Es ist ruhig geworden auf dem Schwarzacker. D. ist seit Wochen nicht auffindbar. Er pflegt vermutlich seinen nationalen Freundeskreis. L. und M. haben am Wochenende beide den Abflug in die jeweilige Heimat ihrer Importliebschaften gemacht.
M. friert sich im Baltikum den Arsch ab, aber er hat wenigstens den "Schlüpfer für gut" mitgenommen - wir haben seinen Schrank danach durchsucht. L. weilt auf Malle, wo sie ihren argentinischen Kellner genauer unter die Lupe nehmen will. Sie hat hoffentlich genug "Unterwäsche für gut" eingepackt.
Ich gebe mich als Drittel der Zurückgebliebenen After-Studium-Phantasien hin. Nicht einmal ein weiteres Tanz-Date hat sich ergeben und die meisten meiner Pärchenfreunde haben die Semesterpause genutzt, um zu heiraten oder zumindest Pärchenwohngemeinschaften zu gründen. Wieder ein paar Leute weniger, die man spontan auf ein Bier treffen kann. Der Kreis wird immer kleiner.
In der Not widmen wir uns nun ausnahmsweise der Betrachtung unserer eigenen Abgründe. Zu diesem Zweck hat "Name geändert" einen Urologen konsultiert, der sie prompt zu einer ballaststofffreien Diät zwingen wollte. "Name auch geändert" nahm einen Termin beim Psychologen wahr und sollte sich dringend um einen Therapieplatz für 180 Stunden Psychoanalyse bemühen. Mir scheint, wo ein Arzt, da auch eine Diagnose.
Doch noch bevor es zur Sache ging, hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. Nach Rücksprache mit den üblichen Verdächtigen hat "Name auch geändert" beruhigt feststellen können, dass sie Otto-Normal-Abgründe hat. Ebenso stellen die Standard-Verdauungsstörungen von "Name geändert" keinen Grund zur Beunruhigung dar.
Letztlich buhlen wir alle nur um ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Und die haben wir punktuell auch bekommen. Münchhausen eben.
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