Nun ja, wie erwartet sind die Rückenschmerzen am nächsten Morgen extrem. Zu dieser Zeit wird die These noch ignoriert, die Schmerzen kämen davon, dass die sämtlich nötigen Umräum- und Schlepparbeiten – Truhe, Bettgestell, besagte Matratzen – von E. eigenständig und ohne Hilfe (Frau ist schließlich emanzipiert) durchgeführt worden waren. Die Sache wird also wieder abgebaut, so wird das nichts. Wie kriegt sie jetzt diese blöden Matratzen wieder los? Und wie kann sie C. erklären, dass sie das ihr schon versprochene Doppelbett doch behalten will? Nun, es gibt auf alles eine Antwort. C. findet sich damit ab, obwohl sie schon große Bettlaken von der Mutter geschenkt bekommen hatte und ansonsten gibt’s ja E-bay. Dann ist E. sowieso vier Wochen lang nicht da: Fun-Reise nach Amerika. Und dass sie hinterher das Doppelbett doch wieder braucht, hat zwar vorher niemand gewusst, aber gut, dass es nun noch da ist. Wenige Wochen später versucht sie es noch mal mit dem Stroh (bei E-bay hat sich bis jetzt niemand gemeldet). Eine neue Idee: Beide Matratzen auf das Doppelbettgestell. Diesmal mit Hilfe. Ein Glück. Denn siehe da: Der Rücken schmerzt weder nach der ersten noch nach der zweiten Nacht. (Die weiter oben beschriebene Ahnung bestätigt sich also widerwillig.) Außerdem ist der Mensch ja ein Gewohnheitstier. Die USF-Gucker finden es auch gut. Und so scheint die Geschichte fast in Vergessenheit zu geraten, bis: es eben anders kommt. Eine Lüge bahnt sich an. Eine mit Konsequenzen. Keine schlimmen. Jedenfalls nicht für E. Unverhofft klingelt nämlich eines Tages das Telefon. Eine weibliche Person am anderen Ende der Leitung freut sich darauf, möglichst schnell an zwei Roggenstrohmatratzen zu kommen, die laut Internet unter dieser Nummer zu bestellen sind. Die sollen nämlich sehr gut für den Rücken sein. Gut, dass E. fast alles ohne mit der Wimper zu zucken sehr überzeugend erklären kann. Voller Selbstvertrauen und mit ehrlichem Bedauern wird also der Frau gesagt, dass die Matratzen schon verkauft sind. Am Abend wird das schlechte Gewissen reumütig gereinigt, in einer kleinen Aussprache bei der Mitbewohnerin. Nun ja, die Frau wird es verkraften und E. ist wahrscheinlich schon längst drüber weg. Nur manchmal erinnert eine kleine Ermahnung an den langen Weg zum Roggenstroh: „Wehe ihr verschüttet eure Getränke auf mein Bett. Das ist Stroh. Das schimmelt dann.“ Und mit einem Schmunzeln auf den Lippen widmen sich die anwesenden Personen wieder dem spannenden Geschehen einer Lieblingsserie, unterbrochen von USF-Pausen…
Freitag, 4. Juli 2008
Männer sind Spielzeug

Ein harmonisches Phlegma hat sich seit einigen Monaten auf dem Schwarzacker breit gemacht. Mein Neuner und meine Neunerin sind mittelmäßig erziehbar und weitgehend friedfertig. Wir leben beschaulich ruhig.
Doch es ist nicht einmal zwei Jahre her, da wohnten hier vorübergehend zwei exzessiv und verschwenderisch lebende Untermieter (m/w) mit nach eigenen Aussagen schweren psychischen Störungen des Männchens (sieben plus vier, ausgerechnet Trost- und Stresspunkte meiner Wenigkeit).
Eines Morgens machte ich im Bad eine grausige Entdeckung. Ein Button lag im Spiegelschrank - eingeklemmt zwischen seiner Zahnbürste und ihren verbogenen Haarklammern. (Haarklammern und Zahnbürsten dürfen in der Weltordnung einer Eins übrigens keinesfalls nahe beieinander aufbewahrt werden. Aber das steht in einem anderen Buch.) Der Button lag mit dem Gesicht nach oben auf Augenhöhe, so, dass ich nicht umhin kam, ihn zu lesen.
Nun ist Buttonlektüre im Allgemeinen ein Nischeninteresse. Fünf Minuten Fahrzeit, Stehplatz in der Bahn, keine Hände frei für die Zeitung - da kann man schonmal für ein paar Sekunden fremder Menschen buttonübersäte Armee-Rucksäcke studieren. Doch schon nach dem dritten Motiv wende ich mich gelangweilt ab. Immer dasselbe: Nirvana, Hanf und Anarchie.
An jenem Morgen war die Buttonlektüre nicht weniger ernüchternd:„Boys are toys!“ stand da weiß auf schwarz. „Männer sind Spielzeug!“ Nun, die enneagrammatische Eins erlaubt sich normalerweise keine Spielchen. Jeder Tag ist der Ernst des Lebens ein bisschen ernster zu nehmen. Ein tägliches Mindestmaß an To-Do-Punkten hatte sich auch der mitwohnende Parasit, Verzeihung Patient, notiert: Für den seltenen Fall, dass er noch vor Anbruch der Abenddämmerung erwachen sollte, stand da: „Baden – Frühstücken – aufstehen – Solarium – Therapie – Shoppen – Sexy sein“ in genau dieser Reihenfolge. Lange hat es ab dieser Entdeckung nicht mehr gedauert, bis die Neuner zu mir kamen.
Abonnieren
Posts (Atom)
