Posts mit dem Label Sprache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sprache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 6. November 2009
Geigenraten
Als engagierte Lehrerin, die ich derzeit manchmal noch bin, führte ich heute eine Umfrage im Deutschunterricht der fünften Klasse durch. Im Gegenzug zu Ruhe und Konzentration auch freitags in der letzten Stunde, gab ich den Kindern die Gelegenheit, realistische Wünsche an meinen Unterricht zu formulieren. Die Auswertung ergab Folgendes: während ein Schüler vorschlägt, ich sollte jeden sein eigenes Buch schreiben lassen, möchte ein anderer “Witze ärzahlen”. Jemand will öfter “mimik und gestik darstellen”, ein anderer möchte “Hinaus gehen und etwas Spielen oder einmal draussen Lehrnen”. Ein Kind meint, man sollte den Deutschunterricht eher nutzen, um “Comics [zu] Zeicchnen” und “Nicht so viel [zu] schreiben”. Einem nächsten scheint ein Gitterrätsel, das ich vor ein paar Wochen mitbrachte, gefallen zu haben, es möchte “In Gästchen Wörter suchen”. Ein Mädchen wünscht sich das allseits beliebte Spiel “Geigenraten”. Immerhin ein braver Schüler schreibt: “Der Deutschuntericht geffält mir so wie er ist”. Ich denke, ich werde mich zur Freude aller ab der nächsten Stunde verstärkt auf Orthographie konzentrieren.
Donnerstag, 30. April 2009
Kulturreflexion
Ich bin froh, dass mir meine postabiturielle Erfahrung der französischen Interkulturalität manche Überraschung im Ruhrgebiet erspart hat. Der innerdeutsche Kulturschock war marginal, den Ausländer-, pardon, Migrantenanteil der Bevölkerung hatte ich erwartet, denn woanders ist das so hatte ich gelernt. Ostdeutschland unterscheidet sich in einigen Dingen vom Rest der Welt, eben auch darin. Tief im Westen Türken am Bahnhof, Russen in der U-Bahn, Italiener in der Supermarktschlange, asiatische Läden mit den vielen Gewürzen, der Türke mit dem frischen Gemüse an der Ecke, der alte Marrokaner mit der Wasserpfeife auf der Bank in der Einkaufsstraße, Frauen mit Kopftuch, Frauen ohne und mit Tanga... Manchmal scheint diese Welt absurd, nicht funktionsfähig, zu problematisch. Wo leben wir eigentlich, was daran ist deutsch? Alles? Oder nur die Schlange an der Frittenbude? Ist es wichtig, das zu definieren? Zu viele Fragen, zu ernster Artikel für dieses Blog.
Irgendwie gehört alles zusammen, bereitet Probleme, Unverständnis, aber auch Faszination. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass ich gern wüsste, warum das dunkelhäutige Mädchen in Deutschland lebt, wie sich der Alte mit der Wasserpfeife hier fühlt und wie es in seiner Heimat aussieht, ob die türkische Mutter unterdrückt wird oder glücklich ist, ob sie die Farben ihrer Heimat und die Sonne vermissen, ob sie die Deutschen mögen...
Ich weiß, wenn ich wieder in Sachsen leben sollte, werde ich das alles vermissen, werde vergeblich frisches Fladenbrot in kleinen nach der weiten Welt duftenden Läden suchen und Kartoffeln essen.
Irgendwie gehört alles zusammen, bereitet Probleme, Unverständnis, aber auch Faszination. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass ich gern wüsste, warum das dunkelhäutige Mädchen in Deutschland lebt, wie sich der Alte mit der Wasserpfeife hier fühlt und wie es in seiner Heimat aussieht, ob die türkische Mutter unterdrückt wird oder glücklich ist, ob sie die Farben ihrer Heimat und die Sonne vermissen, ob sie die Deutschen mögen...
Ich weiß, wenn ich wieder in Sachsen leben sollte, werde ich das alles vermissen, werde vergeblich frisches Fladenbrot in kleinen nach der weiten Welt duftenden Läden suchen und Kartoffeln essen.
Montag, 2. März 2009
Regen und eine verpasste Tram...
... brachten mich vorhin auf dem Nach-Hause-Weg auf die Idee, nach Jahren mal wieder in den REWE an der Oststraße einkaufen zu gehen. Das letzte Mal muss ich da gewesen sein, als der Supermarkt noch "Marktfrisch" hieß. Nun ja, ich weiß nicht, warum ich nie dorthin gehe. Vielleicht liegt es an der Assoziation, die immer mit dem Connewitzer REWE in Verbindung gebracht wird. Wie auch immer, ich bin positiv beeindruckt: Alles ist sehr sauber, hinter dem Gemüse dampft ein kühler Wind heraus, keine schlecht behandelten Verkäuferinnen zu sehen. Während ich weiter vorn in großer Freude die neuste Milka-Sorte entdecke, höre ich eine leicht genervte Verkäuferin, die offensichtlich von einem, sagen wir mal, "sozial Benachteiligten" behelligt wird. Ich erfuhr vor kurzem, dass dieser Ausdruck nicht korrekt sei, weil darin eigentlich mitschwingt, dass eine solche Person keinerlei soziale Kompetenzen hätte. Leider fällt mir der Ersatzausdruck nicht ein. Der würde in diesem Fall besser passen, denn soziale Kompetenz ist der Person eindeutig gegeben. Höflich bittet er die zweite Kassiererin um eine Tüte. Mitleidsvoll entgegenet sie ihm (er ist ihr wohl schon bekannt), ob er eine Plastiktüte meint. Die Antwort löst ein Lächeln mit freundlichem Dankeschön bei der Verkäuferin aus. Ich hingegen analysiere reflexartig, denn nichts anderes tat ich heute den lieben langen Tag, die Merkmale des Ostmitteldeutschen, die diesen reizenden Satz zu einem so wunderbaren Praxisbeispiel machen. "Or, Sie ham so schene Ogen!" Kontraktion bei "haben", Entrundung ö > e bei "schöne", fortschreitende Monophthongierung bei "Augen". Für alle, die im Ostmitteldeutschen nicht so bewandert sind, dürfte der Sinn jetzt nachvollziehbar sein. Nun, trotz des nicht-gewaschenen Eindrucks, den der Herr auf alle im Supermarkt machen musste, finde ich doch, dass man der sogenannten Unterschicht eine gewisse Höflichkeit nicht absprechen kann.
Als ich auf die Schwarzackerstraße komme, fällt mir die Matratze auf dem Gehweg nach mehr als 4 Wochen immer noch ins Auge, erinnert mich an alte Sofas im Eingangsbereich, streitenden Paare im Haus während alle schlafen, eingeschlagene Eingangstürscheiben etc.
Als ich auf die Schwarzackerstraße komme, fällt mir die Matratze auf dem Gehweg nach mehr als 4 Wochen immer noch ins Auge, erinnert mich an alte Sofas im Eingangsbereich, streitenden Paare im Haus während alle schlafen, eingeschlagene Eingangstürscheiben etc.
Mittwoch, 17. September 2008
Ridiculum - ridiculis - ridiculorum?
Wir sollten endlich wieder wegkommen von all der Lügerei. Das ist sowieso nicht meine Art und wie die meisten wissen, kann ich es auch nicht besonders gut.
Gerade während der Lernzeit geht es zu den wenigen Essens-/Versammlungszeiten auch überaus lustig zu auf dem Schwarzacker. Da wird ganz unten in die Witzkiste gegriffen und heraus kommen dann Dinge wie: "Wenn man die passierten Tomaten nicht benutzt, passiert doch nichts mit ihnen." Ja, unser M. hat es in letzter Zeit faustdick hinter den Ohren. Auch E., die eigentlich jetzt wieder M. heißen möchte, was allerdings zu Verwechslungen mit unserem anderen M. führen könnte, weshalb ich sie in Zukunft I. nennen werde, was sich neulich sowieso während einer zufälligen Namensfindungsstörung ergab und doch auch recht gut passt, besagte I. nun also ließ uns gestern ebenfalls an einem ähnlich niveauvollen Ridiculum teilhaben. Die Aussage war so genial, dass es alle schon wieder vergessen haben. Aber wir wollen uns nicht stören an solchem Humor, die LVZ macht's schließlich auch nicht besser.
"Ridicule" ist in diesem Zusammenhang übrigens auch, dass man sich trotz Latinum irgendwann nur noch an die A-Deklination erinnern kann, wenn überhaupt. Vielleicht kann ja irgendjemand mal nachsehen und die Deklination des schönen Wortes "ridiculum" hier hinterlassen.
Gerade während der Lernzeit geht es zu den wenigen Essens-/Versammlungszeiten auch überaus lustig zu auf dem Schwarzacker. Da wird ganz unten in die Witzkiste gegriffen und heraus kommen dann Dinge wie: "Wenn man die passierten Tomaten nicht benutzt, passiert doch nichts mit ihnen." Ja, unser M. hat es in letzter Zeit faustdick hinter den Ohren. Auch E., die eigentlich jetzt wieder M. heißen möchte, was allerdings zu Verwechslungen mit unserem anderen M. führen könnte, weshalb ich sie in Zukunft I. nennen werde, was sich neulich sowieso während einer zufälligen Namensfindungsstörung ergab und doch auch recht gut passt, besagte I. nun also ließ uns gestern ebenfalls an einem ähnlich niveauvollen Ridiculum teilhaben. Die Aussage war so genial, dass es alle schon wieder vergessen haben. Aber wir wollen uns nicht stören an solchem Humor, die LVZ macht's schließlich auch nicht besser.
"Ridicule" ist in diesem Zusammenhang übrigens auch, dass man sich trotz Latinum irgendwann nur noch an die A-Deklination erinnern kann, wenn überhaupt. Vielleicht kann ja irgendjemand mal nachsehen und die Deklination des schönen Wortes "ridiculum" hier hinterlassen.
Freitag, 22. August 2008
Funny story?
Pisa hat doch recht. Jugendliche sind immer weniger in der Lage selbst einfache Texte zu verstehen. Hier ein Beispiel aus dem Alltag einer nicht namentlich genannten Gesamtschule im Westen des Landes:
Im Zuge der Behandlung des Themas "Großstadtlyrik" im Deutschunterricht der Klasse 10 wird, um die Schüler nicht gleich am Anfang der Reihe mit Expressionismus zu überfordern, das Grönemeyer-Lied "Bochum" behandelt. Das Lied wird gehört, die Schüler sind motiviert. Das kennen sie, einige können den Text, dank regelmäßiger Praxis im Fußballstadion, sogar auswendig. Als die Frage aufkommt, wer im Text spricht, kann die spontane Äußerung "Grönemeyer" vorsichtig auf das "lyrische Ich" verlagert werden. Dies gilt es nun etwas genauer zu fassen. Nach einigen Fehlversuchen gelingt einem Schüler die Antwort: "ein Bochumer". Die Lehrkraft strahlt. Aber nur so lange bis der nächste Schüler eine ernüchternde Äußerung macht: "Wieso? Versteh ich nich. Kann doch auch n Kölner oder n Düsseldorfer sein." Nur nicht entmutigen lassen, denkt sich die motivierte Lehrkraft, und schlägt vor, gemeinsam die Textstelle zu suchen, die die Aussage belegt. Mutig preschen ein paar SchülerInnen mit Zitaten vor. Dann findet sich schließlich die Zeile "Bochum, ich komm aus dir". Der Lehrkraft fällt ein Stein vom Herzen. Geht doch. Zufrieden und aufmunternd lächelt sie den Schüler an und sucht in seinem Gesicht nach Anzeichen des Verständisses und der Zustimmung. Fehlanzeige: "Versteh ich trotzdem nich, aber egal", ist alles, was er noch zu diesem Thema zu sagen hat.
Im Zuge der Behandlung des Themas "Großstadtlyrik" im Deutschunterricht der Klasse 10 wird, um die Schüler nicht gleich am Anfang der Reihe mit Expressionismus zu überfordern, das Grönemeyer-Lied "Bochum" behandelt. Das Lied wird gehört, die Schüler sind motiviert. Das kennen sie, einige können den Text, dank regelmäßiger Praxis im Fußballstadion, sogar auswendig. Als die Frage aufkommt, wer im Text spricht, kann die spontane Äußerung "Grönemeyer" vorsichtig auf das "lyrische Ich" verlagert werden. Dies gilt es nun etwas genauer zu fassen. Nach einigen Fehlversuchen gelingt einem Schüler die Antwort: "ein Bochumer". Die Lehrkraft strahlt. Aber nur so lange bis der nächste Schüler eine ernüchternde Äußerung macht: "Wieso? Versteh ich nich. Kann doch auch n Kölner oder n Düsseldorfer sein." Nur nicht entmutigen lassen, denkt sich die motivierte Lehrkraft, und schlägt vor, gemeinsam die Textstelle zu suchen, die die Aussage belegt. Mutig preschen ein paar SchülerInnen mit Zitaten vor. Dann findet sich schließlich die Zeile "Bochum, ich komm aus dir". Der Lehrkraft fällt ein Stein vom Herzen. Geht doch. Zufrieden und aufmunternd lächelt sie den Schüler an und sucht in seinem Gesicht nach Anzeichen des Verständisses und der Zustimmung. Fehlanzeige: "Versteh ich trotzdem nich, aber egal", ist alles, was er noch zu diesem Thema zu sagen hat.
Donnerstag, 10. Juli 2008
Aus gegebenen Anlass...
Korrekte Sprache ist, wie in früheren Einträgen bereits festgestellt, keine leichte Sache. Das gilt auch für öffentliche Aushänge. Einer sehr schönen Stilblüte begegnete ich beim Einzug in dieses Haus. Denn neben der Tatsache, dass hier “der Akkusativ den Dativ sein Tod ist”, wird selbst der Unrat anthropomorphisiert (dem ist natürlich eine gewisse sprachliche Kreativität nicht abzusprechen!). Man bittet darum, den “Müll artgerecht zu entsorgen”, und dies nicht ohne Grund, nein, sondern “aus gegebenen Anlass”. Dass dieser nicht näher erläutert wird, ist klar. Aber eine schöne Floskel an richtiger Stelle hat bis jetzt noch immer Respekt verschafft. Und weil er so schön ist, wird dieser Satzbeginn bei jedem Aushang hier im Haus als Auftakt gewählt.
Donnerstag, 3. Juli 2008
Ich habe dir verzogen!

In einer Kommune kommt man, ob man will oder nicht, immer wieder mit Stilblüten in Kontakt, sei es aus grammatischer Unkenntnis des Sprechers oder weil sich jemand besonders “schön” ausdrücken will. Auffallend ist, Klischee hin oder her, dass diese meist von Männern gebildet werden. Macht man sie darauf aufmerksam, ist ganz schnell “das Pulverfass am Kochen”. Gerade sensible Männer sehen sich dann von den sie umgebenden Frauen nicht ernst genommen und fühlen sich “wie ein Idioten”. - Jetzt bloß nicht verbessern, sonst hat er die Bestätigung; einmal den Mund halten. Zu schwer! Auf diese schöne Vorlage, geradezu eine Falle für die Lehrerin in der Frau, muss man einfach anspringen. Ich meine, sogar mein Schreibprogramm weigert sich, diesen Satz zu schreiben.- Ganz unerfreulich ist die Verwechslung von “als” und “wie”. Ich finde, man kann einem Gesprächspartner, der nur wenig jünger oder älter ist “wie” man selber, doch durchaus zutrauen, diese beiden Wörter wenigstens in, sagen wir, 80% der Fälle richtig anzuwenden. Die Theorie sitzt, wie man schnell merkt. Auf eine im Chor aufgesagte, etwa dreistimmige, genervte Verbesserung, auf einen Satz wie “Heute in Sport war ich schneller wie die anderen!” - “”Als”, Martin!” (Name von der Redaktion geändert)-, hört man dann schon mal: “Ich weiß, wann man was nimmt. “Wie” vergleicht Gleiches mit Gleichem und “als” Unterschiedliches.” Richtig, möchte man sagen, warum nur ist es so schwer das anzuwenden? Ok, zugegebenermaßen ist es wahrscheinlich nicht immer leicht mit einem Haufen sprachlich interessierter Menschen zusammenzuleben und wer lässt sich schon gerne korrigieren, gerade, wenn es sich um die eigene Muttersprache handelt, von der man doch annimmt, sie zu beherrschen. Und außerdem kann man selbst ab und zu noch etwas dabei lernen. Zum Beispiel neue Wortbedeutungen, etwa den fünffachen Wortsinn von “verzogen”: Was für ein verzogenes Balg! Wir sind verzogen! Die Holztür hat sich durch den Regen ganz schön verzogen. Ich habe ihm gedroht, und dann hat er sich verzogen. Neu für uns war: “Hast du mir verzogen?” Wie kann man da noch böse sein!
Dienstag, 1. Juli 2008
Schnipsellektüre wider den Schaden
Haben sie sich schon einmal geärgert, dass Ihnen eine geniale Formulierung abhanden gekommen ist? Haben Sie einen Zettelkasten zur Aufbewahrung rhetorischer Kleinodien, die Ihnen alltäglich begegnen? Eine zerknickte Pappkiste unterm Tisch oder zur besseren Ordnung ein edles Moleskine? Vielleicht reicht Ihnen auch ein Textdokument, das Sie von Zeit zu Zeit öffnen und ergänzen?
Fakt ist, man muss keine Germanistin sein, um eine Zitatesammlung zu besitzen. Sogar ein unvollendeter Volkswirtschaftler und Sportler wie Jens Lehmann weiß den richtigen Zettel zur richtigen Zeit zu schätzen. Wir erinnern uns an die ominöse Notiz der Elfmetergewohnheiten im Spiel gegen „ich hab’s vergessen.“ Aber die deutsche Elf hat gewonnen und das zählt. Am vergangenen Sonntag konnte Lehmann erneut kurz nach dem Endspiel der Europameisterschaft aus seiner Zettelbox das große Los ziehen. Darauf stand: „Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers“. Lehmann war an diesem Abend auf der Verliererseite. Im Interview konnte er die hochkomplexe Weisheit innerhalb weniger Minuten gleich zweimal zitieren und bei so manchem Zuschauer der Zielgruppe Verwirrung stiften. Ich werde Lukas mal ein E-Mail schreiben und ihn bitten seine Box zu erweitern. „Das Spiel war gut.“ und „Wir haben gut gespielt.“ – da kann er einfach nicht mit Jens mithalten.
Auch auf dem Schwarzacker werden Zettelboxen gefüllt: Unter der Rubrik WORTERSATZ steht beispielsweise die Anweisung: „Ersetze ‚primitiv‘ durch ‚unterkomplex‘“. In der Schachtel WENDUNGEN findet sich unter anderem: „hinhaltend Widerstand leisten“ oder „etwas beschreiben als handle es sich um eine Tätigkeit in der Vorhölle“. Bei den WORTJUWELEN habe ich die „Angstblüte“, das „Unterpfand“ und auch den „Lektüreschaden“ eingeordnet. Satzweise Zitate aus meiner Zeitungs- und Buchlektüre nehmen den größten Raum der Box ein. Sie alle warten auf Gelegenheiten, auf Momente, die der Rede wert sind.
Eine Empfehlung zum Schluss: Auf www.zeit.de den Suchbegriff „Wörterbericht“ eingeben und sich die wochenaktuelle Kolumne zu Kleinodien und Auswüchsen der Deutschen Sprache zu Gemüte führen. Sensibilisierung inbegriffen!
Fakt ist, man muss keine Germanistin sein, um eine Zitatesammlung zu besitzen. Sogar ein unvollendeter Volkswirtschaftler und Sportler wie Jens Lehmann weiß den richtigen Zettel zur richtigen Zeit zu schätzen. Wir erinnern uns an die ominöse Notiz der Elfmetergewohnheiten im Spiel gegen „ich hab’s vergessen.“ Aber die deutsche Elf hat gewonnen und das zählt. Am vergangenen Sonntag konnte Lehmann erneut kurz nach dem Endspiel der Europameisterschaft aus seiner Zettelbox das große Los ziehen. Darauf stand: „Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers“. Lehmann war an diesem Abend auf der Verliererseite. Im Interview konnte er die hochkomplexe Weisheit innerhalb weniger Minuten gleich zweimal zitieren und bei so manchem Zuschauer der Zielgruppe Verwirrung stiften. Ich werde Lukas mal ein E-Mail schreiben und ihn bitten seine Box zu erweitern. „Das Spiel war gut.“ und „Wir haben gut gespielt.“ – da kann er einfach nicht mit Jens mithalten.
Auch auf dem Schwarzacker werden Zettelboxen gefüllt: Unter der Rubrik WORTERSATZ steht beispielsweise die Anweisung: „Ersetze ‚primitiv‘ durch ‚unterkomplex‘“. In der Schachtel WENDUNGEN findet sich unter anderem: „hinhaltend Widerstand leisten“ oder „etwas beschreiben als handle es sich um eine Tätigkeit in der Vorhölle“. Bei den WORTJUWELEN habe ich die „Angstblüte“, das „Unterpfand“ und auch den „Lektüreschaden“ eingeordnet. Satzweise Zitate aus meiner Zeitungs- und Buchlektüre nehmen den größten Raum der Box ein. Sie alle warten auf Gelegenheiten, auf Momente, die der Rede wert sind.
Eine Empfehlung zum Schluss: Auf www.zeit.de den Suchbegriff „Wörterbericht“ eingeben und sich die wochenaktuelle Kolumne zu Kleinodien und Auswüchsen der Deutschen Sprache zu Gemüte führen. Sensibilisierung inbegriffen!
Abonnieren
Posts (Atom)