
In einer Kommune kommt man, ob man will oder nicht, immer wieder mit Stilblüten in Kontakt, sei es aus grammatischer Unkenntnis des Sprechers oder weil sich jemand besonders “schön” ausdrücken will. Auffallend ist, Klischee hin oder her, dass diese meist von Männern gebildet werden. Macht man sie darauf aufmerksam, ist ganz schnell “das Pulverfass am Kochen”. Gerade sensible Männer sehen sich dann von den sie umgebenden Frauen nicht ernst genommen und fühlen sich “wie ein Idioten”. - Jetzt bloß nicht verbessern, sonst hat er die Bestätigung; einmal den Mund halten. Zu schwer! Auf diese schöne Vorlage, geradezu eine Falle für die Lehrerin in der Frau, muss man einfach anspringen. Ich meine, sogar mein Schreibprogramm weigert sich, diesen Satz zu schreiben.- Ganz unerfreulich ist die Verwechslung von “als” und “wie”. Ich finde, man kann einem Gesprächspartner, der nur wenig jünger oder älter ist “wie” man selber, doch durchaus zutrauen, diese beiden Wörter wenigstens in, sagen wir, 80% der Fälle richtig anzuwenden. Die Theorie sitzt, wie man schnell merkt. Auf eine im Chor aufgesagte, etwa dreistimmige, genervte Verbesserung, auf einen Satz wie “Heute in Sport war ich schneller wie die anderen!” - “”Als”, Martin!” (Name von der Redaktion geändert)-, hört man dann schon mal: “Ich weiß, wann man was nimmt. “Wie” vergleicht Gleiches mit Gleichem und “als” Unterschiedliches.” Richtig, möchte man sagen, warum nur ist es so schwer das anzuwenden? Ok, zugegebenermaßen ist es wahrscheinlich nicht immer leicht mit einem Haufen sprachlich interessierter Menschen zusammenzuleben und wer lässt sich schon gerne korrigieren, gerade, wenn es sich um die eigene Muttersprache handelt, von der man doch annimmt, sie zu beherrschen. Und außerdem kann man selbst ab und zu noch etwas dabei lernen. Zum Beispiel neue Wortbedeutungen, etwa den fünffachen Wortsinn von “verzogen”: Was für ein verzogenes Balg! Wir sind verzogen! Die Holztür hat sich durch den Regen ganz schön verzogen. Ich habe ihm gedroht, und dann hat er sich verzogen. Neu für uns war: “Hast du mir verzogen?” Wie kann man da noch böse sein!
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