Heute befasse ich mich selektiv mit einigen Dimensionen des wertvollen Begriffs "Regulierung". Erste Anwendung: Ich reguliere die nachfolgende Artikelstruktur, indem ich die willkürlich ausgewählten zwei bis drei Schlüsselbegriffe in alphabetischer Reihenfolge behandle. Das ist zugegebenermaßen ein Zufallsprinzip, aber wie der Zufall will, kommt auch das Schönste zum Schluss.
1) Ich gehe kurz auf die Regulierung meines Alkoholspiegels ein. "Ich trinke nicht. Das verträgt sich nicht mit meinen Medikamenten." Das ist einerseits wahr. Es gibt jedoch Ausnahmesituationen, in denen ich mit diesem Grundsatz zu brechen pflege, insbesondere bei Theologiestudierendenfeiern, wie der Nox communis, die vermutlich ohne Alkohol nicht auszuhalten wären. Ich habe es allerdings nie auf einen alkoholfreien Versuch ankommen lassen.
Seit diesem Jahr begleitet mich meine Alibiblondine C. zu solchen Feiern. Wir wollen zu spät kommen, um die vier Euro Eintritt zu sparen und verpassen die Bahn, weil M. die Küchenuhren immer heimlich vorstellt. Die verzögerte Abfahrt veranlasst uns zur Benutzung eines BILD-Zeitungsautomaten, die inzwischen an jeder guten Haltestelle aufgestellt sind. C. zahlt, ich muss sie tragen. Als wir ca. zweieinhalb Stunden verspätet ankommen, haben wir noch nichts wesentliches verpasst. C. erweist sich als überaus nützliche Begleiterin und entlockt innerhalb von Sekunden einem westdeutschen Pfarramtskandidaten Freibier für uns beide. Sie ist im Übrigen eine der wenigen in unseren Reihen, die ein Leben als Pfarrfrau für erstrebenswert hält. Die Alkoholspiegelregulierung erfolgte dann auf dem Heimweg, eine kalte Stunde im Morgengrauen des Buß- und Bettags.
2) Reibungsregulierung ist ein schändlich vernachlässigtes Thema im USF dieser Tage. Wenigstens Birgit Schrowange nimmt sich seiner an. Sorgenvoll wirft sie einen Blick in die Edelbordells Deutschlands, wendet sich dann mit aller Ernsthaftigkeit dem Zuschauer zu und betont mit Nachdruck, wie wichtig es sei, für einen reibungslosen Ablauf des Koitus zu sorgen. Unsere spontane "Stellungnahme" von der USF-Couch: "Bitte kein Koitus ohne Reibung" Unterirdisches Niveau an dieser Stelle möge man mir aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Regulierung des Alkoholspiegels verzeihen.
3) Zur Schmerzregulierung: Ich bekenne mich zu meinem Glauben an meine Selbstheilungskräfte. Seit einem Jahr tröpfle ich mir Bachblüten in den Mund, meine persönliche Mischung. White Chestnut verhindert Reizüberflutung; Elm lässt mich mehr Verantwortung übernehmen, Mimulus lehrt mich den Umgang mit irrationalen Ängsten, Chestnut Bud zerstört Lernblockaden und fördert die Konzentration, Oak macht mich gelassener gegenüber meinen Verpflichtungen und Sceleranthus wischt alle Zweifel weg. Bachblüten machen glücklich! Jetzt lese ich: Sassoferrato hat ein Bild gemalt, das Schmerzen lindert.
"Die Katholiken hatten während der Schmerzphase eine stärkere Aktivierung im rechten ventrolateralen präfrontalen Kortex, wenn sie dabei das Bild der Jungfrau Maria kontemplierten."
Da kann Bach mit seinen Blüten nicht mithalten. Mir steht offenbar ein Konfessionswechsel bevor.
Mittwoch, 19. November 2008
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1 Kommentar:
Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals in eurer Gegenwart zu einem späteren Leben als Pfarrfrau geäußert zu haben. Sollte ich?
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