Donnerstag, 6. November 2008

* Gegendarstellung

Auf dem Schwarzacker muss es immer eine schwarze Heidi geben, die die Gegenposition einnimmt. Da ich allerdings bei der repräsentativen Umfrage nicht dabei war und prinzipiell schlecht damit leben kann, wenn ich nicht gefragt werde bzw. mich nicht äußern darf, nutze ich dieses virtuelle Dialogforum, um ungebeten zu antworten.
zu 1. "Der Rechner ist nötig, damit ich mein Studium schaffe, ein Mann wohl kaum."
Ein Studium zu schaffen ist für eine Frau - ob mit oder ohne Mann - ein sehr schweres Unterfangen. Welche Rolle der Rechner dabei spielen soll, leuchtet mir nicht ein. Es ist weithin bekannt, dass Frauen unter Studieren vor allem das Ausmalen und bunt Unterstreichen verstehen. Dieses Verfahren zu digitalisieren führte lediglich zur Verschwendung von Cyan, Magenta und Yellow.
  • Dann doch lieber ein Mann, der IHR Buntstifte schenkt und damit essentiell zum Gelingen der Studien beiträgt.
zu 2. "Durch einen Computer ist viel weiter gefächerte Kommunikation möglich, als mit nur einem Partner."

An dieser Stelle erfolgt durch die Schwarzacker-Konsensgruppe eine Umdeutung des Rechners zum Medium, zum Kommunikationsmittler. Wenn dies für die Probandinnen bedeutet, mit mehreren Männern gleichzeitig in Kontakt zu treten, so könnte ich mich dafür begeistern. Doch unterschiedliche Kommunikationspartner stellen sehr unterschiedliche Ansprüche an die Frau: Der eine mag es devot, der andere frech, der nächste intellektuell, der vierte versaut und dann gibt es auch immer noch die Männer, die Frauen gar nicht zu Wort kommen lassen - ärgerlich. Die logistische Bewältigung einer solch breit gefächerten Kommunikation wird eine Frau vielmehr von ihren Studien abhalten.
  • Dann doch lieber ein Mann, bei dem SIE weiß, was sie tun muss, damit er sie in ihrem Vorankommen unterstützt.
zu 3. "Meinen Laptop kann ich jederzeit umtauschen und mir einen neuen auswählen, ohne ihm das kleine sensible Cyberherz zu brechen."

Hier muss danach gefragt werden, welche Gründe dazu führen, dass ein Umtausch des Computers nötig wird. Mit einem Mann, der keine Geräusche macht oder höchstens durch nächtliches Schnarchen auffällt, kann sie leben. Angesichts eines Rechners, der gar keine oder zumindest verdächtige Geräusche von sich gibt, wird frau hilflos hysterisch und sucht nach einem Mann. Sowohl der finanzielle Aufwand als auch die Einarbeitungszeit, die schließlich ein neues Endgerät erfordert, können nur als zeitfressende Negativfaktoren gelten.
  • Dann doch lieber EIN Mann, dem SIE Tee kocht, wenn er mal Funktionsstörungen hat und der einen Rechner falls vorhanden entgeltfrei reparieren kann.
zu 4. "Zu einem Rechner baut man im seltensten Fall eine emotionale Beziehung auf, und so muss man sich auch nicht dauernd mit seinen Problemen beschäftigen."

Handelt es sich bei diesem Argumentationsgang nicht in Wahrheit um eine Projektion? Die Frau will hier als agierendes Subjekt unabhängig erscheinen. Dabei wird die Fähigkeit zum Aufbau emotionaler Beziehungen zu sämtlichen belebten und nicht-belebten Sub-/Objekten gerade bei der Frau beobachtet. Die gemischtgeschlechtliche Partnerschaft dient ihr lediglich als ein Forum zur Lösung ihrer Probleme (vgl. "Schatz, wir müssen reden...!"). Dabei handelt es sich im klassischen Sinn um Probleme, die ein Mann ohne die Frau nicht hätte. Es kommt hier zum Zirkelschluss, da das vom Schwarzackerkonsens angeführte Argument der Täuschung erlegen ist, Männer hätten prinzipiell Probleme. Ein Mann hat erst Probleme, wenn er sich einer Frau annimmt. Die Frau ist letztlich die Einzige, deren Herz gebrochen wird, wenn er nicht imstande ist, ihre Angelegenheiten zu regeln.
  • Dann doch lieber EIN Mann, der sich IHRER annimmt, um ihr nicht das Herz zu brechen.
zu 5. "Computer jammern nicht rum, wenn sie krank sind."
Schlimmer noch: Computer sind gänzlich unbrauchbar, wenn sie krank sind und müssen sich zumeist in Behandlung durch Männerhände begeben. (vgl. Punkt 3)
  • Dann doch lieber EIN Mann, dessen Jammern leicht zu bewältigen ist, wenn SIE ihm ihren kaputten Rechner anvertraut und ihm die erhebende Erfahrung ermöglicht, er könne kompetent wenigstens eines ihrer Probleme lösen.
FAZIT: EIN Mann ist EINEM Computer vorzuziehen.
Vermutlich hat die Überschrift "Cybersex" lediglich die Funktion eines Teasers erfüllt. Die sexuelle Dimension der Dreiecksbeziehung FRAU-MANN-PC bedarf also weiterführender Reflexionen und Konkretisierungen. Ebenso haben wir bisher die Polygamie-Frage außer Acht gelassen: Eventuell sind ab einer bestimmten Anzahl die Rechner den Männern vorzuziehen?

2 Kommentare:

Pusteblume hat gesagt…

Dieser äußerst wertvolle Artikel besticht durch seine scheinbare Stringenz und Logik der Argumentation. Geschickt versucht er die bereits unter Punkt 1 vorhandene Falschaussage, Frauen könnten ein Studium erfolgreich ohne Rechner bewältigen, durch rhetorische Brillianz zu vertuschen. Wir alle wissen, niemand von uns wäre ohne Computer auch nur bis zur Zwischenprüfung gekommen. Ohne Mann haben es erstaunlich viele geschafft.

Luftwurm hat gesagt…

Lebt eine Frau, die 1 Rechner + 1 Mann besitzt nach deiner Definition schon polygam, oder bezieht sich die Polygamie nur auf Individuen gleicher Wesensart (also 2 oder mehr Männer bzw. Rechner)?