Donnerstag, 7. August 2008
Zwischen 5 und 11...
Das kommunitäre Leben zeichnet sich in nicht geringem Maße durch das gemeinsame Essen aus. Zum Glück sind besonders die Geisteswissenschaftlerinnen unter uns mit großem Organisationstalent ausgestattet. Mindestens ein oder zwei Mal am Tag wird daher zwischen Hausnummer 5 und 11 hin- und hertelephoniert, um die Essensplanung zu klären. Was hat wer da, worauf hat wer gerade Appetit , wann ist wer da etc. Das ist gar nicht immer so leicht, denn es sollte niemand ausgeschlossen werden und nichts ist unangenehmer als einer völlig ausgehungerten Mitbewohnerin, die vom Sport kommt, mitteilen zu müssen, dass das ganze Essen aufgegessen wurde. Das sind glücklicherweise aber Ausnahmesituationen, da fast immer zu viel gekocht wird. Oft werden auch Zutaten aus beiden Wohnungen zusammengetragen. Es sollte daher niemanden wundern, der einmal zufällig auf dem Schwarzacker ist, dass diverse Leute verschiedene Geschirrteile, abgewaschen oder noch abzuwaschen oder auch mit essbarem Inhalt, zwischen 5 und 11 hin- und hertragen. Uns selbst macht das übrigens nichts aus, höchstens, wenn die Jugendlichen vor Hausnummer 9 einen blöd angrinsen, nur weil man innerhalb einer halben Stunde zum fünften Mal an ihnen vorbeiläuft. Dabei ist das der pure Neid: Wir essen eben gern und gut und vor allem äußerst ungern allein.
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1 Kommentar:
Ja, wie einem diese alten Gewohnheiten nachgehen... Scheinbar mit dem Gefühl die Schwarzacker-Großfamilie versorgen zu müssen, habe ich letztens einen Topf Nudeln gekocht. Ich wurde ein wenig verspottet als meine Mitbewohnerin den Deckel anhob und fragte, wie viele Personen ich außer ihr noch erwarten würde. Wir hatten immerhin drei Tage zu essen. Besser als wie nüscht.
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