Freitag, 27. Juni 2008

“Figaros Rochen”

Wahrscheinlich wird der geneigte Opernfreund beim Lesen der Überschrift stutzig werden, ein Kenner der Materie wird Probleme haben, den Kammerdiener mit dem flachen Fisch in Zusammenhang zu bringen. Zur Erklärung: Der Titel basiert auf einer einfachen Verwechslung der Wörter Rochen und Hochzeit, ein wahrscheinlich auf den ersten Blick nicht für jeden sofort nachvollziehbarer Fehler. Wenn man allerdings die Tatsache anführt, dass sich die nun folgende Begebenheit bei Nacht und erschwert durch die Sehschwächen beider Protagonisten, nennen wir sie S. und C., abspielte, wird mancher verstehend mit dem Kopf nicken.
Es begab sich also eines nachts in Leipzig, dass man auf den Nachtbus harrend am Augustusplatz stand. Der Blick von S. flog suchend über den Platz und blieb schließlich am Banner der Oper hängen, auf welches sie C. aufmerksam machte. Man stand also da, das Banner im Blick, denn soweit konnte man schon sehen, und versuchte das Rätsel zu lösen, was derzeit auf dem Spielplan stand. Sicher war danach für S., dass der Name der Oper, der sichtlich aus zwei Teilen bestand, auf Rochen endete. Was wiederum bei C. Verwunderung hervorrief, denn selbst sie, als Opernlaie konnte sich nicht vorstellen, dass dieser Knorpelfisch Teil des Titels eines bekannten Werkes sei. Nun, so entschloss sich C., ihre Brille aufzusetzen um das Rätsel um den Rochen zu lösen. Und siehe da, ich vermute, ein jeder kann sich denken, was wirklich auf dem Banner stand, “Figaros Rochen” war es jedenfalls nicht. Als kleiner Hinweis, das fehlende Wort nach Figaro stimmt in genau drei richtig platzierten Buchstaben mit dem Rochen überein. Und abgesehen davon, wurde das Wort am Anfang des Artikels bereits erwähnt.
An dieser Stelle möchte ich dafür plädieren, dass der Rochen, auch wenn er in Mozarts Werk bisher kaum eine Rolle spielt, und nicht gerade als das stattlichste Tier in der Opernlandschaft gelten dürfte, trotzdem zu Ehren Wolfgang Amadeuses einen Platz in besagter Oper erhalten sollte. Sie, liebe Leser, fordere ich nun auf, sich eventuell dazu bereit zu erklären, den Süßwasserfisch in das Werk hineinzuschreiben. Stellt sich natürlich die Frage, welche Auswirkungen ein eher als stumm bekannter und nun Arien singender Rochen auf den Gehalt der Oper hat...


Nachtrag: Die Geschichte wurde von der Autorin so oft, und, ohne arrogant zu erscheinen, scheinbar so lebensnah berichtet, dass bei der letzten Auflage mehrere Personen miterzählten, in dem festen Glauben, sie wären dabei gewesen.

3 Kommentare:

frauscharff hat gesagt…

Ich war wirklich dabei. Echt jetzt!

stef hat gesagt…

Es sollte mehr Wert auf gendergerechte Sprache gelegt werden!

Luftwurm hat gesagt…

Was war nochmal die weibliche Form von Rochen? Röchin? Oder einfach Frau Rochen?