Sonntag, 25. Januar 2009

Ich wurde aufgefordert zu bloggen.

Da ich vorgebe, hörig zu sein, geschieht das jetzt. Ich war am Wochenende zu Hause, ich meine da, wo meine Eltern wohnen. Bevor ich im heimatlichen Dorf ankam, besuchte ich meine Schwester, die in einem Mini-Ort wohnt, der "nur" eine halbe Stunde vom Zwickauer Hbf entfernt ist. Ich fuhr natürlich mit dem Bus. Ich hasse Busfahren. Kindheitstrauma, von der 1. bis zur 12. Klasse verbrachte ich die meiste Zeit an Bushaltestellen. Der Bus hält direkt vor der Haustür meiner Schwester. Es ist daher positiv zu werten, dass der letzte Bus schon viertel Sieben (also viertel nach Sechs) dort hält, wegen des Lärms meine ich. Ein Auto ist hier unerlässlich, wenn man ausnahmsweise nach dem Sandmann das Kaff verlassen will. Die Fahrt war aber nett, der Busfahrer begann auf der Stelle mich zu duzen und sagte mir auch Bescheid, als ich aussteigen musste, der Preis war bei dem Service absolut angebracht. Die Fahrgastinformationen sind noch die selben wie vor 10 Jahren: "Nette Fahrgäste benutzen den Bus nicht als Imbissbude..." (In insgesamt 5 verschiedenen nicht annähernd zueinanderpassenden Schriftarten). Im Laufe der Fahrt kam ich zu dem Vergnügen, Smalltalk in feinstem Zwickauer Dialekt zu hören. Mir wurde klar, dass Außenstehende sich von dieser Sprache völlig verarscht fühlen müssen. Eine kurze sprachwissenschaftliche Analyse ergab: Das /a/ ist vom /o/ für ungeübte Ohren ebenso wenig zu unterscheiden wie das harte /p/, /t/, /k/ vom weichen /b/, /d/, /g/. Monophthongierungen und Diphthongierungen scheinen absolut willkürlich. Nichts Neues, ich weiß. Deswegen ignorierte ich für den Rest des Wochenendes die Eigenarten meines "Mutterdialektes" und verfiel ihm selbst. Ja, ich habe mehrmals Tisch HERGERÄUMT und AUFgewaschen! Zurück auf dem Schwarzacker, freue ich mich darauf, wieder auf Aussprache- und Wortschatzprobleme, die der deutschen Hochsprache nicht entsprechen, aufmerksam gemacht zu werden.

Keine Kommentare: