Samstag, 2. August 2008

Tausche Berg gegen Acker

Eine Woche Camping auf einem thüringischen Berg hat eine reinigende Wirkung auf den ganzheitlichen Menschen. Nein, ich bin nicht zu alt für Lagerfeuer, Gitarre und Singsang. Ich genoss das Schlafen unter freiem Himmel und ärgerte mich über mein äußerst lückenhaftes Sternbilderwissen. Morgens weckten mich die ersten Sonnenstrahlen oder auch mal ein dicker Regentropfen. Allabendlich gab es ein Käffchen oder ein Bierchen und spirituelle Begegnungen. [Hier ist gut Sein, lass uns Hütten bauen.]

Doch als ich gestern auf dem Heimweg mein Elternhaus betrat, weckte der Anblick des Computers (eine Woche) alte Erinnerungen: „Ach ja, es gibt ja noch diese Parallelwelt. Ich müsste mal wieder E-mails checken und nen Blogeintrag schreiben. Was ist wohl zu Hause auf dem Schwarzacker alles geschehen? Auch mein Handy könnte ich mal wieder einschalten.“

Die digitale Bilanz meiner drei Postfächer ist wie erwartet ernüchternd: eine Rundmail von Freunden aus dem Ausland, eine Notiz von meiner Chefin, eine verspätete Antwort von einer Schulfreundin. Ansonsten der gewohnte allwöchentliche Reigen diverser Pressespiegel, Stellenangebote und Newsletter. Bei zweieinhalb bis drei persönlichen Nachrichten in acht Tagen stelle ich mir ernsthaft die Frage, aus welchem Grund ich täglich mehrmals meine Postfächer öffne. Wie seit Jahren nach jedem Urlaub nehme ich mir auch diesmal fest vor, mein digitales Leben auf ein Minimum zu reduzieren. Natürlich bis auf den Schwarzackerblog. Der ist Pflicht und eigentlich macht es gerade wieder Spaß.

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