Alles klappt wie am Schnürchen. Die Bahn, die mich gegen 21 Uhr von der Bibliothek zum Schwarzacker tragen soll, kommt im richtigen Moment. Ich denke daran, dass eine heiße Suppe jetzt schön wäre. Meine Mitbewohnerin dachte das wohl auch und so kann ich statt Fertigsuppe frische Bio-Gemüsesuppe genießen. Währenddessen überlegen wir, ob unser Zwischenmieter, der bereits gen Westen fuhr, nun tatsächlich geputzt hatte. Bis auf den Wasserhahn, der etwas mehr glänzt als zuvor, kann man davon allerhöchstens etwas ahnen. Na ja, ein Versuch war's wert.
Vorsichtig frage ich an, ob man nun heute noch etwas tun würde (für diverse Prüfungen). Ein ernst gemeinter Lachanfall drängt uns sogleich Richtung Fernseher. Den Millionär haben wir verpasst, Soko Leipzig läuft noch, eine alte Tatortfolge würde in einer Viertelstunde beginnen. Nicht wirklich zufrieden mit dieser vermeintlichen Abendgestaltung finden wir auf einer mehr oder weniger legalen Internetseite ein Meisterwerk der Filmgeschichte, das wir seit unserer frühen Jugend beinahe aus den Augen verloren hatten. Wir entscheiden uns für Teil 4 von mittlerweile 5 (unglaublich!!), auch wenn eine von uns den vorhergehenden noch nicht kennt. Keineswegs schlimm, denn die inhaltlichen Banalitäten sind in jedem Teil etwa gleich flach gespielt, trotz mittlerweile wechselnder Schauspieler, zumal von abwechslungsreichen Ideen der Filmemacher nicht die Rede sein kann. Man würde also ohne Probleme folgen können.
Wir finden einvenehmlich, dass uns dieses Amusement nach einer langen Bibliothekswoche wahrlich zusteht, ohne bis dahin zu wissen, was wir uns antun würden.
Im Nachhinein bin ich fast froh, dass der Player viel zu lange "buffern" musste, so dass es innerhalb von zwei Stunden lediglich möglich war, die ersten 45 Minuten zu sehen. Das war nun das Ergebnis von wochenlanger Vernachlässigung des USF, stattdessen wenig unterbrochener Wissensaneignung durch hochwissenschaftliche Buchlektüre. Wie kann man sonst erklären, dass "American Pie" in Bezug auf seinen Humor, sofern wir das so nennen können, einem noch viel abgeflachter vorkommt als je zuvor? Oder hatte man nur vergessen, wie sinnlos hier die Dialoge aneinandergereiht wurden und wie vorhersehbar das Ende der Geschichte schon nach den ersten beiden Minuten war? Rohmer würde sich im Grabe umdrehen. Bloß gut, dass es "ZEIT-Um-die-Ecke-Denkrätsel" gibt. Da kommt man ins Gespräch und kann die 15-Minuten-Unterbrechungen des Films vollständig statt nur zu 80 % darüber nachdenken, was Störtebecker wohl so zum Mittagessen aß. Verwirrt von diesem Kulturschock konnte ich nicht schlafen und las noch ein Buch aus der germanistischen Lektüreliste. Der Morgen danach: chronische Müdigkeit! Hoffen wir, dass sie nicht nur den Ereignissen des vorangegangenen Abends zu verschulden ist.
Samstag, 29. November 2008
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3 Kommentare:
Ein viel zu langer Artikel und dazu noch in der falschen Schriftart, wo bist du nur mit deinen Gedanken!
Sie ist in der Bibliothek und tut so, als würde sie arbeiten.
Offensichtlich wartet ihr ja auch nur darauf, dass mal jemand bloggt. Die schrift ist nur kleiner, damit der Artikel nicht noch länger wirkt. Außerdem habe ich das Recht auf längere Artikel, da ich im Vergleich zu euch wesentlich weniger EInträge habe, zumal Frau SCharff kein STück besser ist. Und immerhin gebe ich vor, zu arbeiten, ihr Hexen:)
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