Donnerstag, 6. November 2008

Verzicht

Dieser Eintrag soll nicht noch einmal die Mann-oder-Computer-Thematik erörtern, sondern ihr vielmehr auf den Grund gehen. Der Ursprung des Problems liegt nämlich nicht im Abwägen von Vor- und Nachteilen beider Objekte, denn wie bereits erwähnt, wird sich kaum eine Frau jemals ernsthaft vor diese Entscheidung gestellt sehen. Die eigentliche Frage, die sich eine intelligente Frau stellt (und stellen muss), ist die folgende: 'Worauf bin ich zugunsten einer Beziehung mit einem Mann bereit zu verzichten?' oder 'Bin ich überhaupt bereit, auf irgendetwas zu verzichten?' Die Vorteile eines Mannes, vor allem die dauerhaft zur Verfügung stehenden Vorteile, die eine Beziehung bietet, sind hinlänglich bekannt. Auch dass diese teilweise von der Frau teuer bezahlt werden, ist kein Geheimnis. Der Computer ist also nur Sinnbild für all die konkreten oder abstrakten Dinge, für deren Verzicht sich eine Frau entscheidet, um mit einem oder dem Mann zusammen zu sein. Die Frage ist demnach in ihrer Grundstruktur viel offener, sie lautet: 'Rechtfertigt ein Mann Verzicht?'.
Eine emanzipierte Frau wird diese Frage mit einem entschiedenen NEIN beantworten. Damit sollte das Problem ein für alle Mal aus der Welt sein. Unter Umständen wird jedoch auch die emanzipierte Frau die Anschlussfrage stellen: 'Rechtfertigt dieser Mann Verzicht?'. Wird auch diese Frage verneint, ist die Entscheidung getroffen. Sollte sie wider Erwarten bejaht werden können, wird es wiederum eine Anschlussfrage geben: 'Rechtfertigt dieser Mann diesen Verzicht?'. Nun ist die Frau aus der Abstraktheit heraus an einem recht konkreten Punkt angekommen. Verzweifelt wird sie feststellen, dass sie die Frage nicht beantworten kann, und sich für ein klares JEIN entscheiden. Die Konsequenz ist der Typus "zerrissene Frau", die froh wäre, nur eine solch simple Frage wie 'Mann oder Computer?' beantworten zu müssen. Denn darauf hätte sie wenigstens eine Antwort. Oder?

2 Kommentare:

frauscharff hat gesagt…

Liebe Pusteblume, du schreibst von "dauerhaft zur Verfügung stehenden Vorteile[n], die eine Beziehung bietet" Meine empirischen Studien haben gezeigt, dass in einer Beziehung nie etwas "dauerhaft zur Verfügung steht" und schon gar nicht "Vorteile". Ich erbitte eine Konkretisierung in diesem Punkt, werde jedoch aufgrund deiner derzeit mangelnden Distanz zum Forschungsobjekt nachsichtig sein.

Wie kann etwas, was "teuer bezahlt" wird, ein Vorteil sein? Und sind wir mit Vor- und Nachteilen nicht doch wieder beim Abwägen? Könnte frau nicht endlich "den Verzicht auf den Mann" üben, anstatt sich devot in zweifelhafte Abhängigkeiten bis hin zur Selbstaufgabe hinein zu manövrieren?

Luftwurm hat gesagt…

Ach, erst den Mann in höchsten Tönen über den Rechner stellen und jetzt gegen Beziehungen wettern!